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USA - New Orleans



Die Stadt

New Orleans ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Louisiana in den USA. Sie ist ein Industriezentrum und hat einen großen Hafen, welcher den Fluss Mississippi mit dem Golf von Mexiko verbindet.

Die Stadt selbst hatte bis zur Evakuierung wegen Hurrikan Katrina am 28. August 2005 etwa 490.000 Einwohner, im Großraum New Orleans ('Metropolitan Area') lebten etwa 1,3 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsdichte betrug 989 Einwohner/km². In der Stadt lebten 28,05 % Weiße; 67,25 % Afro-Amerikaner; 0,20 % „Native Americans“; 2,26 % Asiaten und 3,06 % Hispano-Amerikaner.

Trotz des französischen Namens der Stadt wird kaum noch französisch oder Kreol-Französisch gesprochen; nur noch im Tourismusbereich wird das Französische hervorgehoben. Seit 1968 wird aber seitens des Bundesstaates Louisiana die Wiederbelebung der französischen Sprache gefördert.


Geografische Daten

Die Stadt liegt im Mississippi-Delta und hat eine Fläche von 907,0 km². 467,6 km² sind Land, 439,4 km² sind Wasser (48,34 %). Wegen ihrer Lage zwischen dem Mississippi im Süden und dem Lake Pontchartrain im Norden, was ihr einen Stadtumriss in Form einer Sichel gegeben hat, erhielt New Orleans die Bezeichnung Die Sichelstadt (im eng. Original The Crescent City).

Bei ihrer Gründung bebauten französische Siedler ein kleines, etwas höher gelegenes Stück Land, das heute als „French Quarter” bekannt ist. Das Gebiet des heutigen New Orleans ist erst seit 2500 Jahren aus vom Fluss angeschwemmten Sediment entstanden. Es ist größtenteils ein mehrere hundert Meter tiefer Sumpf, welcher sich unter dem Druck seines eigenen Gewichtes verdichtet und bei Ausbleiben der Sedimentabgelagerung weiter unter den Meeresspiegel sinken wird. Seitdem der Mississippi von den Franzosen und anschließend vom U.S. Army Corps of Engineers eingedeicht wurde, sinkt das Gebiet von New Orleans um etwa 8 Millimeter pro Jahr. 70 Prozent der Stadtfläche liegen bis zu 1,6 Meter unterhalb des Meeresspiegels, wobei der angrenzende 1839 km² große Lake Pontchartrain über die Wasserstraße Rigolets Strait und die Lagune Lake Borgne mit dem Golf von Mexiko verbunden ist.

In den 1910er Jahren legte A. Baldwin Wood die Stadt, die von Sümpfen umringt war, mit zahlreichen großen Pumpen trocken. Der auf der südlichen Seite des Mississipi gelegene nahe Naturpark Barataria Preserve in Marrero, Louisiana zeigt Reste der ursprünglichen Landschaft im Mississippi-Delta. Ein Drainagesystem von mehreren hundert Kilometern Länge durchzieht heute New Orleans und entwässert über 22 Pumpstationen die gesamte Stadt bei starkem Regen. Dabei kann eine Wassermenge pro Stunde in den See gepumpt werden, die einer Niederschlagsmenge von 30 Millimeter entspricht. Durch die Trockenlegung konnte New Orleans um erhebliche Flächen erweitert werden; sie führte jedoch auch zu einer ausgedehnten Absenkung des Terrains. Heute ist die Stadt im Norden von einem 5 bis 6 Meter hohen Deich sowie im Süden von einem 9 Meter hohen Deich gegen Wassereinlauf geschützt.


Klima

New Orleans liegt im Einzugsgebiet von Hurrikanen. Bei Hurrikanen handelt es sich um tropische Stürme, die sich zwischen Mai und Oktober über dem Atlantischen Ozean bilden. Der bisher verheerendste Hurrikan "Katrina" traf die Stadt am 28. August 2005 und sorgte, in Zusammenhang mit einer auf den Hurrikan zurückgehenden Flutkatastrophe, für die fast vollständige Verwüstung der Stadt.


Geschichte

Während der Kolonialzeit wurde New Orleans unter dem französischen Namen La Nouvelle-Orléans zu Ehren von Philipp II., Herzog von Orléans von dem Franzosen Jean-Baptiste Le Moyne, Sieur de Bienville, 1718 gegründet. Sie wurde 1722 die Hauptstadt von Louisiana. 1762 ging die Kolonie im Rahmen des geheimen Abkommens von Fontainebleau an Spanien, was im Pariser Frieden 1763 bestätigt wurde. Bis 1766 wurde kein spanischer Gouverneur eingesetzt. Einige der frühen französischen Siedler waren mit der spanischen Herrschaft nicht zufrieden und baten wiederholt um eine Wiederanbindung Louisianas an Frankreich. 1800 ging die Kolonie im Rahmen des Abkommens von San Ildefonso wieder an Frankreich zurück.

1795 gewährte Spanien den USA das „Recht auf Niederlassung“ und erlaubte den Amerikanern, den Hafen der Stadt zu nutzen. 1801 ging Louisiana nach der Eroberung Spaniens durch Napoleon I. wieder an Frankreich zurück. Zwei Jahre später (1803) verkaufte Napoleon im so genannten Louisiana Purchase mit Louisiana das gesamte Gebiet westlich des Mississippi für 15 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten. Die Stadt wurde von Frankreich am 20. Dezember 1803 den USA übergeben. Zu dieser Zeit hatte New Orleans ca. 10.000 Einwohner.

Von seinen frühen Tagen an war New Orleans bekannt für seine kosmopolitische und polyglotte Bevölkerung und die zahlreichen Kulturen, die dort existierten. Die Stadt wuchs schnell mit Einflüssen aus Frankreich, Amerika und der kreolischen Karibik. Während des Krieges von 1812 wollten die Briten die Stadt erobern, sie wurden aber von den von Gen. Andrew Jackson angeführten Truppen einige Meilen flussabwärts am 8. Januar 1815 zurückgeschlagen (Schlacht von New Orleans).

Die Stadtbevölkerung verdoppelte sich in den 1830ern und 1840ern, und New Orleans wurde die größte Stadt im amerikanischen Süden und außerhalb des "Atlantic Seaboards". Bis 1849 war New Orleans die Hauptstadt des Staates Louisiana, später wieder von 1865 bis 1882. Der Hafen war vor allem für den Sklavenhandel wichtig, obwohl New Orleans gleichzeitig die Stadt mit den meisten farbigen Personen Nordamerikas war. Die Bedeutung der Stadt nahm zu, als die Regierung 1838 eine lokale Münze neben den südlichen Münzen von Charlotte und Dahlonega einrichtete. Im Gegensatz zu den beiden anderen Münzen wurden in New Orleans neben Gold- auch Silber-Münzen geprägt, was zu der Stellung als wichtigste Prägeanstalt im Süden beigetragen haben könnte.

Im Amerikanischen Bürgerkrieg wurde New Orleans sehr früh von der Union kampflos erobert, wodurch ein Großteil der historischen Gebäude erhalten blieb. Bis zur Zerstörung durch einen Hurrikan im Jahr 2005 bewahrte die Stadt den historischen Flair des Reichtums, der während des 19. Jahrhunderts hier herrschte. Ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert war der berühmte Rotlichtbezirk Storyville.


Hurrikankatastrophe August 2005

Am 28. August 2005 wurde New Orleans vom Hurrikan Katrina heimgesucht, der einer der vier schwersten Hurrikane war, die in den USA jemals gemessen wurden. Obwohl New Orleans nur von den randlichen Ausläufern des Hurrikans in Mitleidenschaft gezogen wurde, brachen mehrere Deiche, worauf das Wasser des Lake Pontchartrain die Stadt fast vollständig überschwemmte. Unterspülte Gebäude brachen zusammen und verschlimmerten die Situation deutlich. Wasser, Müll und Schutt spülten in den als Notunterkunft genutzten Superdome, er war aber dennoch Ziel jener, die nicht die Stadt rechtzeitig verlassen hatten und die jetzt auf die Verteilung von Wasser und Essen durch die Armee warteten. Gleichzeitig verschlechterten Wasser- und Stromausfall die Bedingungen im Innern des Stadions. Auch die großen Wasserpumpen der Stadt fielen aus.

Als das Ausmaß der Überflutung deutlich wurde, beschloss die Regierung am 31. August, die Stadt – und damit auch den Superdome – komplett zu evakuieren. Zuerst mit Bussen und später dann mit einer Luftbrücke. Ziel war zunächst der Astrodome von Houston, dessen Kapazitäten jedoch bereits nach einem Tag ausgeschöpft waren.

Nach einigen Tagen mit Unruhen und Plünderungen wurde der Ausnahmezustand, das Kriegsrecht und Gesundheitsnotstand ausgerufen. In einigen Gebieten wurden zeitweise Hilfsmaßnahmen und Evakuierungen ausgesetzt, nachdem angeblich Hubschrauber beschossen und Rettungsmannschaften angegriffen wurden. Danach versuchten Soldaten und Polizisten die Ordnung wieder herzustellen und Krankenhäuser vor Plünderungen zu schützen. Die Berichte erwiesen sich zwar als übertrieben, was aber in den Medien nicht berichtet wurde. Bürgermeister Ray Nagin beschimpfte in einer Livesendung die Bundesregierung wegen schleppender Hilfeleistung. Unter Tränen sagte er: "Die Stadt stirbt!"

Der US-amerikanische Präsident George W. Bush veranlasste nach 6 Tagen (zuzüglich 2 Tage Vorwarnzeit vor dem Hurrikan) die Entsendung von Rettungsmannschaften in das Gebiet. Die zuständige Nationalgarde war allerdings nicht voll einsatzbereit, da sie sich zu erheblichen Teilen im Irak im Einsatz befand und ein Abzug nicht geplant war.

Der Louis Armstrong - New Orleans International Airport (MSY) ist einer von zwei Flughäfen der Stadt und hat eine tägliche Kapazität von 300 Flugzeugen. Ein wenig westlich der Stadt im weitgehend verschont gebliebenen Vorort Kenner gelegen, konnte er nach wenigen Tagen wieder in Betrieb genommen werden. Landebahn und Tower wurden durch den Hurrikan nicht zerstört, allerdings standen Bodenradar und Befeuerung der Landebahn zuerst nicht zur Verfügung.

Während der Ruf nach einem schnellen Wiederaufbau New Orleans mit entsprechender staatlicher Unterstützung lauter wurde und der politische Druck auf die Verantwortlichen wuchs, mehrten sich auch Zweifel an der Sinnhaftigkeit. Experten diskutierten, ob New Orleans aufgegeben werden sollte, da in Zukunft mit einer Verschlechterung der Situation zu rechnen sei.

Am 5. September 2005 wurde bekannt gegeben, dass der Deich zum Lake Pontchartrain repariert sei, jedoch das Abpumpen des Wassers mindestens drei Monate dauern werde. An einigen Deichen halfen vom deutschen Technischen Hilfswerk zur Verfügung gestellte Hochleistungspumpen. Am 6. September 2005 ordnete Bürgermeister Ray Nagin die Zwangsevakuierung der letzten in der Stadt verharrenden Einwohner an. Jeder, der nicht am Wiederaufbau beteiligt war, hatte nun die Stadt zu verlassen, da die Gefahr von Seuchen existierte.

Am 20. September 2005 drohte ein weiterer Hurrikan, Hurrikan Rita, die Stadt in den nächsten Tagen zu überqueren und New Orleans wurde erneut evakuiert, woraufhin die wenigen Rückkehrer die Stadt wieder verließen.

Am 23. September berichteten um 16:45 Uhr MESZ mehrere Nachrichtenagenturen, dass einer der notdürftig abgedichteten Deiche erneut gebrochen sei und Wasser in die am tiefsten gelegenen Stadtviertel laufe. Am 24. September berichtete der Fernsehsender CNN, dass mehrere Stadtteile der Jazzmetropole erneut überflutet seien, das Wasser stand wieder 2 Meter hoch in den Straßen.

Mitte Oktober 2005 war die Stadt laut Zeitungsberichten wieder trockengelegt. Doch musste die Bevölkerung am 18. Oktober auf eine zweite denkbare Evakuierung vorbereitet werden: Der Hurrikan Wilma, dessen Entwicklung noch ungewiss war, zog allerdings über Florida gen Atlantik.


Sehenswürdigkeiten

Sehr bekannt ist das French Quarter, auch „le Vieux Carré“ genannt, das noch aus der französischen und spanischen Zeit stammt und an den Mississippi, die Rampart Street, die Canal Street und die Esplanade Avenue grenzt. Vor allem der French Market (Französischer Markt), ein Platz, an dem die Choctaw Indianer mit dem "weißen Mann" handelten, mit dem Café du Monde, das berühmt für seinen Café au lait und seine Beignets ist, ist ein großer Anziehungspunkt für Touristen. Ebenso wie die legendäre Bourbon Street, auf der allabendlich Parties bis in den Morgen gefeiert werden.

Straßenbahnen gehören auch zum Flair von New Orleans. Am bekanntesten ist die Linie St. Charles (grüne Wagen - gebaut 1924 von Perley-Thomas), die New Orleans mit der Vorstadt Carrollton verbindet. Sie fährt ohne Unterbrechung von 1893 bis heute. Entlang der Strecke durch die "St. Charles Avenue" kann man Stadtteil "Garden District" zahlreiche herrschaftliche Villen aus dem 19. Jahrhundert bewundern. Auch zwei private Universitäten befinden sich hier, die Tulane und die Loyola University. Eine weitere Strecke ist die "Riverfront"-Linie, 1988 wieder in Betrieb genommen, auch bekannt als "Ladies in Red" (Rote Damen). Sie läuft parallel zum Fluss von der Canal Street ins French Quarter. 2004 wiedereröffnet wurde die Linie "Canal Street". Sie bedient unter anderen den "City Park" mit dem "New Orleans Museum of Art" (Kunstmuseum) durch einen Abzweig in die "North Carrollton Avenue". Die Strecke, nach der Tennessee Williams sein bekanntes Stück "A Streetcar Named Desire" (Endstation Sehnsucht) benannte, wurde bereits 1948, ein Jahr nach der Veröffentlichung des Romans, eingestellt.

Wegen der tiefen Lage New Orleans und dem damit verbundenen sehr feuchten Boden gibt es in der Stadt keine herkömmlichen Friedhöfe, weil Seuchen befürchtet werden. Seit 1830 werden die Toten in Mausoleen - diese "city of the dead" ist eine Touristenattraktion - beerdigt.

Die Stadt entwickelte ihre eigene Art der Begräbnisse: Eine traditionelle Jazz-Funeral wird von einer Marching Band begleitet, die traurige, auf das Jenseits ausgerichtete Musik (Hymnen) auf dem Weg zur Beerdigung hin und fröhliche, weltliche Musik (Hot Jazz) auf dem Weg zurück spielt. Diese Tradition ist heute zur reinen Touristenattraktion verkommen.

New Orleans war immer ein Zentrum der Musik. Es vermischte europäischen Stil mit dem aus Lateinamerika und afroamerikanischen Kulturen. Vor allem der Jazz mit Blechbläsern hat seine Wurzeln in New Orleans. Jahrzehnte später wurde es bekannt für den Rhythm and Blues, der den Rock ’n’ Roll maßgeblich prägte.

Außerdem ist die Stadt für ihr Essen bekannt. Die Spezialitäten reichen von Po’ boy (von poor boy) und Muffuletta Sandwiches bis zu Golf-Austern und anderen Meerestieren. Zahlreiche kreolische bzw. Cajun-Gerichte wie Étouffée, Jambalaya und Gumbo kann man ebenfalls in New Orleans zu sich nehmen. Die Montag-Abend-Spezialität sind rote Bohnen mit Reis. (Louis Armstrong hat seine Briefe oft mit „red beans and ricely yours“ unterschrieben).


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel New Orleans aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





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