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Die Stadt Heidelberg ist eine Großstadt am Neckar im Nordwesten von Baden-Württemberg. Sie ist durch ihre Altstadt, ihr Schloss sowie ihre Universität weltbekannt und eines der beliebtesten Ziele ausländischer Touristen in Deutschland.
Mit über 140.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt Baden-Württembergs. Sie ist kreisfreie Stadt und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Die dicht besiedelte Region, in der Heidelberg liegt, wird als Rhein-Neckar-Dreieck bezeichnet.
Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckar, vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald (siehe auch Portal:Odenwald) in einer länglich, flussaufwärts sich zuspitzenden Talsohle, umgrenzt vom Königstuhl (568 m) und Gaisberg (375 m). Der Neckar fließt hier von Ost nach West. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg (445 m). Der Neckar mündet etwa 22 km nordwestlich, gemessen vom Ende der Talsohle, in den Rhein. Die im 20. Jahrhundert eingemeindeten Orte reichen über das Neckartal in die Bergstraße hinein, die von Wiesloch im Süden über Heidelberg bis nach Darmstadt in Hessen führt.
 Flora und Fauna Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa Mandel- und Feigenbäume, oder auch ein Ölbaum im Freiland (Gaisbergstraße). Der Balkon der Stadt mit vielen exotischen Gewächsen ist der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinanbau begonnen.
Außerdem gibt es in Heidelberg eine der vitalsten freilebenden Populationen des Halsbandsittichs sowie eine einzigartige freilebende Population der bestandgefährdeten Schwanengans, die man vor allem auf der Neckarinsel vor Bergheim und auf den Neckarwiesen antreffen kann.
Innenstadt Der älteste Stadtteil Heidelbergs ist die Altstadt. Er befindet sich auf der Südseite des Neckars und beinhaltet den historischen Kern der Stadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs, wie das Heidelberger Schloss, befinden sich in der Altstadt. Wegen ihres reichen kulturellen Erbes bewarb sich Heidelberg 2004 um eine Anerkennung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO. Ebenfalls zu diesem Stadtteil gehören die weiter außerhalb gelegenen Gebiete die Molkenkur, der Kohlhof sowie der Speyerer Hof.
Der andere Heidelberger Stadtteil, der zusammen mit der Altstadt die Innenstadt bildet, ist das westlich der Altstadt gelegene Bergheim. Das ehemalige Dorf Bergheim ist interessanterweise älter als die Altstadt. Überreste menschlicher Besiedlung lassen sich bis in die frühe Steinzeit zurückverfolgen. Bergheim wurde 769 erstmals im Lorscher Kodex urkundlich erwähnt. 1392 wurde das Dorf Bergheim aufgelöst und die Bewohner in die schnell wachsende Residenzstadt Heidelberg zwangsumgesiedelt.
 Geschichte Bis zu Beginn der römischen Zeit war der Raum Heidelberg politischer, religiöser und kultureller Mittelpunkt der Region. Um 200 v. Chr. verlagerte sich das Zentrum in das römische Lepodunum, dem heutigen Ladenburg. Die Gegend wurde jedoch weiterhin intensiv genutzt - auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Neuenheim befanden sich römische Kastelle sowie eine florierende Töpferindustrie. Die keltische Siedlung auf dem Heiligenberg wurde von den neuen Besitzern in ein Merkurheiligtum umgewandelt. Die auf Höhe der Ziegelgasse nachgewiesene Furt war nicht ganzjährig benutzbar, zeitweise führte daher eine winterfeste Pfahlbrücke vor dem Zusammenfluss mit dem Rhein über den Neckar.
Die Römer wurden schließlich im 3. Jahrhundert von den Alemannen zurückgedrängt. Im 6. Jahrhundert entstanden die fränkischen Dörfer Neuenheim und Bergheim, die auch heute noch als Stadtteile Heidelbergs weiterexistieren.
Seit dem frühen Mittelalter befand sich auf dem hinteren Gipfel des Heiligenberg das Michaelskloster, eine Probstei des Klosters Lorsch. Es wurde von den Karolingern im 9. Jahrhundert unter Einbezug des römischen Merkurheiligtums errichtet.
Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Viele der umliegenden Gemeinden und Ortsteile sind allerdings erheblich älter. Einige von ihnen werden im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt (Handschuhsheim und Neuenheim 765, Rohrbach 766, Kirchheim und Wieblingen 767, Bergheim 769) und wurden demnach im 6. bis 8. Jahrhundert besiedelt. Nördlich von Handschuhsheim liegt die Wüstung Hillenbach, die zwischen 767 und etwa 1300 besiedelt war.
Die Universität wurde im Jahr 1386 gegründet. Sie ist damit die älteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland.
Seit 1225 (unter Herzog Ludwig I. von Bayern) bis in die frühe Neuzeit war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein, die zu den weltlichen deutschen Kurfürsten zählten. Die historische Bezeichnung für deren Herrschaftsgebiet war Kurpfalz.
Von der ersten Phase des Dreißigjährigen Kriegs war auch Heidelberg betroffen: Nachdem Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz ("Winterkönig"), 1619 als böhmischer Gegenkönig gewählt, 1620 in der Schlacht am Weißen Berge geschlagen wurde, eroberte Tilly als Heerführer der Katholischen Liga 1622 Heidelberg und erbeutete die Bibliotheca Palatina. Sie wurde von Herzog Maximilian I. (Bayern) 1623 an Papst Gregor XV. verschenkt und der Bibliotheca Vaticana einverleibt.
Heidelberg wurde erneut am 2. März 1689 (und noch einmal 1693) im Zuge des französisch-pfälzischen Erbfolgekriegs erobert und durch die Franzosen unter General Mélac verwüstet. Dabei wurden die Altstadt und das Schloss teilweise zerstört. Letzteres gehört seither zu den weltweit berühmtesten romantischen Schlossruinen und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands überhaupt. In der Altstadt blieb lediglich das heutige Hotel Ritter unversehrt, da es im Besitz eines französischstämmigen Hugenotten war.
Im Jahre 1720 wurde die Residenz des Kurfürsten nach vergeblichen Wiederaufbauversuchen nach Mannheim verlegt. 1763 wurde die Kurpfälzische Akademie gegründet.
Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam Heidelberg mit der gesamten rechtsrheinischen Pfalz an das Kurfürstentum (ab 1806 Großherzogtum) Baden. 1808 wurde die Stadt Sitz des Stadtamtes Heidelberg. Daneben gab es noch ein Ober- und ein Unteramt Heidelberg, welche 1813 zum Landamt Heidelberg vereinigt wurden. Stadtamt und Landamt Heidelberg wurden 1826 zum Oberamt Heidelberg zusammengeschlossen, aus dem 1863 das Bezirksamt Heidelberg hervorging, welches 1924 um die Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Eberbach erweitert wurde.
1840 wurde mit dem Teilstück Mannheim - Heidelberg der Badischen Hauptbahn die erste Eisenbahnlinie in Baden eröffnet. 1846 entstand in Heidelberg die erste Freiwillige Feuerwehr.
1860 wurde das Schloss zum ersten Mal „bengalisch“ beleuchtet (auch noch heute beginnt jedes Schloss-Feuerwerk so).
Um 1900 kam es zu Restaurierungen und historisierenden Ausbauten des Schlosses. 1930 ermöglichsten Spenden von US-Bürgern die Grundsteinlegung für die Neue Universität (Hörsaalgebäude).
Aus den Bezirksämtern Heidelberg und Wiesloch wurde 1938 der Landkreis Heidelberg gebildet, der bis 1972 bestanden hat. 1939 schied die Stadt Heidelberg aus dem Landkreis Heidelberg aus und wurde eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz der Kreisverwaltung.
Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 begann in Deutschland eine Zeit der organisierten Diskriminierung und Verfolgung von Juden und anderen "nichtarischen" Mitbürgern. Schon zum 1. April jenes Jahres riefen Nationalsozialisten zum Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen auf. Wenige Tage später, am 5. April 1933, gab Reichskommissar Robert Wagner in vorauseilendem Gehorsam den "badischen Judenerlass" heraus, zwei Tage vor den entsprechenden Reichsgesetzen. Er leitete die Zwangsbeurlaubung aller "nichtarischen" Beamten ein. Obwohl die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg schriftlich gegen die Ausschließung ihrer jüdischer Kollegen protestierte, wurden am 7. April 1933 alle "Nichtarier" im öffentlichen Dienst gegen ihren Willen in den Ruhestand geschickt. Bis 1940 verlor die Universität Heidelberg 59 habilitierte Hochschullehrer aus rassischen oder politischen Gründen. Dies entspricht rund 29 % des gesamten damaligen Lehrpersonals. Die Ausgrenzung jüdischer Mitbürger beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Berufsausübung: So schloss der Stadtschulrat und NSDAP Kreisleiter Wilhelm Seiler 1935 alle jüdischen Kinder vom Unterricht an Volksschulen im Stadtgebiet aus. Mit dem reichsweiten Erlass der Nürnberger Gesetze am 15. September 1935 verloren Juden vollends alle politischen Rechte im Deutschen Reich.
Am Abend des 9. November 1938 erreichten die Ausschreitungen gegen Juden einen neuen Höhepunkt. In dieser Nacht brannten Heidelberger Bürger die Synagogen in Heidelberg und Rohrbach nieder; der orthodoxe Betsaal in der Plöck wurde ebenfalls zerstört. Am nächsten Tag begann die systematische Deportation Heidelberger Juden mit der Verschleppung 150 jüdischer Mitbürger in das Konzentrationslager Dachau. Etwa zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, fand die "Wagner-Bürckel-Aktion" statt. Etwa 280 Juden aus Heidelberg sowie weitere 114 aus den Gemeinden des Landkreises wurden in das Internierungslager Gurs deportiert. Insgesamt 6504 der in Baden, der Pfalz und dem Saarland lebende Juden wurden in dieser ersten Massendeportation verschleppt. Drei Viertel der deportierten Juden kamen im Lager Gurs ums Leben, viele der Älteren bereits schon im ersten Winter 1940/41.
Heidelberg überstand als eine der wenigen deutschen Großstädte den 2. Weltkrieg nahezu unversehrt. Die Stadt wurde Standort der US-Army und hoher Kommandostellen der US-Army und der NATO. Der hohe amerikanische Bevölkerungsanteil trug zu einer neuen Völkerfreundschaft zwischen beiden Ländern bei. Der Radiosender des AFN tat ein übriges.
Bei einem der ersten Terroranschläge der RAF am 24. Mai 1972 auf das Europahauptquartier der US-Armee in Heidelberg wurden drei US-Soldaten getötet und fünf verletzt.
Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Heidelberg mit dem Landkreis Mannheim zum heutigen Rhein-Neckar-Kreis vereinigt. Er umgibt die Stadt vollständig. Heidelberg selbst blieb eine kreisfreie Stadt.
Der Durchgangsverkehr wurde aus Bergheim heraus an den Neckar verlegt. Die Straßenbahn in der Hauptstraße wurde mit deren Umwandlung in eine Fußgängerzone eingestellt. Erste Hochhäuser wurden gebaut: Menglerbau, Schwesternhochäuser, Studentenwohnheim, Print Media, Science-Tower der SRH (neue FH-Heidelberg). Verkehrsbauten beeinflussten das Stadtbild nachdrücklich.
Zur Zeit bemüht sich Heidelberg für das Gesamtbild von Altstadt und Schloss um den Eintrag ins Weltkulturerbe durch die Unesco.
 Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl der Stadt Heidelberg überschritt 1946 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Sie ist eine Stadt mit internationaler Bevölkerung - davon eine der größten US-amerikanischen Gemeinden außerhalb Nordamerikas, die allerdings in der Heidelberger Einwohnerstatistik nicht geführt wird. Ende Dezember 2004 zählte Heidelberg (ohne Angehörige der US-Armee und deren Angehörige) nach amtlicher Fortschreibung 143.123 Einwohner mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand.
Wappen Das Wappen der Stadt Heidelberg zeigt in Schwarz auf grünem Dreiberg schreitend, den rot bewehrten, rot bezungten und rot gekrönten goldenen kurpfälzischen Löwen. Das Wappen wurde in seiner heutigen Form 1898 von der Stadt angenommen und wird in der heutigen stark stilisierten Form seit 1969 geführt. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb.
Der Löwe ist das Wappentier der Pfalzgrafen, da Heidelberg lange Residenzstadt der Kurpfalz war. Der Dreiberg spielt wohl auf den Namen der Stadt an und ist insofern ein so genanntes redendes Symbol. Zeitweise war dieser Dreiberg auch nicht im Wappen abgebildet.
Daneben gibt es seit einigen Jahren auch ein modernes Logo für das städtische Corporate Design: Im weißen Quadrat drei markanten Linien für Burg, Fluss und Brücke in den Farben Blau und Rot (Entwurf von Erwin Poell).
Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen Jahrhundertelang war Heidelberg eine 'Residenz des Geistes'. Auch heute noch ist die Universitätsstadt das Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum der Region Rhein-Neckar: Im Jahr 2004 arbeiteten 81,8% aller Menschen im Dienstleistungssektor, ungefähr ein Viertel von ihnen - rund 18% - sind an der Universität Heidelberg oder einer angegliederten Forschungseinrichtung beschäftigt. Das Verlagswesen ist eine weitere bedeutende Quelle von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich. Lediglich 18,0% arbeiteten im produzierenden Gewerbe, und mit gerademal 0,2% aller Arbeitsplätze ist die Forstwirtschaft in Heidelberg völlig bedeutungslos.
Die dominierende Rolle des Dienstleistungssektors ist jedoch nicht nur historisch bedingt, seine Bedeutung hat in den vergangenen Jahren sogar noch kontinuierlich zugenommen. So ist die Gesamtzahl der Arbeitsplätze zwischen 1970 und 2004 von 70.100 auf 97.500 angewachsen, gleichzeitig hat die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe jedoch von 28.000 auf 17.550 stark abgenommen. Mit dieser Entwicklung folgte Heidelberg dem selben Trend wie viele andere deutsche Großstädte auch.
Mit einer Arbeitslosenquote von 8,5% wies Heidelberg im Jahr 2004 den drittniedrigsten Wert unter den baden-württembergischen Stadtkreisen auf. Im historischen Vergleich ist dieser Wert jedoch ungewöhnlich hoch für Heidelberg, 1970 lag die Arbeitslosenquote unter 3%. Der Grund für diese Entwicklung war die gesamtwirtschaftlich schlechte Lage Deutschlands.
Lediglich 39% der Arbeitsplätze im Stadtgebiet wurden 2004 von einem Heidelberger eingenommen. Die Mehrzahl der Angestellten lebt außerhalb des Stadtgebiets. Die Zahl der Berufspendler hat sich seit 1970 von 28.600 auf rund 59.600 mehr als verdoppelt. Da die meisten Pendler ein motorisiertes Individualverkehrsmittel benutzen hat die Verkehrsbelastung in diesem Zeitraum extrem stark zugenommen.
 Ansässige Unternehmen In der Stadt sind mehrere bedeutende Unternehmen ansässig, u. a. die Heidelberger Druckmaschinen AG (Markenname Heidelberg), die HeidelbergCement (HZAG), der Finanzdienstleister MLP AG, der Wissenschaftsverlag Springer und der Softwaredienstleister SAS Institute. Im Gesundheitssektor sind die Wohlfahrtsverbände als Arbeitgeber zu nennen. Der größte Arbeitgeber der Region ist die Universität Heidelberg mit einem großen Klinikum.
Wahrzeichen der Stadt Das Heidelberger Schloss ist das bedeutsamste Wahrzeichen der Stadt und eigentlich eine Ruine - seit seiner Zerstörung wurde es nur teilweise restauriert. Das Schloss ist als berühmteste Ruine Deutschlands bekannt. Es steht 80 m über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das gesamte Stadtbild. Im Schloss befindet sich auch das Große Fass. Berühmte Persönlichkeiten wie Elisabeth Stuart wohnten hier.
Die Alte Brücke über den Neckar heißt mit korrektem Namen eigentlich „Carl-Theodor-Brücke“. Aufgrund ihres hohen Alters – sie wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt – hat sich jedoch die Bezeichnung „Alte Brücke“ eingebürgert. Die Brücke wurde Ende des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten gesprengt, um die vorrückenden alliierten Truppen aufzuhalten. Bereits 1947 war sie jedoch vollständig rekonstruiert.
Bedeutende Kirchen Die Heiliggeistkirche ist die bekannteste Kirche Heidelbergs. Sie steht mitten im Zentrum der Stadt, nur unweit des Heidelberger Schlosses. Mit ihrer majestätischen Fassade beherrscht sie zusammen mit dem Schloss die Silhouette der Neckarstadt. Sie diente einst als Aufbewahrungsort der berühmten Bibliotheca Palatina, doch während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Sammlung von Handschriften und frühen Drucken von Kurfürst Maximilian I. geraubt und dem Papst als Geschenk überreicht. Demnächst soll eine Restaurierung der Heiliggeistkirche beginnen, bei der unter anderem der Westeingang wieder zum Haupteingang werden soll. Allerdings ist die Heiliggeistkirche nicht die älteste Kirche der Heidelberger Altstadt - diese Ehre kommt der Peterskirche zu. Vermutlich wurde die Peterskirche sogar vor der Gründung Heidelbergs errichtet. Ihr Alter wird auf etwa 900 Jahre geschätzt. Im Spätmittelalter wurde sie zur Universitätskapelle. Sie dient als letzte Ruhestätte für etwa 150 Professoren und kurfürstliche Hofleute. Unter anderem ist hier auch Marsilius von Inghen begraben, der Gründungsrektor der Universität Heidelberg. Zum 400. Geburtstag Martin Luthers wurde an der Ostseite 1883 die Luthereiche gepflanzt. Unweit der Heiliggeistkirche und der Peterskirche befindet sich auch die Jesuitenkirche. Sie ist das Wahrzeichen der Gegenreformation in Heidelberg und bildete einst den Mittelpunkt des ehemaligen Jesuitenviertels. Dementsprechend ist die Jesuitenkirche deutlich jünger als die Heiliggeistkirche und die Peterskirche - sie wurde 1749 fertiggestellt.
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