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Deutschland - Regensburg



Die Stadt

Regensburg (engl. früher Ratisbon, frz. Ratisbonne, lat. früher Castra Regina, lat., span. und it. Ratisbona, poln. Ratyzbona, tschech. Øezno) ist eine kreisfreie Stadt im Osten Bayerns. Sie ist Hauptstadt und Sitz der Regierung der Oberpfalz sowie des Bezirks Oberpfalz und Sitz des Landrats des Landkreises Regensburg.

Gegenwärtig hat die Stadt 130.000 Einwohner mit Hauptwohnsitz und knapp 152.000 Einwohner als Wohnbevölkerung (vergleiche Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung) und steht damit nach München, Nürnberg und Augsburg an vierter Stelle unter den Großstädten des Freistaates.

Die Stadt ist Bischofssitz der römisch-katholischen Diözese Regensburg, hat drei Hochschulen (Universität, Fachhochschule, Hochschule für Kirchenmusik) und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Die nächsten Großstädte sind Nürnberg etwa 88 km nordwestlich und München etwa 103 km südwestlich von Regensburg.

Die Stadt ist stark von Industrie (Automotive, Elektrotechnik, Maschinenbau, Zucker) geprägt. Die Arbeitslosigkeit liegt, für eine Großstadt ungewöhnlich, seit einigen Jahren stetig unter dem bayerischen Landesdurchschnitt (Nov. 2005: 6,7 %). Mit 102 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten je 100 Einwohner hat Regensburg nach Frankfurt am Main die höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland.

Die Einwohnerzahl der Stadt Regensburg überschritt nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Am 26. Januar 2006 verlieh der Stadtrat von Regensburg dem Papst Benedikt XVI., dem ehemaligem Professor und jetzigen Honorarprofessor der Universität Regensburg einstimmig die Ehrenbürgerschaft.


Geschichte

Regensburg ist eine der ältesten Städte in Deutschland. Der Regensburger Donaubogen ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Älteste bekannte Namen einer Siedlung sind die keltischen Bezeichnungen "Radasbona", "Ratasbona" oder "Ratisbona". Anfang 2006 wurden etwa 100 m östlich der Mauern des späteren Legionslagers keltische Gräber mit teilweise hochwertigen Grabbeigaben gefunden. Sie wurden auf etwa 400 v. Chr. datiert. Nähere Untersuchungen stehen noch aus.

Die römische Geschichte Regensburgs beginnt mit der Einrichtung eines Kohortenkastells um etwa 79 n. Chr im heutigen Stadtteil Kumpfmühl. Das Lager diente als Beobachtungsposten für die Naab- und Regenmündung und war durch Graben und Pfahlpalisaden, später auch durch eine Steinmauer, gesichert. In ihm war entweder eine rund 500 Mann starke berittene Kohorte oder eine rund 1.000 Mann starke Doppelkohorte Fußsoldaten untergebracht. Östlich des Lagers befand sich eine kleine Zivilsiedlung. Eine Donausiedlung im Bereich der heutigen westlichen Altstadt wird ebenfalls für diese Zeit vermutet. Das Kastell und die Zivilsiedlung(en) wurden im Rahmen des Markomannensturms in der zweiten Hälfte der 160er Jahre zerstört.

Im Laufe der Jahrhunderte ist Regensburg mit einer Vielzahl von Namen bedacht worden, was auf die reichhaltige Geschichte hinweist. Neben den bereits im Text genannten, gebräuchlicheren Namen, wurde die Stadt auch mit so illustren Bezeichnungen wie Quadrata, Germanisheim, Hyatospolis, Ymbripolis, Reginopolis und Tyberina versehen.

Nach dem Zurückdrängen der Markomannen bis ca. 170 wurde auf Anordnung von Kaiser Marc Aurel das Legionslager "Castra Regina" (Lager am Regen) errichtet. Dieser Steinbau mit seiner ca. 10 m hohen Mauer, den vier Toranlagen und zahlreichen Türmen ist heute noch gut im Grundriß der Regensburger Altstadt erkennbar. Von seiner Einweihung im Jahre 179 n. Chr. ist heute noch die steinerne Inschrift über dem Osttor erhalten, die als "Gründungsurkunde" Regensburgs gilt. Im Lager war die III. Italische Legion mit ca. 6.000 Soldaten stationiert. Es war militärischer Hauptstützpunkt der Provinz Raetia und bildete somit eine Ausnahme im römischen Verwaltungssystem, da die Legion nicht in der "Hauptstadt" der Provinz, in Augsburg, stationiert war. Westlich, und zum Teil auch östlich, des Lagers erstreckte sich eine ausgedehnte Zivilsiedlung. Die Völkerwanderungen führten um 400 n. Chr. zur militärischen Aufgabe des Kastells, das fortan eine mauerbewehrte Zivilsiedlung war.

Von etwa 500 n. Chr. bis 788 n. Chr., als Tassilo III. von Kaiser Karl dem Großen abgesetzt wurde, war Regensburg der Hauptsitz der bajuwarischen Herzöge, der Agilolfinger.

Regensburg ist eines der ältesten Bistümer Deutschlands, das bereits einige Jahrzehnte bestand, bevor es 739 n. Chr. von Bonifatius dem Canonischen Recht und somit dem Bischof von Rom unterstellt wurde. Obwohl Regensburg als Reichsstadt 1542 protestantisch wurde, blieb die Stadt immer katholische Bischofsstadt, wenn auch zeitweise von anderen Bistümern mitverwaltet.

Im 9. Jahrhundert war Regensburg eine der wichtigsten Städte des Ostfränkischen Karolingerreiches. Hemma († 876), die Gemahlin des Kaisers Ludwig des Deutschen, sowie die zwei letzten Ostfränkischen Karolingerherrscher, Kaiser Arnulf von Kärnten († 899) und sein Sohn König Ludwig das Kind († 911) wurden hier in der Benediktinerabtei St. Emmeram beigesetzt.

Die Stadt Regensburg könnte sich um 1000 einem Betrachter wie folgt dargestellt haben: Eingebettet in teils verfallene römische Kulturlandschaft mit dem Verkehrsnetz, erhebt sie sich. Der alte Kern wird dominiert von der erhaltenen römischen Legionslagermauer. Die massive Bauweise der Mauer war bereits im frühen Mittelalter ausschlaggebend für die Wahl des Ortes zur Residenz der bayuwarischen Herzöge und die Erhebung als Bischofsstadt gewesen. Daran setzt die Befestigung der Stadterweiterung aus dem Jahr 920 an. Sie besteht aus einer Mauer und einem Doppelgraben.

Durch Fernhandel bis Paris, Venedig und Kiew erlebt die Stadt ihr wirtschaftliche Blüte. Sie ist damals eine der wohlhabendsten und einwohnerstärksten Städte. Die romanische und gotische Architektur des Mittelalters bestimmt noch heute das Gesicht der Altstadt. Ein weiteres Zeichen für den damaligen Wohlstand der Stadt ist der Bau der Steinernen Brücke von 1135 bis 1146. Das mittelalterliche Bauwunder wurde Vorbild für viele andere Brückenbauten, z. B. Karlsbrücke in Prag. Kaiser Friedrich I. Barbarossa brach hier im Mai 1189 mit einer großen Streitmacht zum 3. Kreuzzug auf.

Im Zeitraum von 1207 bis 1256 wurde die Unabhängigkeit der Stadt durch König Philipp und Kaiser Friedrich II. als Freie Reichsstadt gewährt, verbunden mit einem Erstarken der Bürgerschaft durch den lukrativen Fernhandel und dem Auszug der Herzöge und Könige nach Landshut 1255 und später München.

Vermutlich nach 1260 wurde mit dem Bau des Regensburger Doms St. Peter begonnen. Er bildet zusammen mit der Steinernen Brücke die Wahrzeichen der Stadt.

Das 13. und 14. Jahrhundert waren geprägt durch Versuche der Regensburger, das Territorium um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, und einen eigenen Staat aufzubauen. Damit geriet die Stadt in Konflikt mit dem Herzogtum Bayern unter den Wittelsbachern. Diese versuchten mit Maßnahmen wie der Blockade der Stadt, Regensburg einzunehmen. 1486 gab die Stadt schließlich auf und unterwarf sich dem oberbayerischen Herzog, musste aber 1496 bereits wieder an den Kaiser zurückgegeben werden. In dieser Zeit verarmte die Stadt zusehends und Kaiser Maximilian I. stellte immer wieder Truppen zur Verfügung, um Aufstände in der Stadt niederschlagen zu lassen. Dabei wurde 1514 in einem dieser Aufstände der Dombaumeister Wolfgang Roritzer wegen Aufruhrs enthauptet. Der Besetzung der Stadt durch Kaiser Maximilian und des Dombaumeisters und anderer war der fadenscheinige Prozess gegen den 73jährigen kaisertreuen Wolfgang Liskircher, ehemaliger Bürgermeister und Hansgraf, vorausgegangen.

1519 wurde mit der Vertreibung der Juden (geschätzt etwa 500 an der Zahl) aus der Stadt und dem Abbruch des Judenviertels auf dem Gelände des heutigen Neupfarrplatzes eine der ältesten jüdischen Gemeinden Deutschlands zerstört. Die Vertreibung war möglich, da Maximilian I. am Neujahrstag* 1519 verstorben war, ohne seine Nachfolge geregelt zu haben. In der Zeit, die Karl V. benötigte, um sich zum deutschen König und dann zum Kaiser krönen zu lassen, konnten die Regensburger die Judenvertreibung beschließen. Auf dem Platz des ehemaligen Judenviertels entstand dann eine lukrative Marien-Wallfahrt, die zu Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Rat führte. Der Streit drehte sich vor allem um Geld und eskalierte letztendlich. Die Wallfahrt bestand nur wenige Jahre. Der Streit schwelte jedoch weiter und mit anderen Ursachen zusammen führte dies zur Annahme der Lehren Luthers durch den Rat offiziell 1542. (*Neujahrstag nach dem Julianischen Kalender, in neueren Enzyklopädien werden auch Daten vor 1582 auf den Gregorianischen Kalender umgerechnet.

Der Grundriss der ehemaligen Synagoge wird heute durch ein begehbares Bodenrelief aus weißem Beton nachgezeichnet. Diese als Begegnungsstätte konzipierte Skulptur wurde von dem israelischen Künstler Dani Karavan gestaltet und am 13. Juli 2005 eingeweiht.

1542 traten der Rat und die Bürgerschaft der Stadt zum evangelischen Glauben über, was für zusätzlichen Konflikt mit dem katholischen Bayern und dem Bischof sorgte, der weiterhin in der Stadt residierte und auch große Teile der Stadt besaß. Der Fürstbischof übte seine weltliche Gewalt über das Regensburger Hochstift aus. Die Annahme des Lutheranischen Bekenntnisses durch die Regensburger Stadtväter war jedoch nicht nur moralisch religiös motiviert. So gab es zum einen die politischen Gründe, man versuchte, sich vom katholischen Bischof und Kaiser zu lösen. Zum andern gibt es einen wenig überzeugenden Beigeschmack. Der stärkste Befürworter der Hinwendung zu Luthers Lehren, der auch die ersten Ehe ohne Priester 1528 zwischen Johannes und Barbara Hurenban mit in die Wege geleitet hat, war Bernhardin von Stauff. Er erhofft sich von den neuen Eheformen eine Lockerung der ehelichen Treue. Die Bürger nehmen den neuen Glauben schnell an, vor allem wenn es darum geht, kirchliche Gebote zu ignorieren. So wird bereits in der österlichen Fastenzeit von 1543 geheiratet, gefeiert und getanzt. Die Katholiken fürchten Angriffe, so dass die Fronleichnamsprozessionen nicht mehr stattfinden. Es kommt zu Einbrüchen im Dom und bei den Dominikanern, bei denen wertvolle Gegenstände gestohlen und sogar der Tabernakel geplündert wird.

1547 wurde hier Don Juan de Austria als unehelicher Sohn von Kaiser Karl V. und der Regensburger Gürtlertochter Barbara Blomberg geboren. 1571 beendete er mit der Seeschlacht von Lepanto die türkische Expansion.

Regensburg war von Anfang an ein wichtiges Zentrum des Ostfränkischen Reichs - aus diesen Verwaltungsinstanzen entwickelte sich später der Reichstag. Hier wurden so weitreichende Entscheidungen getroffen, wie die Unabhängigkeit Österreichs, Reichsheerfahrten und die Gründung von Reichsfürstentümern.

Von 1663 bis 1806 wurde der Reichstag umgewandelt in den Immerwährenden Reichstag.

Im Immerwährenden Reichstag tagten nicht nur die Regenten des Heiligen Römischen Reiches (also die drei Reichsstände: die Kurfürsten, die Fürsten und die Reichsstädte), sondern hier kamen auch Gesandte aus ganz Europa zusammen. Sie logierten in prächtigen Bürgerhäusern, den Gesandtschaften, über zwei Jahrhunderte weg. Die ausländischen Gesandten beobachteten das politische Geschehen und benachrichtigten ihre Staaten über die neusten Entwicklungen. Noch heute kann man die Russische Gesandtschaft oder die Französische Gesandtschaft in Regensburg sehen. Eine der Haupt-Fußgängerzonen heißt nach wie vor „Gesandtenstraße“ - hier stehen besonders viele alte Gesandtschaften. Wirtschaftlich brachten die Gesandten Regensburg nicht sehr viel: Sie lebten steuerfrei in der Stadt. Sie durften zollfrei Waren einführen und ihren eigenen Handwerker und Künstler beschäftigen.

Die Fürsten von Thurn und Taxis handelten ab 1748 als kaiserliche Prinzipalkommissare und vertraten damit den Kaiser in Regensburg am Immerwährenden Reichstag. Die von Thurn und Taxis waren durch das Postwesen, welches sie in Europa sehr erfolgreich und monopolistisch aufgebaut hatten, so reich geworden, dass sie es sich leisten konnten, den Kaiser angemessen zu repräsentieren. Die Kosten, die dadurch entstanden, mussten sie aus eigener Tasche zahlen. Die Familie der von Thurn und Taxis lebt noch heute in der Stadt im Schloss St. Emmeram, welches ihnen als Domizil zur Verfügung gestellt wurde und ehemals ein im Frühmittelalter berühmtes Kloster war. Bekannteste Vertreterin der aktuellen Zeitgeschichte ist Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

1803 fiel eine der letzten Entscheidungen des Reichstags: Der Reichsdeputationshauptschluss führte mit zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806. Diese Entscheidung läutete neben dem Verlust der politischen Bedeutung auch den langsamen wirtschaftlichen Verfall der Stadt ein.

Die Stadt wurde ein eigenständiges Fürstentum unter Carl Theodor von Dalberg, bis sie 1809 durch Napoleon erobert wurde, der Dalberg zwang, Regensburg am 28. Februar 1810 nach Bayern einzugliedern. Am 22. Mai 1810 übernahm der neue Landesherr die Stadt offiziell.

Nach dem Übergang an Bayern wurde Regensburg Hauptstadt des Regenkreises beziehungsweise nach der neuen Kreiseinteilung 1838 Hauptstadt des Kreises "Oberpfalz und Regensburg", aus dem 1948 der "Kreis" beziehungsweise 1953 der "Regierungsbezirk Oberpfalz" hervorging. Die Stadt wurde direkt der Regierung unterstellt und war somit eine Stadt, die man heute als Kreisfreie Stadt bezeichnet. Gleichzeitig wurde sie Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Regensburg hervorging.

Die Stadt beginnt nur langsam wieder an Bedeutung zu gewinnen und wird 1859 an das Eisenbahnnetz mit Verbindungen nach Nürnberg und München angeschlossen. Bis heute bedeutend ist die Eröffnung des Luitpoldhafens 1910 (mittlerweile als Westhafen bekannt).

Der historische Stadtkern von Regensburg ist weitestgehend erhalten und damit die größte mittelalterliche Altstadt Deutschlands. Außerdem besitzt sie die größte Anzahl an Geschlechtertürmen nördlich der Alpen, was ihr den liebvollen Beinamen "Nördlichste Stadt Italiens beigetragen hat". Regensburg hatte im zweiten Weltkrieg unter schweren Luftangriffen zu leiden, welche die Altstadt allerdings kaum in Mitleidenschaft zogen. Angegriffen und getroffen wurden hauptsächlich die am Stadtrand gelegenen Messerschmitt-Werke (siehe auch Operation Double Strike). Bei insgesamt 20 Bombenangriffen der Royal Airforce und der 8. US Airforce (1943-1945) starben an die 3.000 Menschen, darunter viele Kriegsgefangene. 1945 erfolgte eine (Teil-)Sprengung der Donaubrücken. Die Stadt selbst wurde jedoch schließlich kampflos übergeben, nicht zuletzt aufgrund einer Demonstration der Regensburger Frauen und des Dompredigers Dr. Johann Maier am 23. April 1945. Maier forderte die Übergabe, damit die Stadt nicht beschädigt würde. Am folgenden Tag wurde er wegen "Sabotage" öffentlich hingerichtet.

Die Stadt begann sich nach dem Krieg langsam wieder aus ihrem Schlaf zu erholen. 1945 überschreitet die Einwohnerzahl 100.000. Wesentlich beigetragen hierzu haben der Bau des Osthafens (1960), die Ansiedlung von Siemens, die Eröffnung der Universität (Grundsteinlegung 1965), der Fachhochschule Anfang der 70er Jahre und schließlich 1978 die Eröffnung der Großschifffahrtsstraße Rhein-Main-Donau (siehe auch: Main-Donau-Kanal). 1986 nimmt das BMW-Werk bei Harting die Produktion auf. Außerdem baute Siemens (heute Infineon) in den 80er Jahren eine Fabrik zur Chipherstellung. 1992 wird das Universitätsklinikum eröffnet. Mittlerweile hat auch die Siemens VDO Automotive AG ihren Haupt-Firmensitz in Regensburg. Außerdem haben Osram, Toshiba, One Vision, Dallmeier electronic, Wilden und weitere Firmen ihren Sitz in Regensburg. Der IT-Speicher, ein IT-Gründer-Zentrum, wurde in einem alten Kornspeicher direkt an der Donau untergebracht. Die Universität hat eine Teil ihres Geländes für den Biopark Regensburg zur Verfügung gestellt. Der Biotechnologie-Park, welcher 2006 um den Biopark II erweitert wird, ist nach München der bedeutendste Standort in Bayern. Neben der Universität gibt es zwei weitere Hochschulen in Regensburg: Die Fachhochschule und die Katholische Kirchenmusik-Hochschule.

1995 werden bei Grabungen am Neupfarrplatz Reste der Synagoge wiederentdeckt. Hier richtete die Stadt ein Informationszentrum ein, das document Neupfarrplatz. Es informiert unter Tage über die wechselhafte Geschichte des Neupfarrplatzes: Jüdisches Ghetto bis 1519 mit Religionszentrum von internationaler Bedeutung, Juden-Vertreibung, Katholische Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria, Evangelische Neupfarrkirche als Mutterkirche des österreichischen und süd-osteuropäischen Protestantismus, Bücherverbrennung während der Nazi-Herrschaft. Man kann Überreste der Synagoge besichtigen.


Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Regensburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1830 in der Stadt 16.000 Einwohner, so waren es 1900 bereits 45.000. Bis 1939 stieg die Einwohnerzahl auf 96.000 und wuchs auch im Zweiten Weltkrieg - die Altstadt blieb von Luftangriffen und Bodenkämpfen verschont - weiter. Im Jahre 1945 überschritt die Bevölkerungszahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Regensburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 129.175 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).


Christentum

739 n. Chr. wurde vom Hl. Bonifatius das Bistum Regensburg gestiftet. In der Folgezeit wurden auch zahlreiche Klöster gegründet. Die Stadt selbst wurde 1245 reichsunmittelbar und führte ab 1528 die Reformation ein (am 15. Oktober 1542 war die erste öffentliche Abendmahlsfeier). Da im Stadtgebiet jedoch weiterhin der Bischofssitz und viele Klöster waren, die nicht zur Reichsstadt selbst gehörten, blieb das katholische Bekenntnis in der Stadt weiterhin vertreten und wurde durch zahlreiche Zuwanderungen zum vorherrschenden Bekenntnis.

Daher stellten die Katholiken zahlenmäßig stets die Mehrheit in Regensburg. Sie gehörten anfangs zum Bistum Regensburg, das zunächst der Erzdiözese Mainz, dann dem Erzbistum Salzburg unterstellt war. Auch wenn durch Pfründehäufung Regensburg oft der persönlichen Anwesenheit seines Oberhirten entbehrte, so gibt es seit der Canonischen Errichtung des Bistums eine nur durch die Ernennungsmodalitäten geringfügig unterbrochene Folge der Regensburger Bischöfe bis heute. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 mussten die Verluste der Reichsfürsten im linksrheinischen Gebiet ausgeglichen werden. An den erzbischöflichen Stuhl von Mainz war bis dato das Amt des Kurerzkanzlers gebunden. Dies war 1803 Carl Theodor Anton Maria Reichsfreiherr von Dalberg. Der Immerwährende Reichstag beschloss, das Amt des Kurerzkanzlers in die Stadt zu verlegen, wo auch er seinen Sitz hatte, also nach Regensburg. § 25 des Reichsrezesses besagt, dass die "Würden eines Kurfürsten, Reichs-Erzkanzlers, Metropolitan-Erzbischofs und Primas von Deutschland" für immer mit dem Regensburger Bischofsstuhl verbunden sein sollten. Die Mertropolitangerichtsbarkeit erstreckte sich auch alle deutschen Bistümer, mit Ausnahme der österreichischen unter Salzburg und der preußischen. Zu diesem Zwecke war aus den Gebieten des Fürstentums Aschaffenburg, der Grafschaft Wetzlar und dem Fürstentum Regensburg ein Kurfürstentum geschmiedet worden. Das Fürstentum Regensburg bestand zu dieser Zeit aus dem Regensburger Hochstift mit den Immediatherrschaften Donaustauf Wörth und Hohenburg, der Reichsstadt Regensburg, die Fürstabtei St. Emmeram, die Reichsstifte Obermünster und Niedermünster und allen Besitzungen der mittelbaren Stift (Kirche) und Klöster Regensburgs. 1810 musste Dalberg seine weltliche Macht an Bayern abtreten, blieb aber bis 1817 Erzbischof. In der Bulle Papst Pius VII., die die Würde des Erbischofs von Mainz nach Regensburg übertrug, war von der im Reichsrezess genannten Primas-Stellung keine Rede. Selbst als ihm Pius VII. persönlich mit dem Pallium auszeichnete, wurde die Stellung Dalbergs als Primas inter pares nicht festgeschrieben. Da Dalberg aber die mündliche päpstliche Zusage hatte, führte er den Titel des Primas bis zu seinem Tode 1817. 1817/1821 wurde das Bistum Regensburg neu umschrieben und der "Kirchenprovinz München und Freising" unterstellt. Das Bistum Regensburg ist bis heute das flächenmäßig größte bayrische Bistum mit 14.665 Quadratkilometer und setzt sich aus 33 Dekanaten zusammen. Die Pfarrgemeinden der Stadt Regensburg gehören heute innerhalb des Bistums zum Dekanat Regensburg, das mit den Dekanaten Laaber, Alteglofsheim, Donaustauf und Regenstauf die Region Regensburg bildet.

Die protestantischen Gemeinden wurden nach Einführung der Reformation von einem Superintendenten geleitet. Als Kirchenverwaltungsbehörde bestand ein Konsistorium. Nach dem Übergang an Bayern 1810 wurden die Gemeinden Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Innerhalb dieser Landeskirche gehören sie heute zum Dekanat Regensburg im gleichnamigen Kirchenkreis.


Judentum

Regensburg war die erste jüdische Gemeinde in Bayern und im Mittelalter eine der bedeutendsten in Europa. Aus dem Jahr 981 stammt die früheste urkundliche Erwähnung eines Juden in Regensburg. In den folgenden Jahrhunderten florierte die Gemeinde und brachte einige der bekanntesten zeitgenössischen Schriftgelehrten und Lyriker, wie Isak ben Mordechai, Efraim ben Isaak (Efraim der Große aus Regensburg) und Jehuda ben Samuel he-Chasid (Jehuda der Fromme) hervor. Das Judenviertel befand sich am heutigen Neupfarrplatz. Im Jahre 1519 wurde die Synagoge zerstört und die Juden vertrieben. Die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Regensburg endete vorläufig wiederum mit der Zerstörung der Synagoge und der Auslöschung der Gemeinde in der Pogromnacht des 8. November 1938. Nach 1945 nahm Regensburg etwa 3.500 sogenannte Displaced Persons auf: Juden, die entweder aus dem nahe gelegenen KZ Flossenbürg befreit worden waren oder aus den osteuropäischen Lagern in die bayerische US-Zone flüchteten. Die meisten unter ihnen wanderten so schnell wie möglich in die USA oder nach Israel aus, so dass Regensburg 1953 nur noch rund 400 Juden zählte. Anfang der 90er-Jahre waren es gerade noch 60. Erst seit der Einwanderung aus Russland ist die Zahl wieder auf etwa 400 gestiegen. Im Jahre 2005 wurde auf dem Neupfarrplatz ein von dem israelischen Künstler Dani Karavan gestaltetes, begehbares Bodenrelief eröffnet, das die Grundrisse der 1519 zerstörten Synagoge nachzeichnet.


Islam

Regensburg besitzt ein Alevitisches Kulturzentum für die Aleviten, die in Regensburg und in der Umgebung wohnen.


Wappen

Das Wappen der Stadt Regensburg zeigt in Rot zwei schräg gekreuzte silberne Schlüssel. Die Stadtflagge ist Weiß und Rot.

Die Schlüssel sind das Attribut des Heiligen Petrus, dem Patron des Regensburger Domes und der Stadt. Der Heilige Petrus ist in den Siegeln der Stadt schon seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar, doch wurde er im Laufe der Geschichte unterschiedlich dargestellt. Ab 1395 zeigt das Sekretesiegel der Stadt Schlüssenwappen unter der Gestalt des Stadtpatrons. Seit 1398 wurde das Wappen in Wappenbüchern abgebildet. Seit 1549 wird das Wappen als Wasserzeichen der Regensburger Papiermühle verwendet. Ab diesem Jahr treten die Schlüssel als Symbole auch allein auf und wurden später ebenfalls mehrmals verändert. Sie konnten sich jedoch als Stadtwappen behaupten.


Führung der Stadt

Regensburg erhielt 1245 durch Kaiser Friedrich II. das Recht der Selbstverwaltung und das Privileg "einen Bürgermeister und Rat zu setzen". Damit war sie reichsunmittelbar (Freie Reichsstadt) und blieb es bis 1803. Der Rat hatte 16 Mitglieder. Diese Zahl wurde bis 1803 beibehalten.

Zwischen 1803 und 1810 war Regensburg Kurfürstentum unter dem Reichserzkanzler Carl Theodor von Dalberg. 1809 stand die Stadt unter französischer Besatzung.

Mit dem Übergang an Bayern 1810 wurde Regensburg Hauptstadt des Regenkreises und wurde ab 1811 durch einen königlichen "Polizeidirektor" geleitet. Ab 1818 stand an der Spitze der Stadt ein "Erster Bürgermeister", der ab 1907 den Titel "Oberbürgermeister" erhielt.

Die politische Führung der Stadt besteht heute neben dem Oberbürgermeister noch aus zwei weiteren hauptamtlichen Bürgermeistern. Der Oberbürgermeister und der Stadtrat werden jeweils für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Beide Wahlen finden i.d.R. am gleichen Termin statt. Der Stadtrat setzt sich aus 50 gewählten Mitgliedern und dem Oberbürgermeister (2 Stimmen) zusammen. Darüber hinaus gibt es vier berufsmäßige Stadträte (ohne Stimmrecht): Wirtschafts- und Finanzreferent, Rechts- und Umweltreferent, Planungs- und Baureferent und Kulturreferent.


Unternehmen in Regensburg

Zu den bedeutendsten Firmen der Stadt gehören heute BMW, Siemens, Infineon, Osram, Maschinenfabrik Reinhausen, Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, AREVA Sachsenwerk, Starkstrom Gerätebau, Toshiba und Fiedler Perforier-Technik. Im Stadtosten hat Siemens VDO Automotive ihren Konzernsitz und betreibt eines der größten Entwicklungszentren Deutschlands. Außerdem ist Regensburg der Standort der ältesten Zuckerfabrik Bayerns; das 1899 gegründete Werk gehört heute zur Südzucker AG.

Die Ansiedlung von Zukunftsbranchen wird durch die Stadt aktiv gefördert. Einrichtungen wie das Gründerzentrum it-Speicher oder der Bioregio mit inzwischen über 30 Biotech-Firmen sind Bestandteile einer wirtschaftlichen Neustrukturierung der Stadt. Zu Zeiten des New Economy-Booms wurden hier eine Reihe von Unternehmen gegründet wie Amazon.de, Adori AG, Feedback AG, Offerto.de oder die SPiN AG, womit Regensburg zeitweise eines der Zentren der deutschen Internetwirtschaft war. Einige Unternehmen (beispielsweise Amazon) sind allerdings zwischenzeitlich in geografisch günstiger gelegene Regionen in Deutschland übergesiedelt (von Amazon.de ist nur ein Teil des Kundensupports verblieben), während andere Unternehmen (beispielsweise Adori oder Feedback) mit dem Absturz des Neuen Marktes untergingen.

Des weiteren findet sich in der Regensburger Altstadt eine überdurchschnittliche Anzahl von Gastwirtschaften, darunter bayrische Traditionslokale, gehobene Restaurants, Cafes, sowie Studentenkneipen. Besonders im Sommer ist die Stadt als Ausflugsort recht beliebt. Hinzu kommt die in Relation zur Größe der Stadt recht hohe Anzahl an Studenten (ca. 20.000).


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