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Deutschland - Osnabrück



Die Stadt

Osnabrück ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen, mit derzeit etwa 165.500 Einwohnern. Sie ist nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt sowie eines der Oberzentren des Landes Niedersachsen. Das Einzugsgebiet umfasst ca. 1,2 Millionen Menschen. Die Stadt ist Sitz einer Universität, einer Fachhochschule, eines katholischen Bistums und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Seit April 2002 ist das Steinwerk Ledenhof in der Friedenskulturstadt Osnabrück Sitz der Deutschen Stiftung Friedensforschung.

In Osnabrück und Münster wurde im Jahre 1648 der Westfälische Friede geschlossen, weshalb die Stadt den Titel "Friedensstadt" trägt.

Nächstgrößere Städte sind Bielefeld, etwa 43 km südöstlich, Münster, etwa 44 km südwestlich, das niederländische Enschede, etwa 78 km westlich, Oldenburg etwa 95 km nördlich, Bremen, etwa 103 km nordöstlich und Hannover etwa 114 km östlich von Osnabrück. Die Einwohnerzahl der Stadt Osnabrück überschritt 1940 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Osnabrück liegt im so genannten Osnabrücker Land inmitten des „Osnabrücker Hügellandes“ zwischen Höhenzügen des Wiehengebirges im Norden und des Teutoburger Waldes im Süden am linken Ufer der Hase. Die Höhenlage am Neumarkt (Innenstadt) beträgt 64 m über NN. Der höchste Punkt der Stadt befindet sich am Piesberg und misst 190 m über NN, der tiefste Punkt befindet sich beim Fluss Hase in Pye und misst 54 m über NN.


Stadtbild

Das Bild der Innenstadt ist von Kirchen (Turmhöhen bis zu 103,5 m) geprägt. Im nördlichen Teil der Innenstadt, zwischen Dom und Heger Tor, erstreckt sich die historische Altstadt. Hier finden sich viele Gebäude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko, sowie Häuser aus der Zeit, in der die Stadt noch aus Fachwerk bestand. Der dreieckige Marktplatz mit dem „Rathaus des westfälischen Friedens“ versprüht mittelalterliches Flair. Zudem sind in Osnabrück sehr viele romanische und gotische Steinwerke zu sehen. Besonders eindrucksvoll ist z.B. der Ledenhof, gegenüber dem ehemals fürstbischöflichen Barockschloss.

Die Fußgängerzone, im mittleren Teil der Innenstadt, schließt an die Altstadt an und bildet die Haupteinkaufstraße („Große Straße“). Neben wenigen Gebäuden, die den Krieg überstanden haben, dominieren hier moderne Zweckbauten. Zwischen der Alt- und Neustadt (südliche Innenstadt) befindet sich der Neumarkt. Früher ein zentraler Marktplatz der Stadt, ist er heute durch eine vierspurige Straße zerschnitten und dient als Verkehrsknotenpunkt und Haupt-Busbahnhof. Fußgänger können den Neumarkt nicht nur ebenerdig überqueren, sondern auch durch einen unterirdischen Fußgängertunnel. Diese wurde im Jahr 2005 zu seinem heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Die Neustadt bietet besonders im Bereich um die Johanniskirche noch alte Bausubstanz.

Die Innenstadt wird von einem nierenförmigen Stadtring umschlossen, der den Autoverkehr aufnimmt. Von diesem so genannten Wall gehen sternförmig die Hauptstraßen der Stadt ab. Sieben Türme, eine Wallanlage und zwei Mauern säumen den Stadtring, der ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigungen ist.

Zentrumsnah finden sich architektonisch interessante moderne Bauten in der Stadt, wie das Gebäude der Deutschen Bundesstiftung Umwelt oder das Felix-Nussbaum-Haus, erbaut von Daniel Libeskind. Einen Spagat zwischen Alt und Neu wagt die Vitischanze, wo ein Kasino in moderner Architektur auf eine alte Stadtbefestigung gesetzt wurde.

Die zentralen Wohngebiete bestehen zu großen Teilen aus meist drei- bis viergeschossigen Mietshäusern, je nach Stadtteil auch aus Bürgerhäusern und Villen (z.B. Westerberg). Etwas vom Stadtkern entfernt geht die Bebauung in zweigeschossige Reihen- und freistehende Häuser über. Große Mietskasernen sind selten. Höhere Bauten, meist gewerblich genutzt, finden sich vor allem im Bereich des Berliner Platz (Höchstes Bauwerk: „Iduna-Hochhaus“ mit 16 Stockwerken).

Bis nah an den Stadtkern reichen aus allen Himmelsrichtungen „grüne Finger“, die auch als Naherholungsgebiete dienen. Osnabrück ist die größte Stadt Deutschlands, die inmitten eines Naturparks liegt.


Geschichte

Osnabrück entwickelte sich als Markt um den 780 von Karl dem Großen gegründeten Bischofssitz. 804 soll er auch das Carolinum gegründet haben, was mit diesem Datum das älteste Gymnasium wäre; Die Urkunde, die dies belegt, ist aber höchstwahrscheinlich gefälscht. Im Alten Reich war Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des gleichnamigen Hochstiftes. 1643-1648 wurde hier und in Münster (Westfalen) der Westfälische Friede ausgehandelt. In dieser Zeit bemühte sich die Stadt, die zur Hälfte lutherisch war, mehrfach um den Status einer reichsfreien Stadt. Die Regelung "Cuius regio, eius religio" wurde in Osnabrück als Sonderfall gehandhabt. Bis zur Säkularisierung wechselte jeweils nach dem Tode des Amtsinhabers die Konfessionszugehörigkeit des Fürstbischofs (geregelt in der sogenannten "Capitulatio Perpetua" von 1650). Somit lösten sich katholische und evangelische Fürstbischöfe (aus dem Haus Braunschweig-Lüneburg) als Herrscher ab. Die Konfessionszugehörigkeit der Untertanen blieb davon unberührt. Dieser einmalige Zustand endete erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803, als das Fürstbistum aufgehoben wurde.

Die 1631 gegründete Universität wurde 1633 von schwedischen Truppen aufgehoben; sie wurde 1974 neu gegründet. Mit dem Hochstift kam Osnabrück 1803 an Hannover, wurde jedoch noch im selben Jahr von französischen Truppen besetzt, 1806 für kurze Zeit von Preußen, danach wieder von Frankreich annektiert, fiel 1807 an das neu gegründete Königreich Westfalen, wurde 1811 noch einmal französisch und 1813 schließlich erneut Teil von Hannover. Im Königreich Hannover bestand das Hochstift als Verwaltungseinheit weiter beziehungsweise neu. Nach 1867 war Osnabrück Hauptstadt des Regierungsbezirks Osnabrück. Diesen Status verlor es erst 1977 bei der Gebietsreform, als der Regierungsbezirk Weser-Ems geschaffen wurde, für den Oldenburg als Hauptort bestimmt wurde. Die Regierungsbezirke in Niedersachsen wurden zum 31. Dezember 2004 jedoch aufgelöst.

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Osnabrück insgesamt 79 Mal durch alliierte Luftstreitkräfte angegriffen. Der erste größere Angriff der britischen moral bombing Offensive erfolgte am 20 Juni 1942, hierbei wurden 9000 Phosphor und Elektron-Thermitstabbrandbomben über der Altstadt abgeworfen. Ein weiterer schwerer Luftangriff erfolgte am 6 Oktober 1942 durch die britische RAF. Hierbei wurden 11000 Spreng- und Brandbomben über der südlichen Altstadt abgeworfen. Die meisten Opfer gab es während eines amerikanischen Tagesangriffs auf den Stadtteil Schinkel, wobei 241 Menschen getötet wurden. Weitere schwere Angriff mit Zielgebiet historische Altstadt erfolgten am 13 September 1944. Hierbei wurde in der Altstadt mithilfe von 2171 Sprengbomben und 181000 Brandbomben ein Feuersturm entfacht dem die meisten historischen Gebäude zum Opfer fallen. Einen Monat später, am 13 Oktober 1944, erfolgt ein weiter Angriff bei dem 16000 Brandbomben und 2616 Sprengbomben über den bis dahin noch nicht zerstörten Stadtteilen Osnabrücks abgeworfen werden. Am 25. März 1945, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, wurde die noch stehenden Gebäude in der Altstadt von Osnabrück nochmals zum Ziel eines schweren Luftangriff britischer Bomber. Der Angriff forderte nochmals sehr viele Opfer, der bis zu diesem Zeitpunkt noch nichverbrannte Rest der Altstadt wurde dabei nahezu vollständig zerstört. Insgesamt wurden mehr als 65 % aller Gebäude im Stadtgebiet zerstört. Am stärksten zerstört wurde die mittelalterliche Altstadt die zum häufigsten Zielgebiet zählte. Hier wurden mehr als 94 % der gesamten Bebauung gezielt zerstört. Nach Kriegsende sah der Bakker-Schut-Plan eine Annexion der Stadt durch die Niederlande vor, die jedoch aufgrund des Widerstandes der USA und Großbritanniens nicht erfolgte.


Einwohnerentwicklung

1575 starben etwa 75 Prozent der Einwohner Osnabrücks an der Pest. Wegen der folgenden Epidemien, Feuersbrünste, Hungersnöte und Kriege dauert es rund 200 Jahre, bis wieder die Bevölkerungszahl vor Ausbruch der Pest von 1575 erreicht wurde. Mit der Industrialisierung verfünffachte sich die Einwohnerzahl von über 10.000 im Jahre 1823 auf mehr als 50.000 im Jahre 1900.

Bis 1939 verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt auf 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1995 erreichte die Einwohnerzahl mit 168.618 ihren historischen Höchststand. Ende Februar 2006 lebten in Osnabrück nach amtlicher Fortschreibung 164.695 Menschen mit Hauptwohnsitz.


Wappen

Das Wappen der Stadt Osnabrück zeigt in Silber ein sechsspeichiges schwarzes Rad. Die Stadtflagge ist weiß mit schwarzen Randstreifen, belegt mit dem Rad. Das Rad als Münzzeichen des Hochstifts Osnabrück ist schon seit dem 13. Jahrhundert in den Siegeln nachzuweisen, allerdings wurde es im Laufe der Geschichte in unterschiedlichen Formen abgebildet. War es anfangs noch Rot, so ist es seit 1496 in schwarzer Farbe überliefert. Später wird es aber erneut auch rot dargestellt. Doch hat sich die schwarze Tingierung letztlich bis heute durchgesetzt. Im 13. Jahrhundert war neben dem Rad auch der Heilige Petrus als Patron des Domes im Wappen abgebildet. Später wurde jedoch nur noch das Rad gezeigt.


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Osnabrück aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





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