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Allgemeines

Baku ist die Hauptstadt Aserbaidschans mit 1.116.513 Einwohner in der eigentlichen Stadt. 1.850.119 Menschen leben in der ganzen Stadtprovinz auf einer Fläche von 2.130 Quadratkilometer, was etwas kleiner als das Saarland ist (Stand jeweils 1. Januar 2005).

Die Stadt liegt an der westlichen Küste des Kaspischen Meeres, am Ufer der Abºeron-Halbinsel.


Geschichte

Baku wurde im Jahr 885 erstmals schriftlich erwähnt und zwar mit Gründung der Dynastie der Bagratiden. Archäologen datierten erste Funde einer Siedlung allerdings auf 8000 v. Chr. Der persische Schirwan Schah Ahistan I. machte Baku im 14. Jahrhundert zu seiner Hauptstadt.

Es gibt mehrere Theorien über die Herkunft des Namens, die populärste ist die Ableitung von den persischen bad kube und bedeutet Stadt der Winde.

Baku besteht aus drei Städten: der Altstadt, der Gründerzeitstadt und der sowjetischen Stadt

Die Altstadt liegt im Zentrum Bakus und ist gleichzeitig eine Festung. 2000 wurde das Viertel innerhalb der Festungsmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die meisten Mauern und Türme, die nach der russischen Eroberung 1806 verstärkt wurden, stehen seit persischer Zeit. Das Viertel mit einem Labyrinth enger Straßen und alten Häusern ist pittoresk. Weltberühmt sind der Palast der Khane von Schirwan, die Karawansereien, der Jungfrauenturm aus dem 11. Jahrhundert, die Bäder und die Djuma Moschee. Die Altstadt hat dutzende kleiner Moscheen, oft ohne ein Zeichen, das sie von anderen Gebäuden unterscheidet.

Die Gründerzeitstadt im Süden der Altstadt wurde nach dem enormen Ölboom zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. 1873 kam Robert Nobel nach Baku. Der ältere Bruder von Ludvig und Alfred Nobel gründete in Baku die Ölgesellschaft Nobel Brothers Petroleum Producing Company. Die Firma wurde in wenigen Jahren das führende Unternehmen auf dem Weltmarkt. Die Ölkönige von Baku ließen sich neogotische und Jugendstilpaläste von westeuropäischen Architekten erbauen.

Der Ölboom endete nach der russischen Revolution 1905. Wütende Arbeiter randalierten in Baku. Nach dem Sieg der Bolschewiki wurden die Ölkönige enteignet, die Nobels mußten Aserbaidschan verlassen. In den Millionärsanwesen sind heute v.a. Kunst-, Geschichts- und Literaturmuseen untergebracht. Manche befinden sich aber auch in Privatbesitz und sind an Expatriates vermietet. Andere haben in den Zeiten des Umsturzes 1992/1993 den Besitzer gewechselt und bieten Verwandten der herrschenden Äliyev-Familie ein angenehmes Leben.


Wirtschaft

Die Grundlage der Wirtschaft von Baku ist das Erdöl. Die Existenz des Erdöls ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Im 15. Jahrhundert wurde das Öl für Lampen von Quellen entnommen, die an die Oberfläche traten. 1848 fand in Baku die erste Ölbohrung der Welt statt. Die wirtschaftliche Ausbeutung des Erdöls begann 1872 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Ölfelder von Baku die größten der Welt. Sie erbrachten die Hälfte der Welterdölproduktion. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Ölreserven an Land erschöpft und die Bohrungen wurden in das Meer ausgedehnt. Am 25. Mai 2005 wurde die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline in Betrieb genommen, mit 1.760 Kilometern Länge die längste und technisch aufwändigste Pipeline der Welt.

Baku ist eines der bedeutendsten Zentren für die Produktion von Ausrüstungen für die Ölindustrie. Im Zweiten Weltkrieg ging es bei der Schlacht um Stalingrad um die Kontrolle über die Ölfelder von Baku.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das moderne Baku dehnt sich außerhalb der Festungsmauern aus. Seine Straßen und Gebäude klettern die Hügel rund um die Bucht von Baku empor. Die Stadt beherbergt mehrere Universitäten, Hochschulen und Theater.

Der Märtyrerfriedhof ist dem Andenken jener gewidmet, die ihr Leben im Krieg mit Armenien verloren haben, aber auch jener 137 Menschen, die am 19. und 20. Januar 1990 getötet wurden, als sowjetische Panzer die Straßen von Baku einnahmen.

Seit 1996 befindet sich in Baku ein 310 Meter hoher Fernsehturm in Stahlbetonbauweise, der Fernsehturm Azeri.


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