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Argentinien - San Miguel de Tucumán



Allgemeines

San Miguel de Tucumán ist die Hauptstadt der kleinsten argentinischen Provinz Tucumán mit 833.100 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2004).

55% der Provinzbevölkerung von Tucumán leben in San Miguel und der nächsten Umgebung, etwa 90% leben im weiteren Einzugsgebiet im Tiefland an einer Nord-Süd-Achse von etwa 80 km Länge, zwischen El Cadillal und Juan B. Alberdi.


Herkunft des Namens

Die Herkunft des Namens Tucumán ist umstritten. Eine Möglichkeit wäre, der Name leite sich aus dem Quechua-Wort Yucuman ab, was soviel bedeutet wie "Ort, wo die Flüsse entspringen". Andere Experten leiten aus noch früherer Zeit ab: Demnach sollen es noch vor der Invasion der Inkas die Ureinwohner der Region, die Diaguitas, gewesen sein, die die Gegend nach ihrem damaligen Häuptling Tukma (Tukma-nao = Volk des Tukma) benannt haben. Eine dritte Deutung bringt den Ursprung mit den ebenfalls in der Gegend lebenden Lule-Indianern in Verbindung, die das Land nach dem Käfer Tuku-Tuku benannt haben sollen: Tuku-tuku-manita bedeutet "Land, in dem der Tuku-Tuku (-Käfer) häufig vorkommt".

Mit San Miguel ist der Erzengel Michael gemeint.


Geschichte

In präkolumbischer Zeit, d.h. vor der Entdeckung durch die spanischen Eroberer waren die Einwohner des Gebietes der heutigen Provinz Tucumán stark von der Inka-Kultur beeinflusst. Diese indianische Gruppe, die Diaguitas-Calchaquíes, besidelte das bergreiche Gebiet des östlichen Tucumán.

1564, 11 Jahre nach der Gründung der ältesten, durchweg bewohnten Stadt Santiago del Estero im Jahre 1953 wurde die Provinz Tucumán, Juríes y Diaguitas mit seiner ersten Stadt Santiago del Estero gegründet.

Ein Jahr darauf, am 31. Mai 1565, gründete Diego de Villarroel die Stadt San Miguel de Tucumán (S.M. de Tucumán). Aufgrund der streitsamen Indianer und der schlechten Wasserqualität am ursprünglichen Gründungsort beschloss der Gouverneur Fernando de Mendoza y Mate de Luna am 27. September 1685 die Stadt zu verlegen und neuzugründen. 1776 wurde Tucumán Teil des Vizekönigreichs des Río de la Plata.

Nach den Geschehnisse des 25. Mai 1810 in Buenos Aires, als sich die Bürger der Stadt gegen den Vizekönig auflehnten, kam 1812 Manuel Belgrano nach Tucumán. Dort besiegt er am 24. September des gleichen Jahres in der Schlacht von Tucumán die königlichen Truppen. Vier Jahre und weitere Schlachten später wurde am 9. Juli 1816 vom Tucumán-Kongress im heute Casa Independencia genannten Gebäude die Unabhängigkeit von Spanien erklärt.

1969 wurde die Guerrilla, die sich schon Jahre zuvor in kleine Gruppen sammelte stärker und es gab viele Attentate in Tucumán.

Am 4. September 1970 übernimmt Carlos Imbaud zum 2. Mal den Gouverneursposten in Tucumán, nachdem er diesen 1962 schon einmal kommisarisch inne hatte. Imbaud versucht verschiedene politische Parteien und die Gewerkschaften mit in seine Politik einzubeziehen. Dies hat aber nicht den gewünschten Erfolg und so war das Jahr 1970 wiederum von heftigen Unruhen geprägt und die Guerrillagruppen Montoneros und ERP Ejército Revolucionario del Pueblo begannen mit ihren bewaffneten Aktionen und Attentaten.


Wirtschaft

Der Zuckeranbau der Provinz Tucumán konzentriert sich rund um die Hauptstadt San Miguel de Tucumán. Wichtigstes ausländisches Unternehmen in der direkten Nähe von San Miguel de Tucumán ist der Lkw-Produzent Scania.


Bildung

San Miguel de Tucumán besitzt zwei staatliche Universitäten (Universidad Nacional de Tucumán, gegründet 1914 sowie die Universidad Tecnologica Nacional - Facultad Regional Tucumán) und eine Katholische Universität (Universidad del Norte Santo Tomás de Aquino, gegründet 1965), die auch überregionale Bedeutung haben.


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