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Die Stadt Die Hansestadt Rostock ist eine kreisfreie Stadt im Norden Deutschlands. Sie wurde spätestens 1218 gegründet und befindet sich am Unterlauf und der Mündung der Warnow, wo der schmale Fluss sich 12-15 km vor Mündung ins Meer verbreitert. Die Kyzziner, welche zum slavischen Stammesverband der Wilzen gehörten und bereits um 600 dort Siedlungen gehabt haben müssen, nannten in ihrer Sprache dieses Auseinanderfließen roztoc und gaben der Stadt somit ihren Namen. Rostock ist heute die größte Stadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und hat nahezu eine Viertelmillion Einwohner. Rostock ist nach Kiel und Lübeck auch die größte Hafenstadt an der deutschen Ostseeküste. Kulturell wie auch wirtschaftlich gilt sie als die wichtigste Stadt im Land. Sehr geprägt ist sie durch die Lage an der Ostsee, den Hafen, die Hanse und deren Backsteingotik, sowie die Universität Rostock, die schon 1419 gegründet wurde und so zu den ältesten Nordeuropas zählt. Rostock liegt im Landesteil Mecklenburg und gehörte noch bis 1934 zum Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Die Stadt ist eines der vier Oberzentren des Landes. Wirtschaftlich dominiert neben Schiffbau und Schifffahrt sowie dem Tourismus und Servicesektor deutlich die Universität als größter Arbeitgeber der Stadt.
 Geografie Rostock liegt ziemlich genau in der nördlichen Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits des Unterlaufs der Warnow, die als Unterwarnow vom Rostocker Stadtzentrum bis zur etwa 12 Kilometer entfernten Küste schiffbar ist. Vor der Mündung in die Ostsee beim Ortsteil Warnemünde weitet sich die Unterwarnow in Richtung Osten zum Breitling aus. Hier befindet sich der Rostocker Seehafen. Der Südosten und das westliche Warnowufer sind dicht besiedelt, während der Nordosten durch ländliche Ortsteile und den ca. 6.000 Hektar großen Küstenwald Rostocker Heide geprägt wird.
Die Geografie der Altstadt, aber auch die der Gegend um Warnemünde haben sich im Laufe der Zeit sichtbar verändert. Wo heute Am Strande eine Hauptverkehrsstraße verläuft war früher wirklich Strand und lange Brücken führten in das schiffbare Wasser. Um die Stadt verlief außerdem lange ein Wassergraben zum Schutz, der – nutzlos geworden – im Zuge der Entfestigung und dem Ausbau des Stadthafens korrigiert wurde. Auf alten Fotos und Abbildungen sind noch die Brücke vor dem Petritor und die vor dem Kröpeliner Tor zu sehen, die heute nicht mehr existieren. Dabei wurde neben dem Fischer-Hafen der Haedge-Hafen mit dem Kohlenkai – heute Haedge-Halbinsel – gebaut.
Darüber hinaus ist auch der Abfluss der Warnow in Warnemünde verändert worden. War es früher der Alte Strom, ist es heute der Neue Strom, der auch deutlich ausgebaut worden ist. Auch der Breitling wurde mit der Anlage großer Hafenbecken verändert.
 Geschichte Die Geschichte um die Gründung Rostocks ist gleichzeitig die Geschichte um die Gründung des mecklenburgischen Herrschergeschlechts. Beides geht miteinander einher und bedingt einander. Schon lang vor der eigentlichen Gründung der Stadt Rostock siedeln Stämme, bereits seit ca. 600 die zu dem sagenhaften Volk der Wilzen gehörenden Kyzziner, dann so genannte Wenden in dem Gebiet um die Warnow. Konkrete schriftliche Belege, welche Siedlung und Befestigung wo existierte sind allerdings bis in das 12. Jahrhundert hinein denkbar unklar. Als Quellen dienen Chroniken der Slawen, aber auch die isländische Knýtlinga-Saga, in der von der Landung Knuts des Großen (994/995-1035) bei Raudstokk berichtet wird. In der Zeit der Stadtgründung finden Auseinandersetzungen vor allem zwischen dem Reich der Sachsen und dem der Abodriten statt, auch die Dänen sind in diesen Konflikt stark involviert. 1159 -1185 finden so regelmäßig Flottenzüge des dänischen Königs Waldemar I., dem Sohn Knud Lavards (1096-1131), gegen die Wenden statt, welche die süddänischen Inseln bedrohen. Als erster wirkliche Beleg Rostocks gilt aber der Bericht des Saxo Grammaticus in dessen 16bändiger Geschichte Dänemarks, den Taten der Dänen (gesta danorum). 1160 nämlich führen der dänische König Waldemar I. und der Herzog von Sachsen Heinrich der Löwe, einer der mächtigsten Fürsten des Reiches, gemeinsam einen Kreuzzug gegen die Abodriten. Niklot, der nach der Ermordung Knuts IV. Fürst der Abodriten wird, versucht Heinrich den Löwen während dieses Kreuzzuges zu schlagen, fällt aber wenige Kilometer südlich von Rostock bei der Burg Werle. Dessen Söhne Pribislaw und Wertislaw werden aus dem Abodritenland vertrieben. 1161, so berichtet Saxo Grammaticus weiter, zerstören dann die mit den Sachsen verbündeten Dänen unter Waldemar I. die slawische Fürstenburg Rostock (urbs roztoc). Allerdings unterwirft sich Pribislaw nach einigen Auseinandersetzungen 1167 Heinrich dem Löwen und wird darauf von ihm mit Westmecklenburg belehnt, einem großen Teil des damaligen Reiches der Abodriten, allerdings ohne die erst 1160 eingerichtete Grafschaft Schwerin. Nach einer gemeinsamen Pilgerfahrt 1172 nach Jerusalem von Heinrich und Pribislaw vermählt Heinrich eine seiner Töchter mit Pribislaws Sohn, Borwin I. (1178-1227). Während Pribislaw also seine Herrschaft durch ein hohes Maß an Weitsicht sichert, entwickelt sich aber später zwischen seinem Sohn Borwin I. und Nikolaus, dem Sohn Wertislaws, ein offener Krieg um die Herrschaftsnachfolge, die bis zum offenen Krieg führt. Ein Siegel aus dieser Zeit zeigt Nikolaus als Fürsten von Rostock (nicolaus de roztoc), als reitenden Krieger mit Schwert.
Nachdem 1160/61 die Fürstenburg Rostock zerstört worden war, wurde die Siedlung mit einem Handelswik wieder aufgebaut. Noch im 12. Jahrhundert hatten sich Handwerker und Kaufleute dort niedergelassen, darunter Holsteiner, Sachsen, Westfalen, Dänen und Slawen. Ein früher Beleg ist 1189 die Existenz einer Burg, eines Marktes und einer St.Clemens-Kirche mit deutschem Priester. Um 1200, als die Siedlung in den Warnowniederungen zu klein geworden war, wurde auf einer Anhöhe auf der benachbarten, gegenüberliegenden Seite der Warnow, Rostocks ältester Stadtkern neu und nach Lübischem Vorbild gegründet. Der Alte Markt entstand damals um die Petrikirche herum und so existierten zwei erste Rostocker Siedlungen nebeneinander. Außerdem gründeten 1195 wahrscheinlich Friesen auch schon das Fischerdorf Warnemünde, das aber bis in das 19. Jahrhundert politisch und wirtschaftlich im Schatten Rostocks bleibt. Rostock selbst dagegen wird schnell zum eigentlichen Kernstück Mecklenburgs. 1214 ringt Waldemar II. Kaiser Friedrich II. die Lehnshoheit über das Land ab. 1218 dann ist die Siedlung um die Petrikirche erstmals schriftlich bezeugt: In einer ersten überlieferten Urkunde vom 24. Juni 1218 bestätigt Heinrich Borwin I., der ›Fürst von Mecklenburg und Herr über Rostock‹, das Lübische Stadtrecht. Darum gilt dieses Datum, nicht zufällig der in der katholischen Kirche so wichtige Johannistag, heute auch als der eigentliche Geburtstag der Stadt. Trotzdem ist das Dokument keine Geburtsurkunde, da diese längst nach dem Vorbild der 1143 gegründeten Stadt Lübeck existierte. 1227 endet die dänische Lehnshoheit mit dem Tod von Heinrich Borwin II. infolge der Schlacht bei Bornhöved. 1229 dann wird nach der mecklenburgischen Hauptlandesteilung zwischen Borwin III. und dessen Brüdern, dieser Territorialherr über das Land: Heinrich Borwin III. erhält Rostock als das Kernstück, das alte Land Kessin, den Landstreifen der Ostseeküste von Fulgen bis zum Ribnitzer Bodden, inklusive der mündenden Recknitz. Darauf bilden sich die beiden weiteren Teilstädte in Rostock. In der Mittelstadt am Neuen Markt wird 1230 mit dem ersten Bau der Marienkirche begonnen, wo 1232 die zweite Siedlung (später Mittelstadt) bezeugt ist, von 1252 existiert dann ein erster Beleg der Neustadt um die heute zerstörte Jakobikirche.
Der Beginn der Entwicklung Rostocks zur Hansestadt beginnt am Tiefpunkt des staufischen Kaisertums mit dem Tode Friedrichs II. 1250 und der kurzen Regierungszeit Konrads IV., der ein Interregnum folgt. Die Reichsgewalt scheint in dieser Zeit gebrochen zu sein. Es erstarkten Städte und Territorien. So entsteht das erste Rostocker Stadtbuch genau in der Zeit des Interregnums (1254-1273). 1251 erhält Rostock vom dänischen König Abel die gleichen Handelsprivilegien wie zuvor schon Lübeck und 1252, die dritte Rostocker Teilstadt ist wahrscheinlich schon gegründet, wird die Stadtrechtbestätigung von 1218 wiederholt, in der nun auch die Zollfreiheit in der Herrschaft Rostock bestätigt wird, was die Grundlage bildet für die städtische Machtstellung. Die findet Ausdruck im Kauf der Rostocker Heide (1252) für 450 M Pf., von Borwin II. Das Waldgebiet sicherte der Stadt über Jahrhunderte Holzprodukte, Bauholz, Wild, etc.
Als sich 1257 die Ratsherren der Städte Lübeck, Rostock und Wismar über wirtschaftliche und politische Fragen beraten, besteht Rostock noch aus diesen drei voneinander getrennten Teilstädten, die sich erst 1265 vereinigen. 1262 entscheidet Fürst Borwin III. darüber zusammen mit seinen Söhnen (bestimmt am 18. Juni 1262; vollzogen am 29. Juni 1265). Darauf wird der Neue Markt zum Zentrum der Stadt und zum Schutz eine Stadtmauer gebaut, die ca. 1 km² umschließt, ein Gebiet, das bis in das 19. Jahrhundert nicht nach Außen wächst. In seiner größten Ausdehnung hatte diese Stadtmauer eine Höhe von sieben Metern und war bis zu einem Meter breit. In drei Meter konnten im Bedarfsfall hölzerne Wehrgänge angelegt werden. Dazu erhält Rostock Stadttore, von denen noch heute das Kröpeliner Tor und das Steintor, welches das Kuhtor früh als Hauptportal der Stadt ablöste, existieren. Trotzdem gilt das Kuhtor heute als das älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. Am Neuen Markt entsteht nach 1265 außerdem auch das Rathaus. Erst werden zwei Wohnhäuser zu diesem Zweck verbunden, dem bald ein drittes hinzugefügt wird. Vor diese wird eine gotische Schauwand mit sieben Türmen gebaut, sowie bis 1500 eine Prachtfassade mit Laubengang angefügt, die heute nicht mehr besteht. Eine Abbildung davon findet sich lediglich noch auf der Vicke-Schorler-Rolle.
Die Schwester von Borwin III., Königin von Dänemark Margarete Sprenghest gründet 1270 auch das Zisterzienserkloster, nach einer Überlieferung zum Dank weil sie vor Rostock Schiffbruch erlitt und gerettet wurde. Auf Bestrebungen Rostocks wurde das Kloster innerhalb der Mauern der Stadt gegründet, um die Entstehung einer weiteren Teilstadt mglw. um die Hundsburg und so mgl. Auseinandersetzungen in der Zukunft zu vermeiden. 1277 endet dann die Herrschaft Borwins III., der schon zuvor mithilfe seiner Söhne Johann und Waldemar regierte; bereits 1266 ließ er seine Angelegenheiten in Rostock von Waldemar verwalten. Die Stadt versuchte in der Zeit ständig, durch eher sanfte Gewalt, den Fürsten aus der dominierenden Funktion zu vertreiben, was diese nicht wirklich zu verhindern wussten. So entstand in dieser Zeit eine wachsende Selbstständigkeit der Stadt.
Die hanseatische Tradition der Stadt ist bis heute deutlich spürbar. In bewusster Anlehnung daran trägt Rostock seit 1990 auch wieder den Titel Hansestadt. Definitiv begonnen hat sie damit, als sich Ende des 13. Jahrhunderts Rostock gemeinsam mit Wismar, Greifswald, und Stralsund der Hanse anschließt. Zwanzig Jahre später, 1323, wird von Rostock das kleine Fischerdorf Warnemünde den Dänen abgekauft. Obwohl Warnemünde lange eine Rostocker Exklave bleibt, kann sich die Stadt so den freien Zugang zur Ostsee sichern. Die Macht und der Einfluss nehmen in der Folgezeit immer mehr zu. 1325 erwirbt die Stadt mit dem Münzrecht das Recht, eine eigene Münze, die Mark Rostocker Pfennige, zu prägen. Darüber hinaus erwirbt Rostock 1358 die volle Gerichtsbarkeit. So wird Rostock zu einem der bedeutendsten Mitglieder der Hanse, der Hafen ist längst der wichtigste des Landes. Zeichen der Bedeutung der Stadt ist vor allem, dass 1419 mit der Universität Rostock eine der ältesten Universitäten Nordeuropas gegründet wird. Von Papst Martin V. wird die Gründung einer theologischen Fakultät aber noch untersagt. 1472 wird außerdem die Astronomische Uhr für die Marienkirche vom Uhrenmacher Hans Düringer fertiggestellt. Auch wird schon 1476 eine erste Buchdruckerei gegründet.
War Rostock auch bis zum letzten Hansetag 1669 Mitglied der Hanse, begann mit dem Erstarken der landesfürstlichen Macht über die Städte auch ihr Ende. An Rostock ist das sehr deutlich zu sehen. 1484 erklärt Papst Innozenz VIII. die Jacobikirche in einer Bulle zum Domstift. Dass sich die Rostocker zunächst dagegen verwahren, führt zu einer von 1486 bis 1491 andauernden Domfehde, nach der die Schweriner Herzöge Buße fordern, höhere Abgaben verlangen, sowie Soldaten für das mecklenburgische Heer. Darüber hinaus wird Rostock vom Bischof von Ratzeburg 1487 mit dem Kirchenbann belegt, was bedeutet, dass die Universität die Stadt verlassen muss. Erst 1488 erlaubt der Papst die Rückkehr.
Nachdem um 1520 die reformatorischen Lehren Martin Luthers nach Rostock kommen, setzt sich die Reformation relativ schnell durch. Schon im April 1531 entscheidet der Rat der Stadt über die Verbindlichkeit der reformatorischen Lehre in Gottesdiensten.
1565 kommt es zu weiteren Auseinandersetzungen mit Schwerin, die weitgehende Folgen haben. Unter anderem geht es dabei um die Einführung einer Bieraktie zugunsten der Herzöge. Johann Albrecht I. zieht mit 500 Reitern, nachdem Rostock ihm den formalen Huldigungseid verweigert, durch das Steintor in die Stadt und lässt 1566 das Steintor, den Teil der Stadtmauer bis zum Kuhtor und den ›Turm auf dem Rammelsberg‹, den Vorgänger des heutigen Lagebuschturms, schleifen, um unter anderem aus diesen Steinen eine Festung im heutigen Rosengarten zu bauen. Wahrscheinlich aber auch, um die Stadt während seiner Abwesenheit zu kontrollieren und sie trotzdem ständig betreten zu können. Erst der Erste Rostocker Erbvertrag vom 21. September 1573, in dem den Landesfürsten die Erbherrschaft über die Stadt für Jahrhunderte garantiert wird, Rostock sich also auf lange Zeit bindet, und sie außerdem als höchste Richter anerkannt werden, beendet den Konflikt. Die Bürger schleifen im folgenden Frühjahr die Festung. Von 1575 bis 1577 erfolgt dann der Wiederaufbau der Mauer, sowie des Lagebuschturms und des Steintors im Stil der niederländischen Renaissance. Die Inschrift sit intra te concordia et publica felicitas, die noch heute auf dem Tor zu lesen ist, bezieht sich direkt auf den Konflikt mit dem Herzog.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), der das endgültige Ende der Hanse herbeiführte, litt Rostock stark unter den ständig wechselnden Besetzungen und Plünderungen.
Nachdem die Schweden ab 1623 am Alten Strom in Warnemünde, zu der Zeit noch der Abfluss der Warnow in die Ostsee, Zoll erhob und so der Handel im Hafen für Jahrzehnte unterdrückt wurde, kam es ab 1624 zur Auffestung der Stadt, wie auch auf der Karte zu sehen ist. Jedoch wurde sie 1627 von Truppen des Kaisers besetzt, von denen sie sich aber Ende des Jahres wieder loskaufte.
1628 erhielt Wallenstein von Kaiser Ferdinand II. nach der Absetzung der beiden Herzöge im Januar als Kriegsentschädigung die herzögliche Würde über das Herzogtum Mecklenburg und das Bistum Schwerin, sowie den Titel ›General des Baltischen und ozeanischen Meeres‹.[1] Im selben Jahr ließ er im eigenen Interesse eine Befestigungsanlage errichten, um darauf die Eroberung Pommerns zu unternehmen, was während der viermonatigen Belagerung Stralsunds allerdings scheiterte. Seine Herrschaft endete 1631, nachdem die Truppen des Kaisers vor den Schweden kapitulierten und die ›Schwedenzeit‹ begann.
Erst Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1648, zogen sich die Schweden auch aus Warnemünde zurück, bezogen aber weiterhin den ›Schwedenzoll‹. Spätestens mit dem Brand am 11. August 1677, der ein Drittel der Stadt vernichtete, also etwa 700 Häuser, geriet Rostock völlig in die politische und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Auch die Einwohnerzahl sank so in der Zeit von 1594 bis 1677 von 14.800 auf 5.000 ab.
Erst das 19. Jahrhundert bringt mit der unfassenden Industrialisierung der Stadt einen neuen Reichtum, was sich in vielen Gebäuden und Anlagen dieser Zeit deutlich zeigt. Um 1830 beginnen die Rostocker, auch außerhalb der Stadtmauergrenzen zu bauen. Villen- und Arbeiterviertel entstehen. 1832 werden Teile der Befestigung abgerissen, die unnötig geworden sind und eine Gartenanlage wird am Steintor angelegt. 1852 wird der erste deutsche Schraubendampfer fertiggestellt und 1870 erhält die Universität ihr heutiges Hauptgebäude. Gegen Ende des Jahrhunderts, 1891, wird die ›Neptun Schiffswerft und Maschinenfabrik AG‹ als der erste industrielle Großbetrieb Mecklenburgs gegründet. Hat die Stadt 1890 noch um die 44.000 Einwohner, sind es 1939 über 121.000. Das Zwanzigste Jahrhundert bring dann schließlich für Rostock die wahrscheinlich offensichtlichsten Veränderungen. Mit den Flugzeugwerken von Ernst Heinkel wird Rostock endgültig zur modernen Industriestadt. Ab 1933 werden die Werke erweitert, neue Produktionsstätten im Stadtteil Marienehe entstehen und Rostock wird zu einem Schwerpunkt der Rüstungsindustrie des Dritten Reiches ausgebaut. Was nicht nur zur Folge hat, dass Zwangsarbeiter von Heinkel beschäftigt werden, sondern auch, dass die Stadt zu einem wichtigen Angriffsziel der Alliierten im Zweiten Weltkrieg wird. 1942 bombardiert die Royal Air Force frühzeitig die Werke der Firmen Heinkel und Arado. Eine U-Boot Werft und zwei Flugzeugfabriken können so zerschlagen werden. Bomben zerstören Rostock und Warnemünde dabei zu 40 Prozent.
Die Bilanz am Ende des Krieges ist für Rostock erschreckend: Von einmal 10535 Wohnhäusern in der Stadt sind 2611 vollständig zerstört, weitere 6735 beschädigt. Zerstört durch die Bombardements 1942 wurden unter anderem das Amtsgericht, die Jakobikirche, das Kuhtor, das Landratsamt, die Nikolaikirche, das Oberlandesgericht, die Petrikirche, das Petritor, das Post- und Telegrafenamt, das Stadttheater und das Steintor. Darüber hinaus zwei Kliniken, acht Schulen, sowie die Straßen und Versorgungssysteme. Am 1. Mai 1945 wird in Rostock der Zweite Weltkrieg durch die Rote Armee beendet. Es erfolgt der Wiederaufbau der zerstörten Stadt, während dem aber vieles nicht gerettet werden kann, manches nicht gerettet werden will. Von 1952 bis zur deutschen Wiedervereinigung ist Rostock Bezirksstadt des nördlichsten Bezirkes der DDR. In dieser Zeit wächst die Stadt weiter auf über 250.000 Einwohner. Große Plattenbausiedlungen entstehen in den neuen Randgebieten. Erst mit der Deutschen Wiedervereinigung erlebt die Stadt einen starken Bevölkerungsrückgang (z.Zt. ca. 198.500 Einwohner). Als historischer Tiefpunkt dieser Zeit kann der August 1992 gesehen werden, als es im Stadtteil Lichtenhagen zu ausländerfeindlichen Übergriffen kam, welche das Bild der Stadt noch Jahre danach prägten. Eine Antwort Rostocks darauf war vor allem die Initiative ›Bunt statt Braun‹. Trotz allem aber sind die Ereignisse aus diesen Tagen und vor allem die Rolle der Politik, durch die der Konflikt vermutlich erst eskalierte, noch immer nicht vollständig aufgeklärt. Bunt war ebenfalls die Internationale Gartenbauausstellung (IGA), die Rostock 2003 ausrichtete. Im selben Jahr wurde der Warnowtunnel eröffnet. Die gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 aber scheiterte bei der internationalen Vorauswahl durch das IOC am 18. Mai 2004.
 Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl der Stadt Rostock überschritt um das Jahr 1935 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1989 erreichte die Bevölkerungszahl mit etwa 254.000 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR verlor die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs fast 60.000 Menschen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung lag 2003 bei 43,5 Jahren. Ende 2005 lebten in Rostock laut Statistik-Heft der Hansestadt 197.218 Einwohner.
Münzwesen Wie die meisten anderen Städte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatte auch Rostock ein eigenes Münzwesen. Meist bestanden die geprägten Münzen aus Kupfer oder Silber. Geprägt wurden vor allem Schillinge (bis zur ersten Hälfte des 17.Jhd), Pfennige (ab der zweiten Hälfte des 17. Jhd.) und sogar Taler (um die Mitte des 17. Jhd). Die letzte Rostocker Münze wurde 1864 geprägt. Die Münzmeister der Pfennige hießen u.a. Johann Heinrich Berg (Münzmeister von 1750 bis 1776), Franz Heinrich Brand (Münzmeister von 1776 bis ca. 1794) und Benjamin Steinhorst (Münzmeister von ca. 1848 bis 1859).
Wappen Das heutige Wappen ist bereits seit 1367 als Siegelstempel nachweisbar. In einem Schild ist oben ein auf blauem Grund schreitender goldener Greif mit aufgeworfenem Schweif und aufgeschlagener roter Zunge - das herrschaftliche Zeichen der Rostocker Fürsten. Darunter Silber (bzw. Weiß) und Rot sind die Farben der Hanse. Die heutige Stadtflagge ist diesem Wappen nachempfunden. Der blaue Streifen nimmt dabei die hälfte der Flaggenhöhe ein. Der Greif ist zum Liek gewendet.
Im Laufe der Geschichte hat sich die Stadtflagge mehrmals verändert. In der heutigen Form wurde sie zuletzt in der Hauptsatzung von 1991 vom Rat der Stadt festgelegt. Der Greif ist ein typisches Wappentier für die wendische Region, mit Greifswald wurde selbst eine Stadt nach ihm benannt. Der Greif ist das Schutztier. Mit seinen Krallen hält es Feinde fern. Das Wappen ist in Rostock nicht nur auf Flaggen, Häusern und Haltestellen zu sehen, sondern auch auf Kanaldeckeln, Gartenzäunen, sowie an Schiffen und Restaurants.
Hafen Rostock hat nach Lübeck den zweitgrößten deutschen Ostseehafen, den Überseehafen. Seit Jahren die Nummer 1 im Passagierverkehr ist dieser Hafen Verkehrsknotenpunkt für Reisen nach Gedser/Dänemark, Trelleborg/Schweden, Ventspils/Lettland, Finnland, Estland und Russland. Nach Kriegsende wurde der in der Stadt befindliche, stark zerstörte Hafen in mehrjähriger Arbeit wieder instand gesetzt. Das Wirtschaftswachstum der DDR und der Aufbau einer großen staatlichen Handelsflotte erforderten den Bau eines neuen, leistungsfähigen Hochseehafens, der außerhalb der bebauten Stadt am Breitling 1960 in Betrieb genommen wurde. Dazu wurde in Warnemünde ein neuer Zugang zur Ostsee gebaggert. Um an die Bedürfnisse der DDR- und Ostblock-Wirtschaft angepasst zu sein, wurde der Überseehafen ständig aus- und umgebaut und erreichte 1989 mit über zwanzig Millionen Tonnen Umschlag – überwiegend Massenschüttgütern – sein bis dahin bestes Ergebnis. Mit der deutschen Einheit begann der mühevolle Weg, den ausschließlich auf DDR-Bedürfnisse ausgelegten Hafen so umzugestalten, dass er einen akzeptablen Platz im Ensemble der deutschen Häfen finden konnte. In den vergangenen 15 Jahren hat der Überseehafen sein Erscheinungsbild und sein Leistungsangebot deshalb stark verändert. Aufgrund des modernen Ölhafens, der Anlagen für den Getreide-, Kohle-, Düngemittel- und Zementumschlag, und des Terminals für den Export von Zucker, Holz, Schrott und Stückgütern ist er nach wie vor ein universaler Umschlagplatz.
Rostock ist aktuell der größte deutsche Kreuzfahrthafen, bedingt vor allem durch den guten Anschluss an den Raum Berlin als Touristenziel und das 2005 eröffnete moderne „Cruise Center“ in Warnemünde.
 Ansässige Unternehmen Die traditionellen Industrien des Schiffbaus und der Fischverarbeitung Rostocks verloren nach der Wiedervereinigung stark an Bedeutung, zahlreiche Beschäftigte verloren ihre Arbeit. Allerdings haben sich in Rostock Maschinenfabriken, Werften (Neptun-Werft, Aker Warnowwerft) und weitere Industriebetriebe (Nordex, Liebherr, Caterpillar) erhalten. Von überregionaler Bedeutung sind unter anderem die ortsansässigen Unternehmen Scandlines (Fährbetrieb) und die Deutsche Seereederei Rostock (DSR). Des Weiteren hat die Kreuzfahrtreederei AIDA-Cruises ihren Hauptsitz in Rostock. Ein ebenfalls überregional weit bekanntes Unternehmen ist die Rostocker Brauerei GmbH -Prost- , welche die mit der DLG-Gold-2006 ausgezeichneten Biersorte Rostocker Pilsener äußert erfolgreich braut und bundesweit vermarktet.
Heute gewinnt der Dienstleistungssektor in der Stadt zunehmend an Bedeutung. Besonders Callcenter (Telegate, Sixt, Bertelsmann, Hansenet und diverse kleinere Unternehmen) siedeln sich hier wegen der dialektarmen, hochdeutschen Sprache und des guten Angebots von Arbeitskräften an.
Größter Arbeitgeber der Stadt heute ist die Rostocker Universität, größter Arbeitgeber im Tourismusbereich ist AIDA Cruises mit ihrer AIDA Flotte.
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