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Deutschland - Krefeld



Die Stadt

Die "Samt- und Seidenstadt" Krefeld (bis 1929 auch Crefeld), ist eine Kreisfreie Stadt am linken Niederrhein, nordwestlich von Düsseldorf, südwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Krefeld ist mit 239.402 Einwohnern (Stand: August 2005) eine Großstadt mittlerer Größe. Innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf nimmt sie gegenwärtig der Einwohnerzahl nach den 6. Platz ein.

Krefeld wurde zur Großstadt, als seine Einwohnerzahl um 1890 die 100.000-Einwohner-Grenze überschritt. Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert.


Räumliche Lage

Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, an der "Krefeld-Kempener Platte" zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa 7 km vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Fluss heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 km. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 km und in West-Ost-Richtung 13,1 km. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt 39 m über NN. Die höchste natürliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist der Hülser Berg und misst 63 m über NN, die höchste Erhebung überhaupt ist der Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit 87 m über NN. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.


Klima

In Krefeld fallen über das Jahr gesehen durchschnittlich 762 mm Niederschlag. Damit liegt Krefeld über dem Deutschlandmittel von 700 mm. Die Temperatur liegt im Durchschnitt bei 10,3°C. Im Januar beträgt das Mittel 2,5°C.


Geologie

Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinischen Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von Inlandeismassen zu Strauchmoränen aufgepresst. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Erdgeschichtlicher Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind auch Kohleführende Schichten zu finden.


Geschichte

Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert
Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser sowie einer Tempelanlage. Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens "Krinvelde". Ob ein "Krähenfeld" der Namensgeber ist, ist immer noch fraglich. Die Herkunft konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Die "Hohe Straße" zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen "Hochstraße" bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie oberhalb des Rheines lag und dadurch vor Überschwemmungen sicher war. Erstmals wird Krefeld 1150 im Werdener Urbar erwähnt. 1361 erhielt das Dorf Krefeld das Recht einen Jahr- und Wochenmarkt abzuhalten. Am 1. Oktober 1373 verlieh Kaiser Karl IV. "Crefeld" die Stadtrechte. Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser geschützt vor den Übergriffen der Raubritter auf der Burg Linn. Die älteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche ( heute Alte Kirche ), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm. Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio protestantisch. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld, die katholische Pfarrei wurde erst durch die Neutralitätsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet. 1584 wurde Krefeld im Truchsessischen Krieg völlig zerstört. 1594 verschenkte Gräfin Walburga, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krakau, wie Krefeld auch genannt wurde, an Prinz Moritz von Oranien. Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld, wurden daufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albert von Österreich für neutral erklärt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde das protestantische Krefeld zum Zufluchtsort für verfolgte Wiedertäufer und Mennoniten. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darüber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser für Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt. Da ihr Glaube sie als überzeugte Pazifisten auszeichnet, waren sie oft üblen Beschimpfungen und Gängeleien ausgesetzt.

Von größter Bedeutung für Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begründeten die Seidenweberei in Krefeld. Von der Leyen war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen.

Der Strom von Glaubensflüchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an - es waren mehr, als die Stadt überhaupt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der 1. Stadterweiterung von 1693 gezielt erweitert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die Andersgläubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen „Concord“ nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvanien die Ortschaft Germantown. Sie waren hauptsächlich Quäker und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungs- und Glaubensfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier "Deutsche in Amerika", die in Philadelphia und in Krefeld als "Philadelphiade" gefeiert wurde zum Anlass eine Sonderbriefmarke herauszugeben.

18. Jahrhundert
1702 starb Wilhelm III. von Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden Brüder Friedrich und Heinrich von der Leyen verließen 1731 den elterlichen Betrieb und gründeten eine eigene Firma. Dieses Textilunternehmen entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einem Weltunternehmen mit Weltruf und übte zunehmend Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt aus. Friedrich war der Repräsentant der Firma, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen Brüder unterstützten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fürstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrängt.

Trotz der pazifistischen Privilegien, die der preußische König weiterhin bestätigte, wurde die Stadt im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Erbfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen: Sie wurde 1754 fertiggestellt.

Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen "Samt- und Seidenstadt". Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am Südwall Ecke Ostwall das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist eine für damals typische Webstube dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafür mit einem Webstuhl eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen Häuser haben die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt überstanden und stehen heute unter Denkmalschutz.

Durch die "Schlacht bei Krefeld" ging der Name der friedliebenden Stadt in die Kriegsgeschichte ein: Im Siebenjährigen Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer am südlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt - ein Gedenkstein am einstigen Schlachtfeld, der Hückelsmay, erinnert heute noch an die über 6000 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte für die Seidenproduktion, so dass aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum Jülich-Berg beziehungsweise das Kurfürstentum Köln abzuwandern. An die 4.000 Bürger arbeiteten bereits für die Von der Leyens, das war etwa die Hälfte aller Einwohner der Stadt. 80% alle produzierten Waren gingen in den Export bis nach Amerika und Russland. Das Portfolio umfasste Seiden- und Samtbänder, Paramenten, Borten, Hals- und Taschentücher und Seidenstrümpfe sowie Tuchware. Alles in exklusiven und erlesenen Qualitäten versteht sich. Um 1768 liefen allein für die beiden Brüder von der Leyen über 700 Webstühle. Die Nummer zwei unter den Krefelder Seidenfabrikanten, die Firma Floh, besaß gerade mal an die 100 Seidenwebstühle. Die Webstühle waren stets Eigentum des jeweiligen Fabrikanten und wurden an die angestellten Weber lediglich ausgeliehen. Gewebt wurde meist in Heimarbeit.

19. Jahrhundert
1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber der Firma von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder. Um 1840 wurden die mittelalterlichen Befestigungsanlagen eingeebnet, um Platz für einen Ring breiter Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ostwall) zu schaffen. Dies wird fälschlicherweise dem Baumeister und Architekten Adolf von Vagedes zugeschrieben. Der wahre Baumeister bleibt jedoch unbekannt. Vagedes indes machte bereits 1819 Pläne für die Erweiterung der Stadt. 1843 wurde Krefeld nach Plänen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die Märzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spürbar - im Januar 1849 gab es bei Straßenkämpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-Märkische Eisenbahn). 1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm I.. Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im zweiten Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen. 1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

20. Jahrhundert
Am 9. Juni 1902 wurde die 3. Sinfonie Gustav Mahlers in Krefeld unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm II. zu - die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater entgegengebracht hatten, war vergessen. 1914 zogen auch Krefelder in den Ersten Weltkrieg - die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld 1919 von belgischen Truppen besetzt. Am 22. Oktober 1923 stürmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus, es gab Tote und Verletzte, aber ansonsten blieb die Aktion ohne politische Folgen. 1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum, und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Landkreis Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet. 1933 marschierte Krefeld mit dem übrigen Deutschland in den Nationalsozialismus. Am 9. November 1938 wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört. Der Zweite Weltkrieg verschonte Krefeld nicht: Am 21. Juni 1943 wurden bei einem britischen Luftangriff im Rahmen der moral bombing-Strategie große Teiles des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Wundersamerweise blieb der große Hauptbahnhof bis auf wenige Beschädigungen unversehrt. Am 3. März 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Krefeld ein und befreiten die Stadt damit von der nationalsozialistischen Herrschaft. Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlwerke ursprünglich demontiert werden, aber man konnte dies noch abwenden. In den 50er Jahren erlebten sie ebenso wie die Textilindustrie einen neuen Aufschwung. 1975 wurde Krefeld durch die Eingemeindung von Hüls erneut vergrößert. Noch einmal war der Name Krefeld Synonym für eine pazifistische Bewegung: Am 16. Oktober 1980 wurde in der Stadt auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der "Krefelder Appell" gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Bei einem Staatsbesuch des US-Vizepräsidenten George H. W. Bush anlässlich der Philadelphiade in Krefeld am 25. Juni 1983 demonstrierten über 20.000 Menschen, dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.


Einwohnerentwicklung

1861 hatte Krefeld mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1957 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Jahre 1995 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 250.000 ihren historischen Höchststand. Ende Dezember 2005 lebten in Krefeld nach amtlicher Fortschreibung 239.787 Menschen mit Hauptwohnsitz.


Stadtwappen

In Deutschland haben die Städte Lübeck (1369) und dann wohl Köln (1392) zuerst Wappen geführt. Meist entwickelte sich das Stadtwappen aus dem Stadt- oder dem Schöffensiegel. Als Symbol wählten viele rheinische Städte das Bild des Patrons der Kirche des Ortes. Andere übernahmen Attribute des Orts- oder Landesheiligen, so Uerdingen die Schlüssel des hl. Petrus, des Schutzheiligen der ältesten Uerdinger Kirche und des Kurfürstentums Köln.

Krefeld besaß Jahrhunderte lang kein offizielles Wappen, obwohl schon ein Schöffensiegel von 1463 den hl. Dionysius zeigt, den Bischofsstab in der Rechten, die Mitra in der Linken und zu seinen Füßen das Wappen des Landesherrn von Krefeld, des Grafen von Moers und Saarwerden. Von einem eigentlichen Stadtwappen kann man erst seit dem 9. Dezember 1854 sprechen, als der preußische König Friedrich Wilhelm IV. dem Oberbürgermeister Ondereyck das Recht zum Tragen einer goldenen Amtskette mit dem Bilde des Stadtpatrons verlieh. Das Wappenbild lehnte sich eng an das Schöffensiegel von 1463 an.

Diese Darstellung des Wappens ist bis 1931 maßgebend geblieben. Gemäß einem Vertrag vom 25. April 1930 wurden die Wappen von Krefeld und Uerdingen vereinigt. Das neue, von Professor Hupp geschaffene Wappen zeigte in der oberen Hälfte des Schildes den hl. Dionysius, wachsend, mit dem Krummstab in der Rechten und dem abgeschlagenen Haupt in der Linken, in der unteren Hälfte das Uerdinger Wappen mit den beiden Schlüsseln. Das Moerser Landeswappen stand, historisch falsch, als Herzschild in der Mitte.

Am 22. Januar 1938 verlieh der Oberpräsident der Rheinprovinz der Stadt Krefeld- Uerdingen, die einen Entwurf von Professor Richard Schwarzkopf vorgelegt hatte, ein neues Wappen, das „im gespaltenen Schild vorne in Gold den Moerser Balken, hinten das Uerdinger Wappen in den Farben blau-rot mit den beiden einander abgekehrten goldenen Schlüsseln“ zeigte. Die nationalsozialistische Stadtführung brach also mit der Tradition des Dionysiussymbols und fiel in den Fehler zurück, das Wappen der Grafschaft Moers als Krefelder Stadtwappen zu übernehmen. Das mit Ministerialerlaß vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den hl. Dionysius mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen Füßen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau über rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene Schlüssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen Balkenkreuzen.

Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und später fränkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen Märtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen Füßen erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des Kurfürsten von Köln über die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.


Chemische Industrie

Die chemische Industrie ist traditionell in Krefeld zuhause, unterhält doch der Chemie-Konzern Bayer AG sein zweitgrößtes und chronologisch gesehen zweites Werk überhaupt im Krefelder Stadtteil Uerdingen am Rhein. Hier werden hauptsächlich Kunststoffe wie zum Beispiel Makrolon, der Rohstoff für jede CD und DVD, aber auch Farbpigmente und Polyurethan produziert. Derzeit werden einige profitable Betriebe aus Bayer ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen weitergeführt, da sich der Konzern wieder hauptsächlich auf Pharmaprodukte und den Pflanzenschutz konzentrieren möchte.

Der Degussa Standort Krefeld mit der Stockhausen GmbH liegt im Stadtteil Fischeln-Königshof. Hier werden Flockungshilfsmittel, Superabsorber sowie Hautpflegemittel hergestellt. Ferner sitzt in Krefeld Europas einziger Produzent von Rizinusöl- und Leinölderivaten: Alberdingk Boley GmbH.

In Rheinnähe finden sich aber auch noch viele andere kleinere Unternehmen. So unterhält die Firma Henkel in Linn am Hafen ein Fragrance Center, wo neue Duftstoffe für Waschmittel entwickelt werden.


Metallindustrie

Die Panzerungen der Castorbehälter werden bei der Firma Siempelkamp in Krefeld hergestellt.

Von August Thyssen und anderen Industriellen wurden 1900 in Krefeld die "Deutschen Edelstahlwerke" mit dem Schwerpunkt Werkzeugstähle errichtet. Heute befindet sich hier der Firmensitz der ThyssenKrupp Nirosta GmbH und das zugehörige Werk Krefeld sowie das Werk Krefeld der Firma Edelstahl Witten-Krefeld (EWK).

Bedingt durch die vielen Unternehmen des Textilgewerbes in der Stadt siedelte sich auch eine ansehnliche Zahl von Maschinenbaufirmen an, vornehmlich für Textilmaschinen. Der Niedergang der Textilindustrie in Krefeld, auch aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus Fernost, zog auch viele Maschinenbaufirmen mit sich, darunter so bekannte Namen wie zum Beispiel die Firma Zangs. Am Markt behaupten konnte sich bisher die Firma "Küsters" im Textilmaschinenbau.

Im Stadtteil Oppum wurde bereits 1891 die erste Reparaturwerkstatt der Bahn errichtet. Heute ist das ICE-Instandhaltungswerk Krefeld eines der modernsten Werke für die schwere Fahrzeuginstandhaltung der Bahn. Knapp 700 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. ICE und elektrische Triebzüge des Nahverkehrs werden generalüberholt, das heißt, alle Bauteile der Fahrzeuge werden geprüft, erneuert oder aufgearbeitet. Dazu gehören Drehgestelle, Radsätze, aber auch kleine Teile wie Stoßdämpfer.

Teile des ICE werden bei Siemens im ehemaligen Werk der Düsseldorfer Waggonfabrik (Duewag) in Krefeld gefertigt, aber auch S-Bahnen, Untergrund- und Straßenbahnen.


Textilindustrie

Im 18. Jahrhundert hatte die blühende Textilindustrie Krefeld groß gemacht. Samt, Seide und Seidenbrokat waren die Verkaufsschlager. Kaiser und Könige aus der ganzen Welt und nicht zuletzt der katholische Klerus kleideten sich gerne in prunkvollen Gewändern aus den kostbaren Stoffen aus Krefeld. Zu den prominetesten Kunden gehörten Napoleon und der preußische König Friedrich II.. Der Niedergang der Samt- und Seidenindustrei in Krefeld wurde durch die durch viele Kriege und Revolutionen bedingte Dezimierung der Monarchie und letztlich durch ein päpstliches Dekret Mitte des 20. Jahrhunderts eingeleitet, welches den Geistlichen das Tragen von all zu kostbaren Gewändern verbot.

Vor allem die Krawatten-Produktion ist heute noch jedem ein Begriff. Krefeld ist hier führend in Europa. 80 % aller in Deutschland gefertigten Halsgebinde stammen aus Krefeld. Es handelt sich hierbei allerdings eher um höherwertige Modelle. Das Herstellen von exklusiven Krawattenstoffen und deren Webmuster auch in größeren Auflagen ist eine Spezialität vieler Krefelder Firmen.

Die einstmals so ruhmreiche Seidenindustrie ist in Krefeld nur noch mit wenigen Firmen vertreten, aber dennoch gibt es hier die höchste Dichte an Seidenwebereien weltweit.

Viele Textilhersteller haben sich heute vor allem auf Industrietextilien sowie deren Veredelung und Ausrüstung spezialisiert. Die Produktpalette reicht bei den größten Firmen, zu denen die TAG (Textil Ausrüstungs-Gesellschaft), VBL (Voss-Biermann & Lawaczeck) und VerSeidAG (Vereinigte Seidenwebereien AG) gehören, von Stoffen in Tarnfarben für die US-Armee bis zu High-Tech-Material für Segel von Sportsegelbooten oder Großseglern wie zum Beispiel der Alexander von Humboldt.


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