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Die Stadt Mülheim an der Ruhr ist eine kreisfreie Stadt im westlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Weil die Ruhr mitten durch die Innenstadt fließt, während sie in den übrigen Großstädten des Ruhrgebiets nur die Randbezirke streift, wird Mülheim auch die "Stadt am Fluss" genannt. Die Stadt liegt eingebettet inmitten der Metropolen Düsseldorf, Essen und Duisburg/Oberhausen. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1908 die Grenze von 100.000 und machte Mülheim an der Ruhr zur Großstadt. Heute ist sie mit ihren ca. 170.000 Einwohnern eine der kleineren Großstädte des Landes. Verwaltungstechnisch gehört sie zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland und im Regionalverband Ruhr. Mülheim an der Ruhr ist Sitz zweier Max-Planck-Institute.
Räumliche Lage Die Innenstadt befindet sich etwa 10 bis 12 km östlich der Mündung der Ruhr in den Rhein an beiden Ufern des Flusses, der das gesamte Stadtgebiet auf einer Länge von 14 km von Südosten nach Nordwesten durchmißt. Die Stadt liegt im Schnittpunkt des niederrheinischen Tieflandes, dem die Stadtgebiete links der Ruhr zugerechnet werden, mit dem Bergischen Land, zu dem die Gebiete rechts der Ruhr zählen. Die Lage des Stadtzentrums direkt am Fluss ist ein Alleinstellungsmerkmal Mülheims und erhöht die Attraktivität der Innenstadt. In der Landesplanung ist Mülheim als Mittelzentrum eingestuft.
Nachbarstädte Die Stadt Mülheim an der Ruhr grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt Oberhausen und im Osten an die kreisfreie Stadt Essen. Im Süden liegt der Ballungsraum Düsseldorf mit der Stadt Ratingen im Kreis Mettmann und im Westen die kreisfreie Stadt Duisburg. Die Gesamtlänge der Stadtgrenze zu den Nachbarstädten beträgt 49 km.
Geschichte Die Geschichte der Stadt Mülheim ist eng verbunden mit dem Schloss Broich, das um 900 - nach ungesicherten Spekulationen in den Jahren 883/884 als Wehranlage gegen die Überfälle der Wikinger - an der Ruhrfurt errichtet wurde. Im Jahre 1093 wurde "Mulinhem" als Gerichtsstätte des Ruhrgaues bezeichnet, und in dieser ersten urkundlichen Erwähnung des Stadtnamens wurden auch ein Herr von Broich und andere Adelsvertreter des Mülheimer Raumes genannt.
Um 1200 wird das Zisterzienserinnenkloster Saarn gegründet. Über die Gründer dieser Zeit und die ersten Frauen im Kloster weiß man sehr wenig. Einige Jahrzehnte später, in einer zweiten Gründungsphase, wurde Erzbischof Engelbert I. von Köln (reg. 1220-1225) im Rahmen seiner politischen Aktivitäten als Erzbischof, Herzog von Berg und zugleich Reichsverweser und Erzieher des minderjährigen Königs Heinrichs VII. (reg. 1220-1235) auf Kloster Saarn aufmerksam. Engelbert sorgte wahrscheinlich für die Aufnahme der Saarner Nonnen in den Zisterzienserorden und die Einführung einer strengen Klausur, außerdem für eine umfangreiche Privilegierung des Klosters durch den Papst und das Reich. Das Leben der Nonnen und die Existenz des Klosters wurden damit auf eine neue, dauerhafte rechtliche und materielle Grundlage gestellt. In der Folgezeit erhielt das Kloster zahlreiche Schenkungen aus dem Mülheimer, u. a. auch von den Herren Broichs, und benachbarten Raum. König Heinrich wurde - vermutlich auf Veranlassung Engelberts - von den Nonnen in ihrem Memorienbuch als "fundator" (Gründer) geehrt. Der Abt von Kamp erhielt die Aufgabe, über das Zisterzienserinnenkloster die Aufsicht zu führen und die Nonnen geistlich zu betreuen. Im 15. und ab dem 17. Jahrhundert gibt es Tendenzen der Umwandlung des Klosters in ein Damenstift. Kloster Saarn wird 1808/09 im Zuge der Säkularisation der Kirchengüter von der französischen Regierung des Großherzogtums Berg aufgehoben.
Weil im Jahre 1372 die Herren von Broich ausstarben, fällt Schloss Broich zunächst an die Grafen von Isenberg-Limburg. Dem Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers und Herzog Gerhard von Jülich-Berg gelang 1443 gemeinsam die Eroberung und Inbesitznahme Broichs, wobei die Burg stark zerstört wurde. Nach dem Aussterben der Grafen von Isenberg-Limburg-Broich in männlicher Linie 1508 ererbte die Besitzungen das Grafengeschlecht von Daun-Falkenstein.
Im 16. Jahrhundert entzogen sich die Landesherren der Herrschaft Broich mit Hilfe der Herzöge von Berg den kurkölnischen Ansprüchen auf Broich. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dem Herzogtum Berg, Souveränitätsrechte über die Herrschaft Broich geltend zu machen.
Während des spanisch-niederländischen achtzigjährigen Kriegs, der auch die Niederrheinlande und Westfalen in große Mitleidenschaft zog, belagerten im Jahre 1598 spanische Truppen Schloss Broich, das schließlich durch Kapitulation erobert wurde. Nur wenige Tage nach der Kapitulation des Schlosses ermordeten die Spanier Graf Wirich von Daun-Falkenstein, den wichtigsten Führer der Protestanten in den Herzogtümern Jülich-Kleve.
Ebenfalls durch Mord wird die Linie der Grafen zu Daun-Falkenstein im Jahre 1682 ausgelöscht und das Lehen fällt an die Grafen von Leiningen, welche die Broicher Herrschaft durch einen Rentmeister verwalten lassen.
Die Industrialisierung Mülheims beginnt um 1770 mit dem Ausbau der Ruhr zu einer Schifffahrtsstraße. Während auf dem Unterlauf der Ruhr, zwischen Duisburg und der Mülheimer Innenstadt, seit dem 14. Jahrhundert Schiffsverkehr möglich war und bereits 1716 in Duisburg-Ruhrort der erste Rheinhafen entstand, wurde die Ruhr erst 1780 durch die Errichtung der ersten Schleuse auch oberhalb der Mülheimer Innenstadt schiffbar. Damit erfuhr der Kohlenhandel einen massiven Aufschwung, denn die Schleppkähne konnten nun von Hattingen bis zum Duisburger Hafen entlang des Leinpfads getreidelt werden. Mit Zeche Humboldt und Zeche Sellerbeck entstanden um die gleiche Zeit auch die ersten Zechen mit wirtschaftlicher Kohleförderung auf Mülheimer Stadtgebiet.
Im Zuge der napoleonischen Eroberungen werden 1806 die Herrschaften Broich und Styrum aufgelöst und es entsteht das Amt Broich-Styrum, zu dem auch Mülheim gehört. Nur zwei Jahre später, am 18. Februar 1808, wird Mülheim von der französischen Verwaltung zur Munizipalität erklärt und die Ortschaft erhält damit erstmals Stadtrechte nach französischem Vorbild. Auch verwaltungstechnisch wurde die Stadt aus dem Herzogtum Berg ausgegliedert und dem neu geschaffenen Rhein-Departement zugeordnet.
Im Jahre 1811 eröffnet Mechanikus Johann Dinnendahl eine mechanische Werkstatt und gemeinsam mit seinem Bruder, Franz Dinnendahl, gründet er 1820 eine Eisenschmelze zur Herstellung von gegossenen Maschinenteilen, aus der später die Friedrich Wilhelms-Hütte hervorgeht.
Nach den Beschlüssen des Wiener Kongreß wird Mülheim 1815 dem preußischen Staat zugeordnet und seit 1816 durch den Landkreis Essen verwaltet, der jedoch schon zum 27. September 1823 aufgelöst und, als Teil der Rheinprovinz, mit dem Kreis Dinslaken zum neuen Landkreis Duisburg vereinigt wurde.
Der enorme wirtschaftliche Aufschwung ermöglicht 1838 die Inbetriebnahme der ersten Schienenbahn des Ruhrgebiets vom Hafen zur Zeche Sellerbeck in Dümpten und 1839 die Fertigstellung der privaten Aktienstraße vom Mülheimer Hafen nach Essen-Borbeck.
Vierzig Jahre nach Erteilung der französischen Stadtrechte erhält Mülheim 1846 auch das Stadtrecht nach preußischem Recht.
 Einwohnerentwicklung 1904 verdoppelte sich die Bevölkerung von Mülheim nach der Eingemeindung mehrerer Ortschaften - darunter die Gemeinde Styrum (18.434 Einwohner 1900) - von etwa 45.000 auf rund 90.000. Im Jahre 1908 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1965 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 193.000 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2005 lebten in Mülheim nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 169.905 Menschen mit Hauptwohnsitz.
Verkehr und Infrastruktur Nach einer im Jahre 2003 von der Europäischen Kommission im Rahmen des Projektes „Urban Audit II“ (Lebensqualität in den Regionen Europas) durchgeführten Studie, die sich mit der Erreichbarkeit von 258 Städten aus den 25 EU-Staaten beschäftigte, belegte Mülheim an der Ruhr, nach Frankfurt am Main, Düsseldorf, Darmstadt und Mainz den fünften Platz teilen sich Brüssel, Mülheim an der Ruhr und Paris.
Die verkehrstechnische Anbindung Mülheims an Europa ist offensichtlich beinahe ideal; dies zeigt auch die zentrale Lage der Stadt in der "Blauen Banane". Die Nähe zum internationalen Flughafen Düsseldorf, die kurzen Wege zu den regionalen Flughäfen in Münster, Dortmund, Mönchengladbach und Weeze und darüber hinaus der eigene Flughafen begründen die gute Luftverkehrsanbindung der Stadt. Für den Verkehrsbereich Schiene gilt zwar die Einschränkung, dass die Bedeutung des Mülheimer Hauptbahnhofes bis auf Ausnahmen nur im Regionalverkahr zu sehen ist, aber durch die Nähe zu den Eisenbahnknotenpunkten Essen, Düsseldorf und Duisburg wird dieser Nachteil wieder ausgeglichen. Für den Individualverkehr ist eine schnelle Anbindung an Fernverkehrsstraßen gegeben, die das Stadtgebiet in Form eines Dreiecks umgeben.
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