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Die Stadt Die Hansestadt Lübeck (Aussprache regional mit gespanntem e, also [ˈlyːbek], verbreitet aber auch [ˈlyːbɛk]; Adjektiv: lübsch) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Deutschlands und im Südosten Schleswig-Holsteins an der Ostsee (Lübecker Bucht). Sie hat nach der Landeshauptstadt Kiel die meisten Einwohner und ist eines der drei Oberzentren des Landes. Flächenmäßig ist sie die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die aus dem Mittelalter erhaltene Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Nächstgrößere Städte sind Hamburg etwa 58 km südwestlich, Kiel etwa 63 km nordwestlich und Schwerin etwa 54 km südöstlich. Die Einwohnerzahl überschritt im Jahr 1911 die Grenze von 100.000, wodurch Lübeck zur Großstadt im modernen Sinne wurde. Lübeck grenzt unmittelbar an die Europäische Metropolregion Hamburg an. Die Lübecker selbst verstehen ihre Stadt der Sieben Türme heute noch als das „Tor zum Norden“ Europas.
Die Stadt liegt in der Norddeutschen Tiefebene an der unteren Trave, einem schiffbaren Fluss, der in Richtung Nordosten das Stadtgebiet durchfließt und etwa 17 km von der Altstadt entfernt im Stadtteil Travemünde in die Ostsee (Lübecker Bucht) mündet. Die Altstadt liegt auf einem Hügel, der einen Werder zwischen den Wasserläufen der Trave und der hinein mündenden Wakenitz bildet. Ferner durchzieht der Elbe-Lübeck-Kanal das Stadtgebiet von Krummesse bis zur Trave. Die umgebende Landschaft gehört zum Ostholsteiner Hügelland und ist geprägt von der Weichseleiszeit (Pleistozän). Die geografische Lage am Urstromtal der Trave, die kurz vor Travemünde den Baltischen Höhenrücken durchbricht, begünstigte die Entwicklung der Stadt als Ostseehafen und begründete ihren rasanten Aufstieg zum nordeuropäischen Machtzentrum des Mittelalters.
 Geschichte Im Osten Holsteins fand die slawische Besiedelung um ca. 700 statt. Bereits auf die Zeit Karls des Großen ging eine erste Ansiedelung nördlich der Lübecker Altstadtinsel zurück. Dieses slawische Liubice ("lieblich"), das sich an der Mündung der Schwartau in die Trave befand und heute nach den Ausgrabungen ein wichtiges Bodendenkmal ist, war seit dem 10. Jahrhundert neben Oldenburg in Holstein (Starigard) die wichtigste Siedlung der Abodriten. Das in der Mecklenburg und Liubice sesshafte Geschlecht der Nakoniden lag mit den Liutizen in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen. Wahrscheinlich war Liubice bereits in dieser Zeit burgartig befestigt. Nach einer Erwähnung 819 wurde Liubice erneut um das Jahr 1076 von Adam von Bremen in seiner la:Gesta Hammaburgensis Ecclesiae Pontificum erwähnt, in der auch von der Steinigung des Ansverus im Jahr 1066 bei Einhaus berichtet wird. Im Jahr 1093 übernahm der christliche Nakonide Heinrich die Herrschaft über die Abodriten und machte Liubice zu seiner Residenz. Nach seinem Tod im Jahr 1127 wurde der Ort von den Ranen niedergebrannt.
Die Stadt Lübeck in der heutigen Lage auf dem Hügel Buku, Standort einer ehemaligen wendischen Burg zwischen Trave und Wakenitz, wurde dann 1143 durch Adolf II., Graf von Schauenburg und Holstein als erste deutsche Hafenstadt an der Ostsee neu begründet. Er legte hier die erste für Lübeck dokumentarisch aufgeführte Burg, ein Holz-Erde-Wall, an, welche 1147 von Helmold von Bosau erwähnt wurde. Mittels Grabungen aus der Neuzeit konnte ein Brunnen für die Zeit um 1155 bestimmt werden. Die Burganlage musste Adolf 1158 an Heinrich den Löwen abtreten, als er durch seine Einmischung in die dänischen Thronstreitigkeiten dessen Unzufriedenheit erregt hatte. 1149 wurde Vizelin Bischof in Oldenburg. Nach Heinrichs Sturz wurde die Burg von 1181 bis 1189 kaiserlich, anschließend bis 1192 dann wieder herzoglich-sächsisch. Für den kurzen Zeitraum von 1192 bis 1201 ist sie wieder in gräflich-holsteinischem Besitz gewesen und wurde 1217 von König Waldemar II von Dänemark erwähnt und verblieb bis 1227, als sie einem Klosterneubau wich, in seinem Besitz. 1229 wurde das Dominikanerkloster gegründet.
Nach einem Brand 1157 und dem vergeblichen Versuch ein Löwenstadt genanntes Konkurrenzprojekt zu verwirklichen, wurde Lübeck 1159 nach der Abtretung durch den Grafen Adolf II. von Heinrich dem Löwen wiederaufgebaut, der hierfür seine Stadt Bardowick aufgab. Dieser Zeitpunkt wird heute von Historikern als der Beginn der Kaufmannshanse (im Gegensatz zur späteren Städtehanse) angesehen. Wichtigstes Argument für diese Position stellt dabei das Artlenburger Privileg von 1161 dar, in dem Lübecker Kaufleute den bisher im Ostseehandel dominierenden Gotländischen Kaufleuten rechtlich gleichgestellt werden sollten. In dieser Zeit begann durch Helmold von Bosau und seinen Nachfolger Arnold von Lübeck mit der Chronica Slavorum die umfassende schriftliche Überlieferung des Zeitgeschehens in Nordostdeutschland. 1181 belehnte Kaiser Friedrich Barbarossa in Lübeck Herzog Bogislav I. mit dem Herzogtum Pommern, das dadurch reichsunmittelbar wurde. Das Barbarossa-Privileg von 1188 sicherte der Neugründung den territorialen Bestand und die Handelsmöglichkeiten. Die der Stadt von Heinrich mitgegebene Ratsverfassung beruhte auf einem Stadtrat von 20 Ratsherren, der sich aus den Zusammenschlüssen der Kaufleute selbst durch Zuwahl ergänzte und aus seiner Mitte bis zu vier Bürgermeister wählte. Damit konnten nur die wirtschaftlich stärksten Kaufmannsfamilien in den Rat gelangen, es durfte allerdings nur jeweils ein Mitglied einer Familie im Rat sein, nie zwei gleichzeitig. Dieses Modell der Verfassung blieb bis zum 19. Jahrhundert weitgehend erhalten. Damit war die Grundlage für den ausschließlich an den Interessen der Fernhandelskaufleute ausgerichteten rasanten Aufstieg Lübecks zur Handelsmacht in Nordeuropa von der inneren Struktur gelegt. Um 1200 nahm der Hafen und die Schifffahrt weiter Aufschwung: Lübeck wurde der Auswanderungshafen für die Ostkolonisation des Deutschen Ordens in Livland, die unter dem Hochmeister Hermann von Salza ihren Höhepunkt erreichte (Goldene Bulle von Rimini vom März 1226). Kurz darauf erlangte Lübeck im Juni 1226 von Kaiser Friedrich II. mit dem Reichsfreiheitsbrief die Reichsfreiheit und wurde reichsunmittelbare Stadt. Der konsequente Interessenpolitiker Hermann von Salza war der engste Berater Kaiser Friedrichs. Die Stadt nahm durch ihre günstige geografische Lage und den neuen Schiffstyp Hansekogge, die ein vielfaches an Frachtgut im Vergleich zu früheren Schiffstypen befördern konnte, rasch Aufschwung. Die Bedrohung der Eigenständigkeit durch die dänische Machtausdehnung unter Waldemar II wurde in der Schlacht von Bornhöved (1227) erfolgreich abgewehrt. Lübeck wurde zum Hauptort der Hanse auch Königin der Hanse und entwickelte sich zur zeitweise wichtigsten Handelsstadt im nördlichen Europa. Mitte des 13. Jahrhunderts entstand der Verband der wendischen Städte unter Lübecks Führung und die Hanse wandelte sich zur Städtehanse. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh Lübeck 1340 das Goldmünzrecht. 1356 fand der erste allgemeine Hansetag in Lübeck statt.
Die ständigen Auseinandersetzungen mit Dänemark unter König Waldemar IV. führten nach der Niederlage der Hanseatischen Flotte unter dem Befehl des Lübecker Bürgermeisters Johann Wittenborg im Öresund vor Helsingborg zu dem für die Hansestädte ungünstigen Frieden von Vordingborg (1365) und im Jahr 1367 zur Bildung der Kölner Konföderation. 1369 fiel die Festung Helsingborg nach der hansischen Belagerung unter Lübecks Bürgermeister Brun Warendorp. Die Auseinandersetzungen wurden 1370 durch den Bürgermeister Jakob Pleskow mit dem Frieden von Stralsund zu einem für die Hanse günstigen Abschluss gebracht. Damit erreichte Lübeck den Höhepunkt seiner Macht im Ostseeraum. Seine Währung wurde durch die Gründung des Wendischen Münzvereins 1379 zur Leitwährung im Ostseehandel.
Im 14. Jahrhundert war Lübeck nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der fünf Herrlichkeiten des Reiches, gemäß dem Edikt von Kaiser Karl IV. vom 20. Oktober 1375. Allerdings kam es um 1380 zu inneren Unruhen, den Knochenhaueraufständen unter Hinrik Paternostermaker, dessen Verschwörung 1384 scheiterte.
Das Lübecker Stadtrecht (lübisches Recht) galt in vielen Hansestädten, und der Lübecker Rat war Appellationsinstanz für alle Hansestädte des Lübecker Rechtskreises.
Hamburg und Lübeck arbeiteten eng zusammen, während Hamburg insbesondere den Nordseeraum und Westeuropa abdeckte, orientierte sich der Seeverkehr Lübecks nach Skandinavien und in den Ostseeraum vom Bergener Kontor Bryggen bis nach Nowgorod. Der Handelsverkehr zwischen den beiden Hansestädten wurde vorwiegend über Land, beispielsweise über die Alte Salzstraße, durchgeführt, aber auch per Binnenschiff durch den Stecknitz-Kanal, über den auch das Salz aus Lüneburg, eines der wichtigsten Exportgüter Lübecks in Richtung Norden und Osten, transportiert wurde. Das Salz wurde im Ostseeraum benötigt, um Fisch zu konservieren. Der Hering war im Mittelalter im Binnenland eine beliebte Fastenspeise. Der von den Hamburgern mit erheblichem Aufwand betriebene Bau des Alster-Beste-Kanals zur Verbindung beider Städte führte hingegen nicht zum gewünschten Erfolg.
Lübeck unterhielt eine bedeutende Kriegsmarine zum Schutz der Handelsinteressen der Hanse und zum Schutz gegen Seeräuber, wie die Vitalienbrüder.
Auch der Beginn des 15. Jahrhunderts war von 1408–1415 durch innere Unruhen geprägt. In deren Verlauf kam es zur Absetzung des Rates. So geriet Lübeck 1410 vorübergehend in Reichsacht.
Die Einführung des Sundzolls 1429 für die Durchfahrt durch den Öresund durch König Erik VII. führte zu einer erneuten Eskalation zwischen den Hansestädten und Dänemark, die 1435 mit dem Frieden von Vordingborg mit einer Bestätigung der Privilegien der Hanse beigelegt wurde.
Die ständigen Einschränkungen der Privilegien der Hanse am Londoner Stalhof führen 1470 zur Kriegserklärung der Wendischen und preußischen Städte der Hanse gegen England. Der Seekrieg wird als Kaperkrieg geführt und für die Hanse durch den Frieden von Utrecht (1474) durch den Bürgermeister Hinrich Castorp erfolgreich abgeschlossen.
Der Ostseehandel der Lübecker in dieser Zeit wurde nicht nur von Salz, Heringen aus Schonen und Stockfisch aus Nordnorwegen geprägt. Nordeuropa wurde von hier aus mit Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Bedeutung erlangte der Handel mit Kunstgegenständen. Werke mittelalterlicher Kunst des Malers und Bildhauers Bernt Notke und dessen Zeitgenossen Hermen Rode finden sich, ebenso wie in Lübeck hergestellte Flügelaltäre im gesamten Ostseeraum.
Die Handelsbeziehungen der Hanse förderten auch den Absatz von Büchern. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks wurde Lübeck Ende des 15. Jahrhunderts durch Drucker wie Lucas Brandis, Bartholomäus Ghotan (der 1488 mit dem Missale Aboense das erste für Finnland gedruckte Buch herstellte), Steffen Arndes (Niederdeutsche Bibel, 1494) und später Johann Balhorn zum Druck- und Buchvertriebszentrum des Ostseeraums. Die von Hans van Ghetelen 1498 herausgegebene niederdeutsche Übersetzung des Reynke de vos (Reineke der Fuchs) war in Deutschland und Skandinavien zu der Zeit nach heutiger Diktion ein trivialer Bestseller. In Deutschland übertraf Lübeck im Markt für Druckerzeugnisse die Stadt Köln, da diese durch den prägenden Katholizismus den Markt nicht in der geforderten Art und Weise bedienen konnte.
1500 wurde Lübeck Teil des Niedersächsischen Reichskreises.
Die Fehden mit Dänemark nahmen nach 1509 aufgrund der Hegemonialpolitik des dänischen Königs Christian II. wieder zu, wurden aber zunächst im Frieden von Malmö (1512) durch den Bürgermeister Thomas von Wickede beigelegt. Sie loderten jedoch bald wieder auf. Lübeck verhalf Gustav I. Wasa 1523 auf den schwedischen Thron, unter Mitwirkung des Bürgermeisters von Wickede wird König Christian II. abgesetzt und Friedrich I. zum neuen König von Dänemark gekrönt; im Gegenzug wurde die Insel Bornholm von 1525–1576 lübisch. Für Dänemark endete hiermit die Zeit der Kalmarer Union.
Die Zeit von etwa 1522 bis 1530 war geprägt von der im Vordringen befindlichen Reformation. 1531 berief der Rat Johannes Bugenhagen, um das Gemeinwesen (Kirche, Schule, Sozialfürsorge) im reformatorischen Sinn neu zu ordnen. Seine Der Keyserliken Stadt Lübeck christlike Ordeninge erschien im Mai 1531; Ende des Jahres zwang der Rat das Domkapitel in einem Vertrag zum Verzicht auf das Kirchenvermögen in der Stadt. Hermann Bonnus wurde erster Superintendent und Rektor der neu gegründeten Lateinschule Katharineum.
Jürgen Wullenwever, der im März 1533 durch eine umsturzartige Machtübernahme Bürgermeister wurde, versuchte mit militärischen Mitteln, die alte Vormachtstellung im Ostseeraum wiederherzustellen und die Grafenfehde zu Gunsten Lübecks zu beeinflussen. Zur Finanzierung seiner militärischen Abenteuer ließ er unter anderem den Kirchenschatz einschmelzen. Doch er scheiterte dramatisch, musste 1535 die Stadt verlassen und wurde vom Erzbischof von Bremen gefangen genommen und 1537 hingerichtet.
In kultureller Hinsicht führte die Reformation zu einem Abbruch der künstlerischen Produktivität der Stadt, da die Auftraggeber für sakrale Kunstwerke dem Zeitgeist entsprechend fehlten. Allein der Terrakottabildhauer Statius von Düren, der Maler Hans Kemmer und die Familie des Bildschnitzer Tönnies Evers d. Ä. bereicherten noch die Renaissance in Norddeutschland. Ihnen folgen als Künstler der Übergangszeit der Bildschnitzer Tönnies Evers d. J. und der Maler Johannes Willinges nach.
Im Zuge des Dreikronenkrieges zwischen Dänemark und Schweden, bei dem Hansestädte den dänischen König unterstützten, erreichte Lübeck als einzige Macht seine Kriegsziele, da der Frieden von Stettin von 1570 der Stadt die Narva-Fahrt garantierte. Allerdings offenbarte sich auch die von nun an eingeschränkte Machtposition der Stadtstaaten im Verhältnis zu den Flächenstaaten.
1615 erhielt Lübeck mit der Lübecker Stadtbefestigung ein modernes Befestigungsanlagensystem nach niederländischer Manier. Die Anlagen wurden von Johann von Ryswyck und Johan van Valckenburgh entworfen, der auch für die Befestigungen von Hamburg, Bremen und Ulm verantwortlich war. Im Gegensatz zu dem ungefähr zeitgleich entstehenden Hamburger Bastionsring sowie den Anlagen in Braunschweig und Bremen verzichtete man in Lübeck im Hinblick auf die topographische Situation der Stadt auf eine vollständige Umwallung der Stadt. Die Fertigstellung erfolgte ab 1634 durch den niederländischen Festungsbauer Johann von Brüssel.
Im Dreißigjährigen Krieg gelang es Lübeck, neutral zu bleiben. 1629 wurde hier der Friede von Lübeck zwischen den kaiserlichen Truppen und König Christian IV. von Dänemark geschlossen. Im Zuge der Vorbereitungen für einen umfassenden Friedenskongress waren 1641 im Zuge der Verhandlungen über die Hamburger Präliminarien zunächst die beiden Städte Hamburg und Lübeck als Kongressorte im Gespräch.
Wirtschaftlich profitierte die Stadt zu Anfang des Krieges zunächst durch ihre offen kaiserliche Haltung, so dass noch Wallenstein bei seinem Zug gegen Dänemark die finanziellen Transaktionen über Lübeck abwickeln ließ. Mit dem Kriegseintritt Schwedens übernahm zunehmend Hamburg die Abwicklung der notwendigen Finanzaktionen und wurde zum wichtigsten Umschlagsplatz für Waffen, Salpeter und andere kriegsnotwendige Materialien im Norden.
Wenn Lübeck auch nicht unmittelbar von den Kriegsereignissen betroffen war, so führte die zeitgleich stattfindende Umorientierung der europäischen Handelsströme nach Westen und das zunehmende Eindringen niederländischer Schiffe in die Ostsee zu einem erheblichen Bedeutungsverlust für den Lübecker Fernhandel. Dies vermocht auch der ab 1665 verstärkt aufgenommene, aber durchaus risikoreiche Walfang nicht zu ändern.
Der letzte Hansetag fand 1669 in Lübeck statt. Die drei Städte Lübeck, Hamburg und Bremen wurden zu Sachwaltern der Hanse und ihres Restvermögens eingesetzt.
Auch innenpolitisch steht das Jahr 1669 für einen Umbruch, mit der Kassarezess genannten Verfassungsreform räumten die im Rat vertretenen, aristokratisch gesonnenen Patrizierfamilien dem Bürgertum der Stadt widerwillig erweiterte Mitspracherechte, insbesondere bei der Kasse, dem Finanzhaushalt, ein. Der Kassarezess war die einzige wesentliche Änderung der Verfassung von den Anfängen der Stadt bis zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gleichwohl verfiel die Stadt - ob des gewonnenen status quo - in eine orthodox-konservative Denkweise, die bis zum 20. Jahrhundert anhielt. In diese Zeit vor der Aufklärung fällt das Wirken des voraufklärerischen Polyhistors und Hauptpastors an St. Marien Jacob von Melle. In dieser Zeit importiert der Kaufmann Thomas Fredenhagen die Bildhauerkunst eines Thomas Quellinus aus den Niederlanden. Lübecker Künstler wie die Gebrüder Kneller hingegen verlassen die Stadt, die ihnen mit ihrem geistigen Klima nicht genügend Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Der Siebenjährige Krieg ging an der Stadt knapp vorbei, ohne größeren Schaden Dank der schillernden Person des Lübecker Stadtkommandanten Graf Chasot und seinen diplomatischen Beziehungen auf höchster Ebene. Gegen Ende des 18. Jahrhundert entstanden auch in Lübeck aufgeklärte Salons wie um Deutschlands erste promovierte Philosophin Dorothea Schlözer, die mit dem Ratsherrn und späteren Bürgermeister Mattheus Rodde verheiratet war. In Lübeck wirkte um dieser Zeit der Maler Johann Jacob Tischbein. Vor den Toren der Stadt entstand mit der Stockelsdorfer Fayencemanufaktur eine über die Grenzen Norddeutschlands hinaus anerkannte Werkstatt. Der bürgerliche Geist der Zeit führte zur Gründung der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, die seither einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das kulturelle Leben der Stadt nimmt.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 blieb Lübeck noch reichsunmittelbare Stadt, um dann mit Fortfall des Heiligen Römischen Reiches 1806 ein souveräner deutscher Staat zu werden. Allerdings erfolgte am 6. November 1806 in Folge der für Blücher vernichtenden Schlacht von Lübeck im Rahmen des 4. Koalitionskrieges die Besetzung der neutralen Stadt durch die Truppen Napoleons unter Bernadotte verbunden mit der den Handel lähmenden Durchsetzung der Kontinentalsperre. Von 1811 bis 1813 fand sich Lübeck wider Willen vorübergehend als Teil des französischen Kaiserreiches wieder; es wurde Arrondissement im Département Bouches-de-l'Elbe. Die wirtschaftlichen Folgen der Ausblutung durch die Besatzung waren für die Stadt bis zur Mitte des Jahrhunderts spürbar. 1815 wurde Lübeck auf dem Wiener Kongress völkerrechtlich souveränes Mitglied des Deutschen Bundes.
Der Kunsthistoriker v. Rumohr bewirkte mit seiner Veröffentlichung Altertümer des transalbingischen Sachsen 1813 den Anstoss zum Erhalt der Lübecker Denkmäler und Kulturgüter. Seine Gedanken wurde von dem Zeichenlehrer Carl Julius Milde in Lübeck tatkräftig umgesetzt und bilden heute den Grundbestand der Museen für Kulturgeschichte der Hansestadt.
1835 stiftete der Senat die Medaille Bene Merenti für herausragende Dienste um und in Lübeck. Sie ist bis heute die bedeutendste Auszeichnung der Hansestadt.
In der Frankfurter Nationalversammlung 1848 wurde Lübeck durch den Abgeordneten Ernst Deecke vertreten.
Lübeck trat 1866 dem Norddeutschen Bund sowie 1868 dem Zollverein bei und wurde 1871 Gliedstaat des Deutschen Reiches; damit endet die seit 1806 bestehende völkerrechtliche Souveränität Lübecks. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung ein. Die Bevölkerungszahl wuchs rapide und die Vorstädte breiteten sich mit Aufhebung der Torsperre im Jahr 1864 aus, siehe auch Hauptartikel Städtebaugeschichte in Lübeck seit 1864.
Die ersten jüdischen Familien, die sich 1656 im Dorf Moisling – außerhalb der Lübecker Landwehr gelegen – niederließen, waren vor den Pogromen des ukrainischen Kosakenaufstandes (1648–1657) unter Hetman Bogdan Chmelniecki aus dem multinationalen Großreich Polen-Litauen geflohen. Der Eigentümer von Dorf und Gut Moisling, der Lübecker Bürgermeister Gotthard von Höveln (1603–1671), der die aschkenasischen Juden aus ökonomischen Erwägungen ansiedelte, stieß damit auf starken Widerstand bei Rat und Bürgerschaft, die bis dahin eine jüdische Ansiedlung sowohl im Lübecker Stadt- als auch Landgebiet verhindert hatten.
Nach einer Eskalation des Streits unterstellte von Höveln sein Dorf 1667 königlich-dänischer Territorialhoheit. Der Erbe, sein Schwiegersohn von Wickede, erlangte 1686 und 1697 auf Grund königlicher Konzessionen das Niederlassungsrecht für Juden in Moisling und deren unbeschränkte Handels- und Verkehrsfreiheit im dänischen Gesamtstaat. Doch die holsteinischen Landjuden bedurften, um den täglichen Lebensunterhalt zu bestreiten, für ihre Handelstätigkeit des Lübecker Marktes. Der aber blieb ihnen bis 1852 weitgehend verschlossen.
Zwischen 1702 und 1762 gehörte das Dorf gottorfischen bzw. dänischen Eigentümern. Die autonome jüdische Zivil- und Zeremonialgerichtsbarkeit des Unterrabbinats Moisling stand dem Altonaer Oberrabbiner zu. 1762 wurde das Dorf lübeckisches Privateigentum, so dass die Stadt ihre antijüdische Politik kontinuierlich durchzusetzen vermochte. Per Staatsvertrag zwischen Dänemark und Lübeck gelangte 1806 die Landeshoheit über Moisling an die Reichsstadt, wodurch die nunmehr 300 rechtlosen Landjuden Lübecker Staatsangehörige wurden; deren ungeregelter Rechtsstatus blieb bis 1848 unverändert.
Die in der napoleonischen Phase (1811–1813) oktroyierte bürgerliche Gleichstellung der Juden, die u. a. zur Folge hatte, dass die Hälfte der Moislinger jüdischen Gemeinde nach Lübeck gezogen war, nahm der Senat 1814 zurück und vertrieb die Juden aus der Stadt. Im abseitigen Moislinger Zwangsghetto ernährten sich die kontinuierlich verarmenden Juden hauptsächlich vom Hausierhandel in benachbarten Territorien.
Die traditionell gesetzestreue Gemeinde stellte 1825 einen altfrommen polnischen Rabbiner auf Lebenszeit an, konnte 1827 eine neue Synagoge weihen und 1837 eine Elementarschule einrichten. In der internen Auseinandersetzung um die Reform des Judentums obsiegten die Traditionalisten. Ihre politisch-rechtliche Emanzipation erlangten die Juden 1848 im Rahmen eines verfassungsrechtlichen Modernisierungsprozesses der freien Hansestadt Lübeck. Die ökonomisch-soziale Emanzipation bekräftigte abschließend und unwiderrufen ein 1852 verkündetes Gesetz, ebenso wie die Zulässigkeit einer interkonfessionellen Eheschließung (Mischehe).
Der Zusammenbruch des Kaiserreichs 1918 führte in Lübeck zwar nicht zu revolutionären Verwerfungen, aber bereits im gleichen Jahr zu einem neuen, zeitgemäßen Wahlrecht des Staates und im Mai 1920 zu einer neuen, ersten demokratischen Verfassung im modernen Sinne. Die Gemeinsamkeit der Hanse endete in diesem Jahr insofern, als die Freien Städte nunmehr keine gemeinsame, sondern fortan jeweils eigenständige Vertretungen beim Reich unterhielten. Ansonsten wurde Lübeck von den Unruhen der frühen Weimarer Republik kaum betroffen. Wie vielerorts in Deutschland nahmen in den 20ger Jahren auch in Lübeck Kunst und Kultur einen viel beachteten Aufschwung, auch wenn bedauerlicherweise durch die Inflation der Stadt die bemerkenswerte Kunstsammlung des Lübecker Mäzens Dr. Max Linde verloren ging. Neue Kraft brachte der engagierte Museumsdirektor Carl Georg Heise, der eine Vielzahl von begabten Lübecker Künstlern förderte. Einige davon entstammten dem von dem Lübecker Schuldirektor der Oberschule zum Dom Sebald Schwarz zusammengestellten Reformkollegium, wie Asmus Jessen und Hans Peters. Es entwickelte sich ein Kreis um den Gartenbaudirektor Harry Maasz, der auch für Fremde wie Erwin Bossanyi offen war. Andere wie Erich Dummer wurden von Heise aus der Einsamkeit heraus gefördert. Der Graphiker Alfred Mahlau änderte den Außenauftritt der Stadt prägend und schuf nicht nur die heutige Marke Niederegger und der Schwartauer Werke.
Nach dem tragischen Lübecker Impfunglück 1930 erregte der anschließende Calmette-Prozess international Aufsehen und schrieb im Ergebnis Rechtsgeschichte.
Im März 1933 setzte die NSDAP in Lübeck die Gleichschaltung durch und die demokratischen Verfassungsprinzipien außer Kraft; Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt ernannte zum 30.5. seinen Stellvertreter, den Zahnarzt Dr. Otto-Heinrich Drechsler, zum Bürgermeister. Die Auseinandersetzung der Nationalsozialisten mit den demokratischen Parteien fokussierten in der Person des prominenten Lübecker Journalisten, Widerstandskämpfers und SPD - Reichstagsabgeordneten Dr. Julius Leber, der schon am 1. Februar 1933 erstmals verhaftet wurde und später als Mitglied des Kreisauer Kreises hingerichtet wurde. Auch der junge Willy Brandt konnte sich der Verfolgung nur durch Flucht nach Skandinavien entziehen.
Durch das Groß-Hamburg-Gesetz verlor Lübeck 1937 seine 711 Jahre andauernde territoriale Eigenständigkeit und wurde zu einem Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein mediatisiert. Vorangegangen war ein Tauziehen der Nationalsozialistischen Gauleiter von Mecklenburg (Friedrich Hildebrandt), und Schleswig-Holstein (Hinrich Lohse) um die Einbeziehung der Stadt in ihren jeweiligen Machtbereich. Weil die Hansestadt von der Einwohnerzahl her zu klein war, wurde sie zunächst bis 1937 Friedrich Hildebrandt gemeinsam mit Mecklenburg als Reichsstatthalter unterstellt.
Im September 1941 wurden 605 Insassen der Heilanstalt Strecknitz auf Veranlassung der Nationalsozialisten abgeholt und ermordet (Aktion T4).
Von den in Lübeck lebenden Juden waren bis 1939 über die Hälfte ausgewandert oder auf Binnenwanderung gegangen, die 203 verbliebenen wurden teils am 6. Dezember 1941 mit einem Transport von 90 Personen in das Konzentrationslager Jungfernhof bei Riga verbracht, die letzten Transporte gingen 1942/43 in das Ghetto Theresienstadt. Nur drei Personen überlebten Deportation und Lager.
In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. März auf den 29. März 1942 wurde Lübeck als erste deutsche Großstadt mit einem Flächenbombardement von der britischen Royal Air Force bombardiert, als „Vergeltung“ für den deutschen Angriff auf die englische Stadt Coventry. In Lübeck wurden bei dem Bombenangriff 320 Menschen getötet, 1044 Gebäude der Stadt zerstört oder beschädigt, unter ihnen die Marienkirche, die Petrikirche und der Dom. Die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Häusern trug bleibende Schäden davon.
Der Schweizer Diplomat und Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Carl Jacob Burckhardt erreichte 1944, dass der Lübecker Hafen zum Umschlaghafen für Schiffe des Roten Kreuzes wurde und die Stadt somit vor weiteren Bombardierungen geschützt werden konnte. Hierfür wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt zuteil. Am 23. April 1945 traf Heinrich Himmler in Lübeck den schwedischen Grafen Folke Bernadotte, dem er ein Waffenstillstandsangebot unterbreitet. Präsident Harry S. Truman lehnte das Angebot ab. Die British Army besetzte Lübeck am 2. Mai 1945 fast kampflos, 42 Deutsche kamen ums Leben, weil die Engländer eine Gegenwehr vermuteten, die nicht gegeben war.
Am 3. Mai 1945 ereignete sich in der Lübecker Bucht eine besonders tragische Katastrophe der Seefahrt, als alliierte Flieger drei Schiffe, darunter die Cap Arcona versenkten, auf denen die SS KZ-Häftlinge eingepfercht hatte. Etwa 7.000 - 8.000 Menschen kamen dabei ums Leben.
Nach 1945 vergrößerte sich Lübecks Einwohnerzahl durch Zuzug von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten erheblich. Es wurde Bestandteil des von den Alliierten gebildeten Bundeslandes Schleswig-Holstein, genoss aber im kulturpolitischen Bereich wie in der Denkmalpflege einen Ausnahmestatus kommunaler Zuständigkeit. Bis 1989 blieb Lübeck Grenzstadt an der innerdeutschen Grenze mit einer gesamten Grenzlänge von ca. 44 km. In Schlutup befand sich dabei der nördlichste innerdeutsche Grenzübergang. Seit der Wiedervereinigung ist Lübeck wieder Oberzentrum auch für das westliche Mecklenburg.
 Weltkulturerbe 1987 wurden die erhaltenen Teile des mittelalterlichen Stadtkerns auf der Altstadtinsel von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Damit wurde erstmals in Nordeuropa eine ganze Altstadt als Weltkulturerbe anerkannt. Ausschlaggebend waren dabei der exemplarische Charakter der Altstadt für die mittelalterliche Stadtentwicklung im Ostseeraum, die markante Stadtsilhouette mit den sieben Türmen der fünf Hauptkirchen und die geschlossen erhaltene vorindustrielle Bausubstanz. Hinzu kam als weitere schützenswerte Besonderheit der für die archäologische Erforschung des mittelalterlichen Städtewesens außerordentlich ergiebige Untergrund.
Der von der UNESCO geschützte Bereich bezieht die wichtigsten Bauwerke Lübecks ein: den Baukomplex des Rathauses, das Burgkloster, den Koberg – ein vollständig erhaltenes Viertel des späten 13. Jh. – mit Jakobikirche, Heiligen-Geist-Hospital und den Baublöcken zwischen Glockengießer- und Aegidienstraße, das Viertel der Patrizierhäuser des 15. und 16. Jh. zwischen Petrikirche und Dom, das Holstentor und die Salzspeicher am linken Traveufer.
 Einwohnerentwicklung Im Mittelalter war Lübeck eine der größten deutschen Städte. Sie wurde an Einwohnerzahl nur von Köln übertroffen und gehörte neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz zu den fünf Herrlichkeiten des Reiches. Nach dem Niedergang der Hanse und deren Auflösung 1669 ging die Bevölkerungszahl Lübecks bis 1769 auf rund 18.000 zurück. Erst mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts stieg diese bis 1880 auf über 50.000.
Im Jahre 1911 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1945 verdoppelte sich diese Zahl auf 219.000. Im Jahre 1968 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 243.121 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2005 lebten in Lübeck nach amtlicher Fortschreibung 211.961 Menschen mit Hauptwohnsitz.
Zukunftsforscher sagen für die weitere Entwicklung bis 2020 einen Einwohnerverlust von circa fünf bis sechs Prozent voraus. In Anbetracht der Altersstruktur der Stadt ist diese Zahl im Vergleich gering; allerdings soll die Geburtendifferenz im Wesentlichen durch den Zuzug älterer Menschen ausgeglichen werden, die das kompakte und konzentrierte kulturelle Angebot der Stadt mit ihrer daraus resultierenden besonderen Lebensqualität zu schätzen wissen.
 Hafen Der Lübecker Hafen ist der größte deutsche Ostseehafen. Er verbindet Lübeck mit Skandinavien und dem Baltikum. Zahlreiche Fährlinien verbinden die Lübecker Häfen mit dem gesamten Ostseeraum.
Die stadtnahen Häfen Hansekai und Roddenkoppelkai werden heutzutage kaum noch für die gewerbliche Seeschifffahrt genutzt. Am Roddenkoppelkai legt alle paar Monate mal ein Viehtransporter an, der Hansekai dient allenfalls Binnenschiffen oder Kurzzeit-Aufliegern als Liegeplatz.
Der Konstinkai ist Hauskai der Transfennica-Reederei, die rollende Ladung zu finnischen Häfen befördert. Hier werden gelegentlich kleine Küstenbulker mit Getreide für die Brüggen-Cornflakes-Werke gelöscht.
Unmittelbar südlich vom Konstinkai ist der Burgtorkai, der früher als Kreuzfahrtterminal diente. Durch den zur Zeit anlaufenden Bau der Nordtangente und die damit verbundene Straßenquerung über die Trave in Höhe des Nordlandkais können große Schiffe den Burgtorkai bald nicht mehr anlaufen.
Der Nordlandkai ist „Heimathafen“ der riesigen Finncarriers – haushohe RoRo-Schiffe, die rollende Ladung nach Finnland und Russland verschiffen. Gelegentlich machen am ATR-Getreidesilo größere Überseeschiffe fest, die Getreide für Fernost oder Südostasien laden.
In privater Hand sind die Lehmannkais I–III der Lübecker Firma Hans Lehmann, die Anfang 2004 das Gelände der ehemaligen Flender-Werft dazu gekauft hat, um drei oder vier RoRo-Anleger zu bauen. Er will mit dem Partner DFDS weitere Fährlinien in den russischen und baltischen Raum akquirieren. Ein ähnliches Ziel verfolgt die städtische Lübecker Hafengesellschaft (LHG) mit den Flächen am danebenliegenden Seelandkai. Zwischen Seelandkai und Lehmannkai I betreibt die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG durch ihre Tochter Combispeed das moderne Containerterminal-Lübeck mit Containerbrücken zur Bahn-Verladung in Richtung der Containerterminals im Hamburger Hafen.
Noch recht neu ist der Schlutupkai, an dem hauptsächlich Papier aus Schweden angelandet wird.
Der Skandinavienkai im Stadtteil Travemünde ist mit etwa 130 regelmäßigen Abfahrten pro Woche der größte Fährhafen Europas: Passagiere und Fracht werden von hier aus nach Schweden (z.B. Trelleborg, Malmö und Göteborg), Finnland, Russland und ins Baltikum befördert.
Am Ostpreußenkai vor der Travemünder Hafenpromenade „Vorderreihe“ legen Kreuzfahrtschiffe und Großsegler an.
 Einzelhandel Von überregionaler Bedeutung ist neben dem Einkaufszentrum Citti-Park an der Autobahnauffahrt Lübeck-Moisling die Innenstadt, wo sich das Gros der Lübecker Einzelhändler angesiedelt hat. Die Fußgängerzone, die für eine Stadt dieser Größe relativ kurz ist, erstreckt sich hauptsächlich über die Breite Straße sowie einige sie kreuzende Rippenstraßen (Hüxstraße, Fleischhauerstraße, Dr.-Julius-Leber-Straße, Pfaffenstraße, Beckergrube). Hier, außerdem in der parallel verlaufenden Königstraße sowie in der Verlängerung der Breiten Straße, der Sandstraße, haben sich die meisten Einzelhändler niedergelassen, hier finden sich auch Kaufhäuser und größere Modegeschäfte und mit der König-Passage auch eine relativ gut ausgestattete Einkaufspassage. Dabei hat Lübeck wie auch andere Städte mit der immer größer werdenden Anzahl von Billigläden zu kämpfen, der mit einer Ladenpassage im alten Kanzleigebäude sowie einer Neugestaltung des seit fünf Jahren größtenteils leer stehenden Haerderhauses entgegnet werden soll. Der an die Fußgängerzone angrenzende Markt war lange Zeit fast eine kommerzielle Brache an zentraler Stelle, hier wurde Anfang 2005 ein Neubau mit einem großen Modekaufhaus eröffnet, der für eine entsprechende Belebung der Gegend sorgte.
Weitere Geschäftsstraßen in der Innenstadt sind die Holstenstraße, die Wahmstraße, die Mühlenstraße, die Große Burgstraße und die Untertrave. Besonders hervorzuheben sind aber die Verlängerungen der Fußgängerzone in der Fleischhauer- und noch mehr in der Hüxstraße. In diesen Seitenstraßen befindet sich ein einzigartiges Ensemble kleiner Läden, Restaurants und Galerien, hauptsächlich in mittelalterlichen Giebelhäusern. Hier wird sich die Einkaufssituation nach dem Ende des Umbaus der Hüxstraße wahrscheinlich sogar noch verbessern, aber schon heute werden Einheimische und Touristen hier gleichermaßen fündig.
 Hochschulen In Lübeck gibt es vier staatliche Hochschulen. Die Universität zu Lübeck, damals noch Medizinische Hochschule zu Lübeck, wurde 1973 als Nachfolgerin der II. Medizinischen Fakultät, welche eine Fakultät der Universität Kiel seit 1964 war, gegründet. Anfang der 1980er Jahre wurde das Vorklinikum eröffnet, seitdem ist ein vollständiges Studium der Medizin in Lübeck möglich. 1993 wurde der Studiengang Informatik eingerichtet, inzwischen gibt es noch die Bachelor-/Masterstudiengänge Molecular Life Science und Computational Life Science sowie den in Kooperation mit der International School of New Media angebotenen Masterstudiengang Digital Media.
Der Campus der Universität liegt mit dem der Fachhochschule im Stadtteil St. Jürgen.
Die Fachhochschule Lübeck wurde 1969 als Staatliche Fachhochschule für Technik und Seefahrt durch Zusammenschluss mehrerer Vorgängereinrichtungen gegründet. Hier werden heutzutage hauptsächliche Studiengänge aus dem Bereich Technik, Ingenieurwesen und angewandte Naturwissenschaften angeboten. In Zusammenarbeit mit der Universität werden hier z.B. auch Medizintechniker ausgebildet.
Die Musikhochschule Lübeck entstand 1973 aus einem bereits 1891 gegründeten privaten Konservatorium, das später zum Stadtkonservatorium, dann zur Landesmusikschule Schleswig-Holstein, später zur Musikakademie und schließlich zur Fachhochschule für Musik erhoben wurde. Als einzige der Lübecker Hochschulen befindet sie sich im Bereich der Innenstadt, in mehreren miteinander verbundenen Häusern an der Obertrave und in der Großen Petersgrube. Die Musikhochschule hat gerade in den Ländern des Baltikums einen ausgezeichneten Ruf, so dass sie Studenten aus dem Ostseeraum und von weiter weg anzieht.
Die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung – Fachbereich Bundespolizei wurde 1978 gegründet. Der Hauptsitz dieser Fachhochschule befindet sich in Brühl (Rheinland).
An privaten Hochschulen sind noch die International School of New Media (ISNM) und das Smith-McNally-College-of-Music, europäische Niederlassung einer amerikanischen „Rockuniversität“, in den Media Docks am Ende der Wallhalbinsel untergebracht. Diese ehemaligen Kaianlagen wurden außer für die Unterbringung der ISNM auch für Firmengründungen des Neuen Marktes restauriert und bieten einen einmaligen Ausblick auf die Altstadt.
 Kino Lübeck ist Stammsitz der Cinestar-Kinos, die mit den Lichtspielen Hoffnung in der Hüxtertorallee die Basis ihres Konzerns legten. Dieses traditionsreiche Kino steht nach einem Brand Ende Dezember 2004 noch vor der notwendigen Renovierung und galt bis dahin als das schönste Kino Lübecks. Mitte der 1990er Jahre wurde in der Stadthalle nach dem Vorbild der Multiplex-Kinos ein Kinopalast mit sieben Sälen eingerichtet, nachdem Cinestar bereits in einigen ostdeutschen Städten solche Kinos erbauen ließ. Hier laufen heute vor allem Filme des Mainstream-Kinos, wobei nur noch am Wochenende auch Spätvorstellungen angeboten werden und im Unterschied zu ähnlich großen Städten immer noch keine Vorstellungen in englischer Originalfassung zu sehen sind. 2005 wurde die Stadthalle renoviert und neu bestuhlt. Es gibt noch zwei weitere kommerzielle Kinos, das Capitol in der Breiten Straße, in dem eher ausgelaufene Mainstream-Filme sowie Programmkino-Filme laufen, sowie das Zweifünfzig in der Königstraße. Der Name ist mit dem Eintrittspreis in Verbindung zu setzen. Das Zweifünfzig zeigt einerseits ausgelaufene Filme in einer Wiedervorstellung zum günstigen Preis, meist zwei bis drei Monate später, oft auch Autorenfilme in der Lübecker Erstvorstellung, auch dann zum Preis von 2,00€ bis 2,50€. Ansonsten merkt man der Lübecker Kinoszene an, dass alle Kinos in der Hand einer Firma sind, die mangels Konkurrenz die Preise und das Angebot diktieren kann. Außen vor bleibt nur das Kommunale Kino in der Mengstraße, ein kleiner Vorführungsraum mit einem kleinen, ausgewählten Filmangebot, das auch selten Gezeigtes abdeckt und dafür schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Jedes Jahr im Herbst steht Lübeck im Zeichen der Nordischen Filmtage. Am 30. Dezember 2005 gab die Geschäftsführerin der Cinestar-Kinos, Marlies Kieft, bekannt, dass im Frühjahr 2006 das Capitol geschlossen werden soll und auch die Lichtspiele Hoffnung nicht als Kino, sondern als Veranstaltungssaal wieder eröffnet werden sollen. Das Zweifünfzig soll im Ausgleich renoviert werden und dann als Neue Hoffnung auch anspruchsvolle Filme zeigen. Die günstigen Vorstellungen sollen aber wohl zu den Früh- und Spätvorstellungen weiterlaufen. Durch diese Maßnahmen sinkt die Zahl der Leinwände in der Hansestadt von 16 auf 10 (11, wenn das Kommunale Kino mitgezählt wird) und wird das ohnehin nur mittelmäßige Kinoangebot weiter eingeschränkt.
 Die sieben Türme Das Bild der Altstadt wird geprägt durch die sieben Kirchtürme (daher die Bezeichnung "Stadt der sieben Türme"), die den fünf großen Altstadtkirchen zuzuordnen sind. Die größte von ihnen ist die Marienkirche, die Kirche des Rates und der Bürgerschaft. Sie steht in prominenter Lage in der Nähe des Marktes direkt hinter dem Rathaus. Die Marienkirche ist heute die drittgrößte Kirche Deutschlands, die Mutterkirche der Backsteingotik und beeindruckt nicht nur durch ihre äußere, sondern auch durch ihre innere Größe. Auch wenn im II. Weltkrieg wesentliche Kunstschätze im Inneren zerstört wurden, wirkt sie heute doch besonders durch das fast 40m hohe Mittelschiff mit reichhaltigen Deckenmalereien eindrucksvoll. Direkt neben der Marienkirche befindet sich seit jeher das Herz der Stadt, der Markt mit dem Rathaus. Das Rathaus ist im Unterschied zu anderen bedeutenden Rathäusern nicht in einem Stil erbaut, sondern man sieht auch heute noch deutlich, dass es seit dem 12. Jahrhundert immer stückweise ergänzt wurde. Hier finden sich heute Baustile von der Gotik über die Renaissance bis hin zur Moderne der 50er-Jahre. Dem Rathaus schließt sich entlang der Breiten Straße das von der Backsteinrenaissance überformte Kanzleigebäude an, dessen Arkaden 2005 renoviert und geöffnet wurden, um die Fußgängerzone der Breiten Straße auch durch Geschäfte auf dieser Seite attraktiver zu gestalten. Der Rest des Lübecker Marktes wurde im II. Weltkrieg zerstört. Die Gestaltung des Marktes ist seitdem bis zuletzt immer wieder Punkt lebhafter Diskussionen gewesen.
Die zweitgrößte Kirche Lübecks, ebenso wie die Marienkirche mit zwei Türmen ausgestattet, ist der noch romanisch begründete Dom. Er befindet sich eher abgelegen am südlichen Ende der Altstadtinsel in einer ruhigen Umgebung, die noch die alte Domfreiheit erahnen lässt. In der Lage der beiden Kirchen zueinander spiegelt sich der Konflikt zwischen der Lübecker Bürgerschaft und dem Lübecker Bischof wieder, der dazu führte, dass die Lübecker Bischöfe ihre Residenz nach Eutin verlegten. Im Unterschied zur Marienkirche ist der Dom im Inneren eher nüchtern weiß gestaltet. Hier kann man aber z. B. das Triumphkreuz des berühmten Holzschnitzers Bernt Notke bewundern. Ganz in der Nähe, in der Parade, befindet sich die Propsteikirche Herz Jesu, welche 1891 erbaut wurde.
Wie auch Dom und Marienkirche, so wurde auch die Petrikirche im II. Weltkrieg erheblich zerstört und erst als letzte wieder aufgebaut. Ebenfalls in Sichtweite des Marktes gelegen, war sie früher die Stammkirche der Fischer und Binnenschiffer. Heute hat sie keine eigene Gemeinde mehr und wird als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum genutzt. Unter anderem ist sie seit 2004 Universitätskirche und wird von den Lübecker Hochschulen für Feierlichkeiten verwendet. Auf ihrem Turm befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man bei schönem Wetter bis nach Travemünde und tief ins Mecklenburgische sehen kann.
Die Jakobikirche liegt am anderen großen Platz Lübecks, dem Koberg. Die Kirche war die Stammkirche der Seeschiffer und liegt gegenüber der berühmten Schiffergesellschaft, dem Zunfthaus der Kapitäne und heute bekanntesten Restaurant Lübecks mit vielen Schiffsmodellen an der Decke. Ihr Turm besticht durch die vier kugeligen Verzierungen an der Basis des Turmhelms. Die Jakobikirche wurde im Krieg nicht zerstört und bietet daher heute noch das über die Jahrhundert gewachsene Erscheinungsbild. In einer Seitenkapelle steht ein Rettungsboot des 1957 gesunkenen Segelschulschiffes Pamir.
Die Aegidienkirche ist die kleinste der fünf großen Altstadtkirchen und die einzige im Ostteil der Altstadt, dem Wohnviertel der Handwerker und kleinen Leute. Auch sie wurde im Krieg nicht zerstört, und ihr Innenraum konnte daher sein Erscheinungsbild erhalten.
 Stadttore Lübeck hatte bis ins 19. Jahrhundert noch vier Toranlagen; heute findet man nur noch zwei Überreste hiervon. Das Holstentor ist als Wahrzeichen der Stadt sicher deutschlandweit am berühmtesten. Es wird aber schon seit langem vom Verkehr nur noch umfahren und steht auf einem kleinen, parkähnlichen Platz, wo tagtäglich Hunderte von Touristen es aus der Nähe besichtigen. Im Inneren befindet sich ein Museum zur Stadtgeschichte. Direkt hinter dem Holstentor finden sich die Salzspeicher. In diesem mittelalterlichen Gebäudekomplex wurde das auf der Trave und Stecknitz angelieferte Salz aus den Lüneburger Salinen zwischengelagert und dann auf Seeschiffe weiter verladen. Heute findet sich hier ein Bekleidungsgeschäft. Das andere erhaltene Stadttor ist das Burgtor. Es ist noch in Überreste der Befestigungsanlagen am nördlichen Stadtrand integriert und muss auch heute noch von jedem durchfahren oder -laufen werden, der sich der Altstadt von Norden her nähert. Es geht direkt über in den Gebäudekomplex des Burgklosters. Das Mühlentor unweit der heutigen Mühlentor-Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal und das Hüxtertor wurden abgerissen bevor das Geschichtsbewusstsein in Lübeck durchgriff.
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