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USA - Boston



Die Stadt

Boston ist die größte Stadt in Neuengland und Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Massachusetts. Sie hatte im Jahr 2004 569.165 Einwohner. Boston liegt an der Ostküste der USA.

Die Bewohner von Boston sind für ihre Aussprache bekannt, die ein wenig mehr britische Färbung als sonst in Nordamerika hat. Im Vergleich zu anderen amerikanischen Akzenten sind die Einwohner Bostons vor allem für das Auslassen des 'r'-Lautes bekannt.


Geschichte

Die Stadt wurde 1630 von englischen Puritanern auf einer Halbinsel gegründet, die von den indianischen Ureinwohnern Shawmut genannt wurde. Damals war die von der Massachusetts Bay umgebene Halbinsel nur durch eine sehr schmale Landverbindung mit dem Festland verbunden. Die englischen Siedler gaben der jungen Stadt zunächst den Namen Trimountain. Erst später wurde sie in Boston umbenannt. Der Name geht zurück auf eine Stadt gleichen Namens in Lincolnshire, England, aus der einige der Puritaner stammten. Der erste Governeur der puritanischen 'Massachusetts Bay Colony', John Winthrop, hielt in der jungen Stadt eine als 'City upon the Hill' berühmt gewordene Predigt, in der er zum Ausdruck brachte, dass die Puritaner sich in einem besonderen Vertrag mit Gott verbunden wussten. Die puritanischen Werte, insbesondere Arbeit, Bildung und Gottesfürchtigkeit stabilisierten die Gesellschaft in hohem Maße und sind auch noch heute Bestandteil des gesellschaftlichen Leitbildes in Boston und Neuengland. So wurde bereits 1635, wenige Jahre nach der Siedlungsgründung, eine erste Lateinschule und 1636 die Harvard University, die erste Universität Amerikas gegründet.

Bekannt wurde die Stadt durch die Boston Tea Party vom 16. Dezember 1773. Damals lösten Proteste gegen eine Erhöhung der Teesteuer durch die britische Krone den Unabhängigkeitskrieg aus. Eine rote Pflasterspur, der ca. vier km lange Freedom Trail, Amerikas "Pfad der Freiheit", führt zu sechzehn historischen Stätten in der Stadt, darunter der Boston Common, das Massachusetts State House sowie das Old State House.

Nach der amerikanischen Revolution wurde Boston einer der reichsten Handelshäfen der Welt. Zu den wichtigsten Handelsgütern gehörten Fische, Rum, Salz und Tabak. Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts begann sich, bedingt durch die zunehmende Einwanderung, auch das Bild der Bevölkerung deutlich zu verändern: Gaben bislang fast ausschließlich protestantische Abkömmlinge englischer Einwanderer den Ausschlag, so nahm nun der Anteil der Katholiken insbesonderer irischer, später auch italienischer Abstammung deutlich zu.

Der Flächenbedarf, der durch die wachsende Einwohnerzahl entstanden war, wurde auf eine eigene Art angegangen: Zwischen 1630 und 1890 verdreifachte sich das Stadtgebiet, jedoch nicht durch Eingemeindungen, sondern durch Landgewinnungen, insbesondere in den flachen Gewässern des Charles River und der Massachusetts Bay. Die dafür erforderlichen Erdmassen wurden vor allem durch die allmähliche Abtragung der drei Hügel gewonnen, die sich ursprünglich auf der Halbinsel befanden (daher 'Trimountain'). Nur in den Straßen von 'Beacon Hill' kann man noch Reste der einstigen Steigungen erahnen. Das dortige 'State House', der Sitz des Governeurs von Massachusetts, befindet sich auf der Spitze des verkleinerten Hügels. 1872 wurde die Stadt Boston von dem größten Brand in ihrer Geschichte heimgesucht. Die umfangreichen Trümmer der verbrannten Gebäude wurden danach ebenfalls als Füllmaterial für Landgewinnungen verwendet.

Bereits seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts machte sich, wie in anderen US-amerikanischen Städten, der zunehmende Autoverkehr bemerkbar. Gerade in Boston war dieses Problem nicht einfach zu lösen, da die Innenstadt zu den ältesten und am dichtesten bebauten in den ganzen USA gehörte. Genau diesen Umstand sahen die verantwortlichen Lokalpolitiker am Ende der 1940er Jahre jedoch als Teil des Problems. So wurde in den folgenden Jahren eine ca. vier Kilometer lange, sechsspurige Stadtautobahn („Central Artery“) als aufgeständerte Hochstraße quer durch das Herz der Stadt gelegt. Infolge dessen wurden die Verkehrsprobleme im Bereich des Individualverkehrs gelöst, allerdings nur für kurze Zeit.

Der weiter zunehmende Verkehr, als auch der Umstand, dass der schienengebundene Nahverkehr lange Zeit vernachlässigt wurde, trug dazu bei, der „Central Artery“ schon bald einen Ruf als besonders staugeplagte Durchfahrtsstraße zu geben. Ein weiteres, städtebauliches Problem in Verbindung mit der „Central Artery“ war die Tatsache, dass Teile der Bostoner Innenstadt, insbesondere „North End“ sowie die innerstädtische Uferlinie vom Rest der Stadt abgetrennt wurden. So wurde seit den 1970er Jahren der Ruf nach einer Tieferlegung der Stadtautobahn laut. Im Jahre 1992 begannen endlich die Bauarbeiten zu diesem größten öffentlichen Bauprojekt in der Geschichte der USA. Die bisherige Stadtautobahn der Innenstadt wurde auf einer Gesamtlänge von vier Kilometern unter die Erde gelegt, bei einer gleichzeitigen Erweiterung von bisher sechs auf acht bis zehn Spuren. Die Kosten beliefen sich dabei auf ca. 14 Milliarden US-Dollar. Während der Bauarbeiten wurde ca. dreimal soviel Erde bewegt, wie beim Bau des Hoover-Staudamms, und es wurde mehr Beton verbaut, als bei dem Staumauerprojekt benötigt wurde. In den USA erhielt das Projekt den Spitznamen „The Big Dig“, in Anspielung auf den Bau des Panama-Kanals, der damals als „The Big Ditch„ bezeichnet wurde. Seit 2005 sind die unterirdischen Arbeiten abgeschlossen. Restarbeiten konzentrieren sich seitdem auf die Rekultivierung der Oberfläche und deren Wiedergewinnung als urbanen Lebensraum.


Geographie

Boston liegt im Nordosten der Vereinigten Staaten an der Nordamerikanischen Ostküste mit der Massachusettes Bay, deren starke Zergliederung die Anlage natürlicher Häfen ermöglichte. Mystic, Neponset und Charles River mit ihren Mündungen durchschneiden beziehungsweise begrenzen die Stadt. Die ursprünglichen im Stadtgebiet vorhandenen Hügel wurden mit der Zeit abgetragen und im Bereich Back Bay und South End abgelagert, um dem Atlantik zusätzliche Landflächen abzuringen.

Der zentrale Bereich Bostons bildet sowohl den Kern von Greater Boston (3,8 Millionen Einwohner), das die Städte von Cambridge, Brookline, Quincy und vieler suburbaner Gemeinden umfasst, wie auch die Boston CMSA (Consolidated Metropolitan Statistical Area), der siebtgrößten in den USA (nach anderen Rankings an zehnter Stelle). An Boston grenzen die Städte von Revere, Chelsea, Everett, Somerville, Cambridge, Watertown, Newton, Quincy, Winthrop, Brookline, Needham, Dedham, Canton, und Milton an.


Wirtschaft und Verkehr

Industrie
Boston ist ein wichtiges industrielles, künstlerisches und intellektuelles Zentrum. Das Boston Symphony Orchestra genießt ebenso Weltruf, wie die Universitäten Harvard und MIT, die in der Vorstadt Cambridge liegen.

Flughafen
Der internationale Flughafen von Boston ist der Logan International Airport (IATA Airport Code: BOS).

ÖPNV
Der ÖPNV in der Stadt wird durch die MBTA abgewickelt. Das Nahverkehrssystem wird von den Einheimischen auch gerne als "the T" bezeichnet.


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Boston aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





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