Home
Aktuelles
Länderinformationen
Afrika
Amerika
Asien
Europa
Sonstige Regionen
Reiseanbieter
Urlaubs-Check
Gästebuch
Suche
Links
Impressum

Deutschland - Nürnberg



Die Stadt

Nürnberg ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankens. Die kreisfreie Stadt bildet mit den Städten Fürth, Erlangen und Schwabach ein Städteviereck, welches das Kernland des mittelfränkischen „Großraums“ (Ballungszentrum) bildet und eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern darstellt. Im April 2005 wurden Nürnberg und Umgebung als Metropolregion Nürnberg in die Liste der deutschen Metropolregionen aufgenommen.


Geographie

Nürnberg liegt zu beiden Seiten der Pegnitz, eines Flusses, der etwa 80 Kilometer nordöstlich der Stadt entspringt, nach Eintritt in das Stadtgebiet dieses von Ost nach West auf einer Länge von etwa 14 km durchfließt – wobei der Fluss im Bereich der Altstadt stark kanalisiert ist – und nach Verlassen des Stadtgebiets nur wenige Kilometer nördlich der Innenstadt von Fürth zusammen mit der Rednitz den Fluss Regnitz bildet.

Das Gebiet der Stadt umfasst eine Fläche von 186,6 km². Im Westen ist die Bebauung fast mit der Nachbarstadt Fürth und Zirndorf und im Südwesten mit Stein und Oberasbach zusammengewachsen. Nördlich der Stadt liegt relativ flach das fruchtbare Knoblauchsland, welches zugleich auch die westliche Anflugschneise für den Nürnberger Flughafen bildet, sowie dann vor allen Dingen nach Nordosten hin der Sebalder Reichswald, der sich an wenigen Stellen knapp über 400 m erhebt.

Die nördliche Begrenzung der Altstadt bildet der Burgberg mit der Nürnberger Burg; etwas östlich, ebenfalls auf der Nordseite der Pegnitz, erhebt sich der parkartig gestaltete Rechenberg.


Geschichte

Die Stadt wurde 1050 als nuorenberc (felsiger Berg) in der sogenannten Sigena-Urkunde von Kaiser Heinrich III. erstmals erwähnt. Als kaiserlicher Stützpunkt war die Nürnberger Burg bald bedeutsam für das Reich, die Siedlung unterhalb der Burg erhielt möglicherweise zur gleichen Zeit das Marktrecht. Mit dem „Großen Freiheitsbrief“ machte Kaiser Friedrich II. Nürnberg 1219 zur freien Reichsstadt. Bis zum Jahr 1427 wurde die Stadt von Burggrafen regiert, bis der letzte Burggraf Friedrich VI. seinen Titel an den „Rat der Stadt Nürnberg“ verkaufte. Von nun an bis zum Übergang an Bayern lagen die politischen Geschicke der Stadt in der Hand dieses Rates.

Kaiser Ludwig der Bayer wählte Nürnberg gern als Aufenthaltsort; ebenso dann Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ. 1423 übergab Kaiser Sigismund die Reichskleinodien der Stadt, wo sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts aufgewahrt wurden. Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten allgemein als die Blütezeit der Stadt. Zwischen 1517 und 1525 festigte sich die Reformation in Nürnberg. 1543 wurde zum letzten Mal ein Reichstag nach Nürnberg einberufen. Philipp Melanchthon gründete in Nürnberg den ersten Vorläufer des Gymnasiums, bis heute besteht die Nachfolgeschule dieser Lateinschule mit dem Melanchthon-Gymnasium Nürnberg fort.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges erlebte Nürnberg mit dem „Friedensmahl“ im Jahre 1649 noch einmal ein bedeutendes Ereignis.

Einschneidende Ereignisse spielten sich von 1796 bis 1806 ab. Die preußische Verwaltung in Ansbach bedrängte die Reichsstadt systematisch und annektierte Ende des 18. Jhs. Teile des Nürnberger Landgebiets. Im Gostenhofer Vertrag unterstellte sich Nürnberg schließlich der preußischen Herrschaft, doch wurde der Vertrag nicht vollzogen, da Preußen von Nürnbergs Schulden abgeschreckt wurde und außenpolitische Verwicklungen fürchtete. Gleichzeitig hatte sich in der Nürnberger Bevölkerung großer Unmut gegen die zunehmend als korrupt empfundene Herrschaft der patrizischen Familien aufgestaut, die alle wichtigen Ratsämter besetzten, die Kaufmannschaft und Handwerker willkürlich mit Steuern belegten und zugleich von der politischen Mitwirkung weitgehend ausschlossen. Diese Vorgänge erschütterten die reichsstädtische Verfassung in ihren Grundfesten und brachten die Stadt an den Rand eines Umsturzes.

Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 bleibt Nürnberg dennoch zunächst weiter unabhängig, bis nach dem Abschluss der sogenannten Rheinbundakte und dem Ende des Alten Reiches französische Truppen Nürnberg besetzten. Am 15. September 1806 übergab der französische General François-Nicolas Baron de Fririon (1766–1827) schließlich die Stadt auch offiziell an die Armee des neuen Königreichs Bayern, das alsbald eine Zivilverwaltung installierte und die Stadt administrativ in das Königreich eingliederte. Als "Polizeikommissär" übernahm der aus ansbachisch-preußischen Diensten in den bayerischen Staatsdienst übernommene Franke Christian Wurm die Aufsicht über die städtische Administration. Er übte bürgermeisterähnliche Funktionen aus. Im Jahre 1818 trat das verbesserte zweite bayerische Gemeindeedikt in Kraft, das die gemeindliche Selbstverwaltung unter staatlicher Aufsicht festschrieb. Bürgermeister, gewählter Magistrat und Gemeindebevollmächtigte bildeten - wie in allen bayerischen Städten - von nun an die entsprechenden Organe der Selbstverwaltung. Das Königreich Bayern übernahm 1806 die exorbitanten Schulden der Reichsstadt Nünberg als Teil der gesamtbayerischen Staatsschulden und sorgte damit für deren Konsolidierung und Tilgung.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 die erste Eisenbahn in Deutschland, 1903 wurde der Rangierbahnhof eröffnet und 1909 wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser in der Stadt ergriffen.

Während der Zeit des Dritten Reiches war Nürnberg die 'Stadt der Reichsparteitage' und der Rassengesetze. Die Nürnberger Gesetze, auch Nürnberger Rassengesetze, wurden am 15. September 1935 vom Reichstag auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP („Reichsparteitag der Freiheit“) in Nürnberg einstimmig beschlossen. Mit ihnen stellten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie auf eine juristische Grundlage. Im Zweiten Weltkrieg war Nürnberg eines der bevorzugten Ziele der Bombardierungen der Alliierten, die am 2. Januar 1945 die Nürnberger Altstadt zerstörten und die Stadt als Ganzes schwer beschädigten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab November 1945, hielten die Siegermächte hier die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab. Beim Wiederaufbau orientierte man sich an den vormaligen Stadtstrukturen, so dass mittelalterliche und vor allen Dingen frühneuzeitliche Zusammenhänge an vielen Plätzen ablesbar sind.


Religionen

Die Bevölkerung Nürnbergs gehörte ursprünglich zum Bistum Eichstätt, ab 1016 wurde das Gebiet nördlich der Pegnitz dem Bistum Bamberg zugeordnet. 1525 führte die Reichsstadt Nürnberg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Danach blieb sie über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Lediglich das exterritoriale Gebiet der Deutschordensniederlassung blieb katholisch. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern 1808 wurde die Bevölkerung Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Im gleichen Jahr wurde das Generaldekanat, 1810 das Dekanat Nürnberg und 1934 der Kirchenkreis Nürnberg errichtet. Die Kirchengemeinden der Stadt Nürnberg gehören heute zum Dekanat Nürnberg, das mit 3 Prodekanaten (Nürnberg-Mitte/Nord, Nürnberg-Ost, Nürnberg-West) geführt wird.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es auch für die reformierten Gemeindeglieder eine eigene Gemeinde, die 1853 zusammen den anderen reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode erhielt. 1919 trennten sich die reformierten Gemeinden formell von der Protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die „Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins“, die sich seit 1949 „Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern“ nannte und heute Teil der Evangelisch-reformierten Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland (Synodalverband XI) ist.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder zu. Im Jahre 1810 entstand die erste katholische Gemeinde in Nürnberg seit der Reformation. Sie erhielt 1816 die Frauenkirche zur dauerhaften Nutzung. Seither nahm der Anteil der katholischen Bevölkerung ständig zu, und weitere Gemeinden entstanden. Insbesondere wurden auch katholische Vororte nach Nürnberg eingegliedert, so dass das Verhältnis der katholischen Bevölkerung im 20. Jahrhundert etwa 1/3 zu 2/3 war. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören überwiegend zum Dekanat Nürnberg des Erzbistums Bamberg. Die Pfarreien in den südlichen Stadtteilen gehören zum Dekanat Nürnberg-Süd des Bistums Eichstätt.

Neben den Landeskirchen gibt es auch eine Vielzahl an Freikirchen in Nürnberg.


Wappen

Das Große Wappen der Stadt Nürnberg zeigt in Blau einen goldenen Adler mit herschauendem, golden gekröntem Königshaupt. Dieses Wappen wurde schon im Siegel von 1220 erwähnt und versinnbildlicht das Reich („Reichsstadt“). Der Kopf wurde zeitweise auch als Frauenkopf dargestellt. In seiner heutigen Form wurde das Große Wappen 1936 verliehen und 1963 vom Stadtrat bestätigt.

Das Kleine Wappen der Stadt Nürnberg zeigt in gespaltenem Schild, vorne in Gold, einen halben, rot gezungten und golden bewehrten schwarzen Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber. Die Schrägteilung ist schon seit 1260 nachweisbar. Der Reichsadler kam ab 1350 hinzu und stellte somit das Rücksiegel dar. Seit 1513 wurde diese Abbildung in den Siegeln der Ämter und Außenbehörden Nürnbergs verwendet, wobei die Zahl der Schrägbalken und die Farbgebung mehrmals variierte. Die heute noch gebräuchliche Form wurde 1936 zusammen mit dem Großen Wappen verliehen. Aus dem kleinen Wappen leitet sich auch die Stadtflagge ab. Sie zeigt die Farben Rot und Weiß ebenfalls in Schrägteilung.


Wirtschaft und Infrastruktur

Über Standortkompetenzen der europäischen Spitzenklassen verfügt Nürnberg insbesondere in den Bereichen Information und Kommunikation, Energie und Leistungselektronik sowie Verkehr und Logistik. Nürnberg ist noch vor Hamburg der bedeutendste Druckstandort Deutschlands. Im Bereich der Marktforschung ist Nürnberg ebenfalls führend: jeder dritte deutsche Marktforscher arbeitet hier. Des weiteren wurde die Region zur Gateway-Region zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten von der EU definiert.

Im Juli 2000 wurde das Europa-Büro der Stadt Shenzhen in Nürnberg eröffnet.


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Nürnberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





Seitenanfang