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Allgemeines Córdoba ist mit 1,35 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Argentiniens und Hauptstadt der Provinz Córdoba. Sie liegt im zentralen Teil des Landes inmitten eines produktiven Landwirtschaftsgebietes zwischen der Pampa-Region im Osten und der zu den Sierras Pampeanas gehörenden Sierras de Córdoba im Westen.
Die Stadt ist ein wichtiges Industriezentrum, ist aber auch wegen zahlreicher Bauwerke im Kolonialstil in der Innenstadt als Touristenzentrum bekannt.
Lage Córdoba liegt im Tal des Río Suquía, der alternativ auch Río Primero (erster Fluss) genannt wird. Dies liegt daran, dass die Spanier das Land im 16. Jahrhundert von Norden her kolonisierten und die Flüsse, die sie dabei überqueren mussten, einfach durchnummerierten. Der Westen der Stadt zieht sich bis in die ersten Ausläufer der Sierras de Córdoba, die Sierras Chicas, hin.
Das offizielle Stadtgebiet ist das Departamento Capital, das die Form eines Quadrats mit einer Kantenlänge von 22 km hat. Im Nordwesten und Norden wächst das bebaute Gebiet allerdings teilweise weit über die Grenze dieses Departamentos hinaus.
Der Río Suquía schlängelt sich in Ost-West-Richtung durch die Stadt. Er grenzt das Zentrum, das südlich des Flusses liegt, vom sogenannten Alta Córdoba ("Oberes Córdoba") nördlich des Flusses ab. Im Westen wird das Zentrum vom Arroyo La Cañada, einem heute kanalisierten Bach abgegrenzt, an dessen Ufern eine der meistbefahrenen Hauptstraßen der Stadt verläuft.
Das Umland gehört zu drei verschiedenen Naturräumen. Südöstlich der Stadt liegt die Pampa-Grasebene, die etwa auf der Höhe des Río Suquía in die Savannenlandschaft des Gran Chaco übergeht. Der Westen gehört zu den Sierras Pampeanas. Die die Stadt im Norden, Osten und Süden umgebenen Flächen sind fruchtbar und werden vor allem landwirtschaftlich genutzt, während der bergige Westen weitgehend Weide- oder Ödland ist.
 Klima Das Klima in der Stadt ist warmgemäßigt mit einer Durchschnittstemperatur von 17,3°C im Jahr; die durchschnittlichen Tagesextreme liegen bei 24,5° / 10,6° und die Niederschlagsrate bei 722 mm im Jahr.
Es gibt eine ausgeprägte Regenzeit im Sommer (November bis März) mit einem Maximum der Niederschläge im Dezember. Der Winter ist dagegen so trocken, dass im Spätwinter in einigen Vororten der Stadt häufig Wasserknappheit herrscht. Von der Art der Niederschläge überwiegen im Sommerhalbjahr Gewitterregen, während im Winterhalbjahr leichte Nieselregen dominieren und die Gewitteraktivität deutlich zurückgeht.
Charakteristisch sind das ganze Jahr über starke Temperaturschwankungen. Diese rühren zum einen aus der von Gebirgen relativ ungeschützten Lage der zentralargentinischen Region her, was dazu führt, dass sich sowohl tropische als auch polare Luftmassen je nach Wetterlage schnell großräumig ausbreiten können; dies geschieht in Form von großflächigen Windsystemen wie dem Pampero (trockener Südwestwind), Sudestada (feuchter Südostwind) und Norte (feuchter Nordostwind). Zweitens ist der maritime Einfluss durch die relativ große Entfernung vom Atlantischen Ozean begrenzt, was weit höhere und niedrigere Extremtemperaturen als etwa in der Region um Buenos Aires zulässt; so liegt das absolute Maximum von Córdoba mit 45,6° C deutlich über dem von Buenos Aires (37,8° C) und nur wenig unter dem Wert des südamerikanischen Hitzepols (48° C). Zum dritten prägen lokale Winde das Klima. Der bedeutendste ist der Zonda, ein dem Föhn vergleichbaren Fallwind, der von den Anden her vor allem im Spätwinter und Frühling für extrem niedrige Luftfeuchtigkeit und sehr hohe Schocktemperaturen teilweise über 40°C sorgt, die oft nur wenige Stunden lang anhalten und dann wieder drastisch abfallen.
Besonders nachts ist die Temperatur im Talkessel des Zentrums bis zu 5° Grad höher als in den höhergelegenen Außenbezirken. Daran und an der Luftverschmutzung liegt es auch, dass die reicheren Stadtviertel vornehmlich auf den Hügeln der Nordweststadt liegen.
 Ökologische Probleme Im Zentrum und einigen Stadtvierteln ist die Luftverschmutzung hoch, auch wenn Modernisierungen im Automobilverkehr und in der Industrie sowie der Verzicht auf krebserregende Stoffe im Stromnetz auf Besserung hoffen lassen und es wegen des relativ windigen Klimas kaum Smog gibt. Auch die Wasserschmutzung, vor allem des Río Suquía, ist trotz mehrerer Kläranlagen immer noch ein großes Problem und mindert die Qualität des Trinkwassers in unterhalb von Córdoba gelegenen Ortschaften.
Ein wachsendes Problem ist die Zersiedelung des Stadtraums vor allem an der nordwestlichen Peripherie sowie im Valle de Punilla sein, wo weite Räume von Wochenendhauskolonien, neuen Stadtvierteln und Country Clubs zugebaut sind und der Bestand an mehreren Tierarten wie etwa des noch vor kurzem weit verbreiteten Puma stark dezimiert wurde. Eine weiträumige Fläche zwischen Córdoba und Villa Carlos Paz gehört derzeit noch dem Militär und wird nur zur Viehzucht genutzt. Es gibt Bestrebungen, das Gebiet in ein Naturreservat umzuwandeln, um zu verhindern, dass die Stadt sich in diese wichtige Pufferzone ausdehnt.
 Stadtviertel Córdoba ist weiterhin traditionell in 454 Stadtviertel unterteilt, zusätzlich gab es im Jahr 2001 103 "illegale" Elendsviertel (villas miserias). Südlich vom Zentrum liegt das bedeutende Studentenviertel Nueva Córdoba, in dem versucht wurde, Hochhäuser und Altbauten aus dem 19. Jahrhundert harmonisch miteinander zu integrieren, was in weiten Teilen gelungen ist. Nueva Córdoba ist eines der Zentren des Nachtlebens und der Gastronomie der Stadt. Südlich schließt die Universitätsstadt (Ciudad Universitaria) an, die etwa fünf Quadratkilometer umfasst und parkähnlich gestaltet ist. Dahinter befinden sich die für argentinische Städte typischen Peripherie-Viertel.
Alberdi ist ein traditionelles Stadtviertel westlich des Zentrums, südlich des Río Suquía. Es erlangte besondere Berühmtheit beim "Cordobazo"-Aufstand 1969, als es gemeinsam mit dem südlich davon gelegenen Viertel Bella Vista das Zentrum der Unruhen und Demonstrationen war. Alberdi ist ein Studenten- und Arbeiterviertel mit einigen nachts recht gefährlichen Bereichen.
Alta Córdoba, ebenfalls ein traditionsreiches Viertel mit vielen Altbauten, liegt 5 km nördlich des Zentrums und hat ein eigenes Leben entwickelt. Vor allem ist es als Künstlerviertel bekannt, mit vielen Bars und Kulturzentren. Ähnliches gilt für das östlich des Zentrums gelegene Viertel San Vicente, in dem ein traditionsreicher Karneval gefeiert wird, der heute wegen des Ansturms im Park Parque Sarmiento westlich dieses Viertels stattfindet.
Der Cerro de las Rosas und die angrenzenden Viertel Villa Belgrano und Argüello sind zwar relativ neu, haben sich jedoch zu den Szenevierteln der Schickeria der Stadt entwickelt. Der Cerro de las Rosas liegt auf einem Hügel im Nordwesten der Stadt 8 km vom Zentrum entfernt und hat sehr viele Restaurants und Diskotheken sowie ein eigenes Einkaufszentrum, im Viertel wird sogar eine eigene Boulevardzeitschrift (Las Rosas) herausgegeben. Die Gegend ist von Villen mit weitläufigen Grundstücken geprägt.
 Geschichte Bereits vor dem Eintreffen der Spanier befand sich im Nordwesten der heutigen Stadt am Río Suquía die Siedlung Quisquisacate, die von Comechingones-Indianern bewohnt war.
Die Stadt selbst wurde von Jerónimo Luis de Cabrera am 24. Juni 1573 gegründet und nach der Stadt Córdoba in Spanien Córdoba la Llana de la Nueva Andalucia benannt. Die ursprüngliche Stadt befand sich nördlich des Río Suquía im heutigen Barrio Yapeyú, wo heute ein Denkmal an dieses historische Datum erinnert. Schon bei der Gründung wurde das Stadtgebiet festgelegt, das im Wesentlichen genauso groß wie das heutige Departamento Capital - das heutige Stadtgebiet - war, doch es war aufgeteilt in den Ejido, die zum Wohnen bestimmte Zone, sowie in militärische und landwirtschaftliche Gebiete.
Bereits in der Anfangszeit wurde eine Reihe religiöser Institutionen gegründet, deren Aufgabe es war, die Einwohner zu missionieren. Um 1600 hatte die Stadt noch 500 Einwohner. Die Jesuiten siedelten sich Anfang des 17. Jahrhunderts an und gründeten im Jahr 1613 die erste Universität Argentiniens, die heutige Universidad Nacional de Córdoba, die zugleich die zweitälteste Universität Südamerikas ist. Bis zur Einrichtung des Vizekönigreiches des Río de la Plata war die Stadt die wichtigste Argentiniens, sie prosperierte vor allem wegen der günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft in der Umgebung. Nach 1776 verlor die Stadt diese Rolle, da nun die Hafenstadt Buenos Aires als Hauptstadt des Vizekönigreiches zunehmend an Bedeutung gewann. Córdoba wurde 1782 zur Hauptstadt des Teilgebietes Intendencia Córdoba del Tucumán, die etwa die heutigen Provinzen Córdoba, La Rioja, Mendoza, San Juan und San Luis umfasste.
Nach der Mairevolution 1810, dem Start Argentiniens in die Unabhängigkeit, erkannte die Stadt die neue Regierung erst an, nachdem die Junta Truppen in die Gegend ersendet hatte. Der erste Gouverneur und Bürgermeister der Stadt im autonomen Argentinien war Juan Manuel de Pueyrredón.
Es folgte eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Unitariern und Föderalisten. Der Gouverneur von Córdoba war traditionell föderalistisch. 1831 wurde nach einer - für Córdoba - verlorenen Schlacht ein hauptstadttreuer, unitarischer Gouverneur eingesetzt. Für eine detaillierte Beschreibung des Konfliktes siehe Geschichte Argentiniens.
Nachdem sich die Verhältnisse um 1860 wieder beruhigt hatten, ging es mit der Stadt und ihrem Umland wieder aufwärts. Im Jahr 1870 wurde Córdoba ans Eisenbahnnetz angeschlossen; dies hatte einen starken Zustrom von Einwanderern und Binnenwanderern zur Folge. In dieser Zeit wurden die sogenannten "traditionellen Stadtviertel" Alberdi, Alta Córdoba, General Paz und San Vicente gegründet.
Der Liberalismus triumphierte als neues Dogma in der Wirtschaftspolitik und brachte der Stadt eine rasche Modernisierung. Eine Reihe von wissenschaftlichen Institutionen wurde gegründet, z.B. die Sternwarte, die Escuela Normal und die Wissenschaftsakademie, so dass Córdoba bald zum technologischen und wissenschaftlichen Zentrum des Landes wurde. So wurde 1871 die erste Messe argentinischer Produkte und Kunstwerke veranstaltet.
1886 wurde die Stadt am Reißbrett nach Süden ausgedehnt: der französische Landschaftsarchitekt Carlos Thays entwarf den Parque Sarmiento, den größten Park der Stadt, und unter der Leitung von Miguel Crisol wurde das Stadtviertel Nueva Córdoba angelegt, heute das am dichtesten besiedelte Gebiet der Stadt.
Nach der Gründung der Flugzeugfabrik Fábrica Militar de Aviones 1927 dehnte sich die Stadt vermehrt nach Westen aus. Diese Tendenz verstärkte sich in der Zeit nach 1936, als unter Gouverneur Amadeo Sabattini die Stadt umfassend modernisiert und industrialisiert wurde.
In den 1950er Jahren siedelten sich infolge der Wirtschaftspolitik der damaligen argentinischen Regierung unter Juan Domingo Perón mehrere ín- und ausländische Großunternehmen wie das später von Renault übernommene Industrias Kaiser Argentina (IKA) und Fiat an; Córdoba wurde so zum zweitwichtigsten Industriestandort nach Buenos Aires.
1969 leitete ein Volksaufstand in der Stadt, der sogenannte Cordobazo, das Ende der Regierungszeit des Diktators Juan Carlos Onganía ein. Nach dem Bruch der Tarifverträge durch den regierungstreuen Provinzgouverneur kam es zu Ausschreitungen, an denen mehrere Hunderttausende beteiligt waren. Erst nach drei Tagen konnte die Polizei die Ordnung wieder herstellen. Nach wenigen Wochen trat Onganía zurück, die Diktatur blieb jedoch zunächst bestehen. 1971 kam es zu einem weiteren Volksaufstand, dem Viborazo, der das endgültige Ende dieser Diktatur einleitete und sie dazu zwang, sich demokratisch gegenüber dem Peronismus zu öffnen.
Bis in die 1970er Jahre hinein war das Wachstum der Industrie in der Stadt ungebrochen, dann brach sie nach den neoliberalen Maßnahmen der Militärdiktatur des Nationalen Reorganisationsprozess (1976-1983) allerdings deutlich ein; ein weiterer Einbruch geschah nach der Wirtschaftskrise 1989.
Seit dem 21. Juni 1978 ist Córdoba in Österreich berühmt und in Deutschland berüchtigt: hier wurde anlässlich der Fußballweltmeisterschaft die deutsche Nationalmannschaft von der österreichischen 3:2 besiegt. Dies war für den Ausgang der Weltmeisterschaft bedeutungslos, brachte dem österreichischen Fußball aber einen Schub an Selbstvertrauen. "Córdoba" wird in Österreich geradezu als Synonym für "Erfolg im Fußball" verwendet. In Deutschland gilt die Schmach von Córdoba dagegen als eine der schlimmsten Niederlagen aller Zeiten.
1994 wurde die Struktur der Stadtgemeinde reformiert und dezentralisiert. Es entstanden die sogenannten CPC (Centros de Participación Comunal), relativ autonome Zweigstellen der Stadtregierung in mehreren außerhalb gelegenen Stadtvierteln. Ihr gemeinsames äußerliches Merkmal ist eine äußerst moderne, von kubischen Formen dominierte Architektur.
 Bevölkerungsentwicklung In folgenden Zeiträumen wuchs die Bevölkerungszahl besonders schnell an: zunächst beim Aufstieg der Stadt im 17. Jahrhundert, dann infolge der Einwanderungswelle 1870-1920, in der die Stadt zur Großstadt wurde, und in den Jahren 1940 bis 1970 parallel zum Wachstum der Industrie, das viele Binnenwanderer aus dem Landesinneren anzog.
Seit den 1990er Jahren wachsen vor allem die Vororte der Stadt schnell an, während die Stadt selbst relativ langsam wächst (ca. 1% im Jahr). Während die zur Agglomeration im engeren Sinne (durchgängig bebautes Gebiet ohne Satellitenstädte) gerechneten Vororte 1980 noch gerade 34.459 Einwohner hatten, waren es 1991 51.047 und 2001 100.780; für 2010 wird mit einer weiteren Verdopplung gerechnet.
Dies geht einher mit dem allgemein zur Zeit in Argentinien verbreiteten Phänomen der Stadtflucht, das wirtschaftliche und soziokulturelle Gründe hat: die deutlich niedrigeren Grundpreise in der Umgebung und der Hang besonders der Oberschicht, sich in grüne, oft geschlossene Stadtviertel (z.B. Country Clubs) zurückzuziehen, um der Hektik und der Kriminalität zu entfliehen und "unter sich" zu sein. So ist der Zwischenraum zwischen Córdoba und dem 35 km nordwestlich gelegenen Salsipuedes in den Sierras Chicas bereits zugebaut. Die Stadt zeigt inzwischen trotz weiter freier Flächen sogar Tendenzen, in wenigen Jahrzehnten mit der 40 km westlich gelegenen Stadt Villa Carlos Paz und damit mit einer ausgesprochen touristischen Gegend zusammenzuwachsen, was gerade am massenhaften Neuanlegen von Country-Clubs in dieser Gegend liegt.
Probleme dieses Wachstums an der Peripherie sind zum einen die Zerstörung der Natur, da insbesondere landschaftlich attraktive Gebiete bei den Hausbauern sehr begehrt sind und Baugenehmigungen meist schnell erteilt werden. Zum anderen führt besonders in ärmeren Gegenden das explosive Wachstum einiger Vororte, deren Infrastruktur nicht Schritt halten kann, zur Bildung von Elendsvierteln, wie z.B. Juárez Celman, das zwischen 1991 und 2001 seine Einwohnerzahl beinahe verzehnfachte.
 Theater Córdobas größtes Theater ist das Teatro del Libertador General San Martín, ein Opernhaus im italienischen Stil der Jahrhundertwende um 1900. Es hat eine Opernsaison, es finden jedoch auch andere Theaterveranstaltungen diverser Art statt. Weitere bekannte Theater sind das traditionelle Teatro Real und das Teatro Comedia, in denen neben "ernsten" Theaterstücken auch humoristische Veranstaltungen stattfinden. Daneben gibt es etwa 30 weitere kleinere Theater. Es gibt viele unabhängige Theatergruppen, die oft in Pubs oder auf Kunsthandwerkermärkten auftreten.
Musik Die Stadt hat mehrere bedeutende Orchester, das wohl bekannteste ist die Orquesta Sinfónica de la Universidad Nacional de Córdoba, das zur Universität gehört. Bekannt ist die Stadt aber im Bereich der klassischen Musik vor allem für ihre erstklassigen Chöre.
In der Popmusik ist in den 1940er Jahren in der Stadt eine eigene Musikrichtung, das Cuarteto, entstanden, ein schneller, fröhlicher Tanz, der etwas an den karibischen Merengue erinnert und sich inzwischen auch mit diesem vermischt hat. Das Cuarteto wird neben Diskotheken vor allem auf oft sehr gut besuchten Bailes (Bällen) getanzt, auf dem die Bands live mehrere Stunden lang in Turnhallen oder großen Sälen spielen. Diese Bailes finden meistens von Mittwoch bis Sonntag jeden Tag statt und werden vor allem von der Jugend der Unterschicht besucht; Ausnahme ist die Band La Barra, die auch bei der Jugend der Oberschicht, den sogenannten chetos, beliebt ist.
Im Bereich der Rockmusik existiert zwar eine große und vielfältige Szene, zu landesweiter Berühmtheit haben es aber nur wenige Bands (AQM und Armando Flores) gebracht. Gleiches gilt für andere Bereiche der Popmusik wie Latin Pop (einzige berühmte Band: Los Caligaris) und Electro-Pop / Britpop (Enhola und Sniff haben landesweit Kultstatus). De Boca en Boca, eine Ethno-Pop-, Worldmusic- und A-cappella-Vokalband, sind allerdings in ganz Lateinamerika mit ihrer Mixtur aus Gesängen verschiedener indigenen Kulturen der Welt in einem modernen Gewand bekannt.
Die Elektronische Tanzmusik hat in Córdoba seit Ende der 1980er Jahre eine Szene, die besonders nach 1995 zu einer Massenbewegung geworden ist. Einige DJs aus Córdoba sind inzwischen landesweit bekannt (z.B. Simbad Segui, Cristobal Paz, Magda und Andrés Oddone). Es gibt mehrere Bands, die experimentelle elektronische Musik machen, die bekanntesten sind Zort, die bereits mehrmals auf Europa-Tournee waren und im Underground einen besonderen Kultstatus genießen.
 Bauwerke Im Volksmund ist Córdoba wegen der vielen Kirchen der Dominikaner und Franziskaner als "ciudad de las campanas" (Glocken-Stadt) bekannt, aber auch aufgrund der zahlreichen Universitäten und Lehr-Institute, die sich in der Stadt befinden, als "La Docta" (Die Gelehrte).
Viele der sehenswerten Bauten aus der Kolonialzeit befinden sich in der Umgebung der zentralen Plaza San Martín. An dieser Plaza ändern alle Straßen auch ihren Namen.
An der Plaza selbst liegt die 1782 erbaute Kathedrale(Iglesia Catedral), deren Inneres 1914 vom Künstler Emilio Carraffa neu gestaltet wurde. Direkt neben der Kathedrale liegt der Cabildo, der in der Zeit zwischen 1610 und 1784 erbaut wurde. Heute beherbergt er ein Museum mit wechselnden Ausstellungen.
Etwas abseits der Plaza liegt das Kloster Santa Teresa, ein sehenswerter rosafarbener Bau. Die Kirche stammt von 1717, die anderen Teile wurden später hinzugefügt. Heute beherbergt es das Museum Religiöser Kunst Juan de Tejeda. Einer der prächtigsten Bauten der Jahrhundertwende ist der Bau des Banco Provincia de Córdoba, erbaut 1889.
100 m südlich der Plaza San Martín befindet sich die Manzana de los Jesuitas , der Block der Jesuiten mit mehreren Bauten aus Kolonial- und Nachkolonialzeit, unter anderem der ältesten noch erhaltenen Kirche Argentiniens, die Compañía de Jesús von 1671. Er wurde 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.
Das Regierungsviertel um den Kanal La Cañada beherbergt zahlreiche öffentliche Gebäude, von denen einige sehenswert sind. Das größte ist der Palacio de Justicia (Justizpalast), ein prächtiger neuklassizistischer Monumentalbau von 1936. Eine sehenswerte Kirche der Gegend ist die Basilika Santo Domingo, erbaut 1861. Im Inneren werden englische Fahnen aus der Zeit der Invasion 1806 ausgestellt.
Die wohl schönste Plaza Córdobas ist der schon 1785 erbaute, 1957 renovierte Paseo Sobremonte, ein runder, etwas vertiefter Platz mit Springbrunnen in der unmittelbaren Umgebung des Justizpalastes.
Das Stadtviertel Nueva Córdoba stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist heute wegen seiner Nähe zum Campus der Universidad Nacional de Córdoba das bedeutendste Studentenviertel der Stadt. In diesem Gebiet findet sich die neogotische Kirche Sagrado Corazón, erbaut 1929 von den Kapuzinern. Ein sehenswertes Schloss ist der Palacio Ferreyra nahe der Plaza España, einem modernen, verkehrsreichen runden Platz, der im rationalistischen Design gestaltet wurde.
Im selben Stadtviertel, aber in der Nähe der Cañada liegt auch der Paseo de las Artes, ein alter Sozialwohnungskomplex im neokolonialen Stil, der heute mehrere Galerien, Antiquitätenläden und einen ausgedehnten Kunsthandwerkermarkt beherbergt.
Im Stadtviertel Alberdi etwa 1 km westlich des Zentrums stehen ebenfalls einige sehenswerte Bauten: die Iglesia María Auxiliadora, eine monumentale, weithin sichtbare Kirche im neoromanischen Stil, und die Casa Emiliani, ein interessanter Bau im Stil des Art Nouveau.
In den alten Vierteln San Vicente (östlich des Busbahnhofes) und General Paz (nördlich des Busbahnhofes) gibt es mehrere traditionelle Bauten aus der Zeit der Jahrhundertwende 1900. Die meisten von ihnen sind heute private Residenzen.
 Parks und Grünanlagen Córdobas zentralster und bei der Bevölkerung beliebtester Park ist der Parque Sarmiento östlich des Stadtviertels Nueva Córdoba. Er umfasst etwa sechs Quadratkilometer und hat unter anderem einen Rosengarten, Zoo, Sportanlagen und den Vergnügungspark Super Park integriert. Mitten im Park gibt es außerdem einen künstlichen See mit zwei Inseln, südlich davon steht der große Kulturkomplex Ciudad de las Artes. Der Park ist an Wochenenden bei schönem Wetter oft von wahren Menschenmassen überfüllt. Westlich schließt direkt der ebenfalls parkähnlich gestaltete Campus der Universidad Nacional de Córdoba, die Ciudad Universitaria, an.
Ein weiterer Park im Zentrum ist der kleine Parque Las Heras, er liegt am Río Suquía, nördlich des Zentrums und in einem der bekanntesten Nachtlebenvierteln der Stadt, dem sogenannten Ex Mercado de Abasto (benannt nach einem bis Mitte der 1990er Jahre hier betriebenen Markt). Auf dem Park findet an Wochenenden ein Kunsthandwerkermarkt statt, und in der Umgebung gibt es seit 2006 einen größeren Vergnügungspark. Die Umgebung am Fluss ist nach Westen hin ebenfalls zum Teil parkähnlich gestaltet. Nach Osten hin schließt der kleine Parque General Paz im gleichen Stadtviertel an, in dem das Industriemuseum steht.
Im Süden der Stadt befindet sich am Bach La Cañada der Parque de la Vida in einer hügeligen und reizvollen Gegend. Auch er beinhaltet Sportanlagen und Erholungsgebiete mit Stellen zum Grillen. Der Park ist allerdings seit der Wirtschaftskrise 2002 etwas heruntergekommen.
Im Westen der Stadt befindet sich der Parque San Martín, der auch Parque del Oeste (Westpark) genannt wird. Er ist der größte und naturbelassenste Park der Stadt (ca. 15 Quadratkilometer). Ein Großteil des Parks steht seit 2003, als er von einigen Elendsvierteln "bereinigt" wurde, unter Naturschutz, ein weiterer großer Teil ist Weideland, jedoch wird der Park von meist privaten, eingezäunten Stadtvierteln umschlossen. Des weiteren gibt es einen Campingplatz, ein Messegelände (Predio Feriar), das Zentrum für moderne Kunst Chateau Carreras und daneben das gleichnamige Fußballstadion, das direkt am Río Suquía liegt. Daneben liegt eine Nachtlebenmeile mit mehreren Großraumdiskotheken. Nahe des Chateau Carreras liegt auch der Botanische Garten in unmittelbarer Nähe des Río Suquía.
 Bevölkerung Die Einwohner der Stadt sind zum größten Teil Nachkommen von Einwanderern. Die Ureinwohner der Region, die Comechingones und Sanavirones, wurden dagegen schon im frühen 19.Jahrhundert von den Spaniern und danach von den Argentiniern deportiert und nahezu ausgerottet. Heute rechnen sich in Stadt und Umgebung etwa 2% der Einwohner dieser Bevölkerungsgruppe zu (Quelle: Sonderzensus des INDEC, 2004).
In der ersten Einwanderungswelle Ende des 19. Jahrhunderts kamen insbesondere Italiener, Spanier und Deutsche sowie Menschen aus dem arabischen Kulturraum, die sogenannten Turcos. Dies bedeutet wörtlich zwar Türken, die meisten von ihnen sind jedoch Nachkommen von Syrern und Libanesen. Die zweite Einwanderungswelle im 20. Jahrhundert, die bis heute anhält, brachte der Stadt einen großen Zustrom von Bolivianern und Peruanern, die heute gemeinsam etwa 10% der Bevölkerung ausmachen. Es gibt jedoch auch einen hohen Anteil Binnenwanderer aus dem Norden und Nordosten Argentiniens, von denen viele indianischer Abstammung sind. Eine weitere signifikante Binnenwanderergruppe sind Studenten aus dem Landesinneren, die sich nach ihrem Studium in den Universitäten der Stadt dauerhaft dort niederlassen.
 Wirtschaftszweige Seit den 1930er Jahren hat sich in Cordoba eine vielfältige Industrie angesiedelt. Die größten Zweige sind der Automobilbau (Renault, VW, Fiat), der Eisenbahnbau (Materfer) und der Flugzeugbau (Fabrica Militar de Aviones, inzwischen aufgeteilt zwischen Staat und der Firma Lockheed Martin). Zudem gibt es Textil-, Schwer-, Zement- und Gummiindustrie, sowie etwas Chemie- und Agroindustrie. In den 90er Jahren bekam wegen der neoliberalen Politik vor allem der Dienstleistungssektor Zulauf, die Bedeutung der Industrie sank etwas ab.
Cordoba gilt seit Ende des 19. Jahrhunderts als das Technologiezentrum Argentiniens. So liegt hier die argentinische Raumfahrtbehörde (Centro Espacial Teofilo Tabanera) im Vorort Falda del Cañete, wo Satelliten gebaut werden. Die Softwareindustrie (Motorola-Entwicklungszentrum, seit 2006 Intel) sowie die Elektronikindustrie sind vor allem wegen günstiger Exportbedingungen durch die Abwertung 2002 auf dem Vormarsch und wenden sich zunehmend auch dem Export zu. Seit 2006 wird in unmittelbarer Umgebung des Flughafens ein Technologiepark errichtet, der laut Plänen der Stadtregierung zum "argentinischen Silicon Valley" werden soll. Besonders wegen der vielen Universitäten gibt es eine große Anzahl von Startup-Unternehmen mit oft nur wenigen Mitarbeitern, die von Studenten oder ehemaligen Studenten gegründet werden. Die meisten von ihnen arbeiten im Software-, Design- und Medienbereich.
 Wirtschaftliche Situation Im innerargentinischen Vergleich gilt Córdoba als relativ wohlhabende Stadt. Der Durchschnittslohn liegt allerdings ebenso wie die Lebensunterhaltungskosten etwas unter dem Landesdurchschnitt und deutlich unter den entsprechenden Werten aus Buenos Aires. Dafür sind die sozialen Indikatoren wie die Arbeitslosigkeit (9,3 %, 4. Quartal 2005) und die Armutsrate positiver als die Werte der Hauptstadt, was auf eine günstigere Verteilung des Volkseinkommens hindeutet.
Das Stadtgebiet wird oft in verschiedene Zonen eingeteilt, die die sozio-ökonomische Lage der Stadtviertel darstellen. Am wohlhabendsten ist der Nordwesten, gleichzeitig die landschaftlich und klimatisch attraktivste Gegend, gefolgt vom Zentrum, dem Südosten, dem Südwesten und dem Nordosten als ärmster Gegend der Stadt. Problematisch ist hier vor allem die Lage des Nordostens am in dieser Gegend stark verschmutzten Río Suquía, was z.T. zu Problemen bei der Qualität des Trinkwassers führt und die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt.
 Wohnsituation Insgesamt hat Córdoba für eine Großstadt eine relativ niedrige Bevölkerungsdichte. Dies liegt daran, das in der Vergangenheit unkontrolliert an der Peripherie ständig neue Baugründe erschlossen wurden und dabei weite ungenutzte Flächen in relativ zentralen Teilen der Stadt übrigblieben. Erst seit wenigen Jahren wird mit gezielten Urbanisierungsplänen versucht, dieser Tendenz entgegenzuwirken, da die Zersiedlung zu hohen Kosten für die Infrastruktur führt.
Wie viele andere südamerikanische Städte hat auch Córdoba zahlreiche Elendsviertel, die meist auf informeller Basis, also durch illegale Landnahme, entstanden. Etwa 8 % der Stadtbevölkerung wohnten laut INDEC 2001 in einer dieser Siedlungen, in Argentinien Villa Miseria genannt. Das größte Elendsviertel Villa La Tela liegt im Südwesten der Stadt und hat mit etwa 15.000 Einwohnern eine der höchsten Einwohnerzahlen aller argentinischen Elendsviertel überhaupt.
Die Wohnsituation hat sich in den letzten Jahren allerdings wegen einer vielfältigen Bautätigkeit sowohl seitens des Staates wie seitens von unabhängigen Kooperativen verbessert, seit 2002 geht die Zahl der Bewohner der Elendsviertel zurück. Polemiken blieben jedoch bei den sozialen Bauprogrammen nicht aus, besonders das von der Provinzregierung und der Interamerikanischen Entwicklungsbank finanzierte Programm Nuevos Barrios - Mi Casa, Mi Vida (seit 2001) war Ziel teils heftiger Kritik. Zum einen wurde bemängelt, dass die neu gebauten Viertel extrem weit außerhalb des Stadtzentrums angelegt wurden und die zu den untersten sozialen Schichten gehörenden Bewohner daher weite Wege zu ihren Arbeitsplätzen zurücklegen mussten. Zum anderen wurde die Monumentalität des Projektes, in denen wenige großflächige neue Stadtviertel angelegt wurden, als nicht mehr zeitgemäß betrachtet, da so nach Meinung vieler Experten die Bildung von ghettoartigen Gesellschaften und deren Ausgrenzung durch den Rest der Stadtbevölkerung favorisiert wird. Einen Hinweis auf den Wahrheitsgehalt dieser Kritik lieferte im Jahr 2005 ein regelrechter Volksaufstand im Mittelklasseviertel Matienzo, wo tausende Anwohner mit Straßenblockaden wochenlang gegen die Ansiedlung eines dieser neuen Viertel in seiner unmittelbaren Umgebung protestierten.
Die Bautätigkeit hat aber auch in den wohlhabenderen Gebieten der Stadt Folgen. So ist das Viertel Nueva Córdoba südlich des Zentrums, das früher eine regelrechte Altstadt war, seit den 1990er Jahren zu einem Boomviertel mit vielen Hochhäusern und hohen Quadratmeterpreisen geworden. Auch in weiter außerhalb gelegenen Vierteln werden immer mehr Wohnblocks und Hochhauskomplexe gebaut. Dabei werden jedoch bei den Wolkenkratzern bei weitem nicht die Höhen wie etwa in den USA erreicht; das höchste Bauwerk, die Torre Ángela, misst nur 110 Meter, soll allerdings bald von neueren Projekten überholt werden.
 Kriminalität Die Kriminalitätsrate in Córdoba ist im Vergleich zu Buenos Aires und Rosario relativ niedrig. Es kommen beispielsweise etwa acht Morde auf 100.000 Einwohner (2002), während es im Ballungsraum Gran Buenos Aires und in Rosario etwa 15 sind. Dennoch sind etwa 40% der Stadtbevölkerung nach eigenen Angaben in den letzten Jahren Opfer von kriminellen Delikten geworden.
Fußball Die populärste Sportart in Córdoba ist Fußball. Er wird außer auf den offiziellen Sportplätzen auf einer unzählbaren Anzahl von Bolzplätzen und auf der Straße gespielt.
Es gibt fünf Profi-Vereine, die jeweils aus anderen Stadtvierteln stammen und demnach eine bestimmte sozio-ökonomische Schicht repräsentieren. Aktuell befindet sich allerdings nur einer von ihnen, Instituto de Córdoba ("La Gloria") aus dem Künstlerviertel Alta Córdoba, in der ersten Liga Primera División. Belgrano ("Los Piratas") aus dem Arbeiterviertel Alberdi und Talleres ("Los Tallarines") aus dem von der Mittelschicht geprägten Barrio Jardín gelten als Erzrivalen in der Stadt. Sie befinden sich zur Zeit in der zweiten Liga, Talleres kann aber als internationalen Erfolg den Gewinn der Copa Conmebol 1999 aufweisen. In der dritten Liga, dem Torneo Argentino A, findet sich der etwas weniger bekannte Verein Racing de Nueva Italia, dessen Fans mit Instituto rivalisieren. Ebenfalls in dieser Liga befindet sich mit General Paz Juniors die einzige Profimannschaft der Stadt aus einem Viertel der Oberschicht.
Das größte Fußballstadion ist das Chateau Carreras im Parque San Martín, das auch Olympiastadion genannt wird, obwohl in ganz Argentinien bisher noch nie olympische Sommerspiele stattgefunden haben. Weiterhin bedeutend sind die Stadien von Instituto in Alta Córdoba und das von Belgrano in Alberdi. Die Boutique, das Stadion von Talleres in Barrio Jardín wird wegen seiner niedrigen Kapazität und Sicherheitsmängeln nur zeitweise genutzt.
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