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Die Stadt Hagen ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland.
Hagen ist geografisch-geologisch und landschaftlich gesehen ein integrativer Bestandteil des nordwestlichen Sauerlands, gehört seit dem späten 19. Jahrhundert aber wirtschaftshistorisch auch zum Ruhrgebiet. Die Stadt ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Kommune in vielen Bereichen zwei Landschafts- und Wirtschaftsräumen angehören kann.
Die Stadt ist Mitglied im Regionalverband Ruhr und ist in der Landesplanung als Oberzentrum für die Märkische Region ausgewiesen. Hagen ist Sitz von Amts-, Land- und Arbeitsgericht sowie mehrerer überregionaler Institute, Behörden und Verwaltungsstellen. Die 1843 in Hagen gegründete Südwestfälische Industrie- und Handelskammer ist neben dem südöstlichen Ruhrgebiet (Stadt Hagen, Ennepe-Ruhr-Kreis) auch für das Märkische Sauerland mit dem Märkischen Kreis zuständig. In der Stadt befindet sich die einzige Fernuniversität Deutschlands - mit derzeit über 43.000 Studenten eine der größten Universitäten in Deutschland.
 Geografie Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd Richtung 17,1 und in West-Ost Richtung 15,5 km. Die Stadtgrenze von 89,7 km setzt sich zusammen aus 3,3 km zu Dortmund, 9 km zum Kreis Unna, 56,6 km zum Ennepe-Ruhr-Kreis und 20,8 km zum Märkischen Kreis. Der Höhenunterschied vom tiefsten Punkt an der Ruhr bei Vorhalle (86 m ü.N.N.) zum höchsten Punkt östlich von Bölling (438 m ü.N.N.) 7°33'48"E, 51°17'30"N beträgt 352 m.
Die Fläche von 160,4 km² ist in etwa so groß wie das Fürstentum Liechtenstein mit 160 km².
Geologie Der Raum Hagen gilt seit dem frühen 19. Jahrhundert als eine klassische Fundregion der Paläontologie und Archäologie.
Im Stadtgebiet stehen verschiedene Gesteine und Ablagerungen vom Devon bis zum Karbon an. In Karsthöhlen und -spalten des Massenkalkes haben sich Meeres- und Landablagerungen aus der Kreidezeit und dem Tertiär sowie dem Holozän erhalten. Noch heute ist der Raum Hagen einer der wichtigsten Fundorte für Fossilien aus dem mittleren und oberen Devon und unteren Karbon. Zahlreiche bekannte Fundstellen, die noch in den 1980er Jahren zugänglich waren, wurden jedoch bis heute überbaut oder sind zugeschüttet worden.
In Hagen-Ambrock im Volmetal wurden Reste von Landpflanzen aus dem mittleren Devon entdeckt. Der breite Massenkalkzug mit Dolomit - Reste eines devonischen Korallenriffs - zwischen Schwelm und Balve führte seit dem frühen 19. Jahrhundert zu einem intensiven Abbau in Steinbrüchen.
Die frühere Ziegeleigrube Hagen-Vorhalle ist der weltweit wichtigste Fundort von 319 Millionen Jahre alten Insekten und anderen Fossilien, darunter frühe Großlibellen mit Flügelspannweiten von 40 cm, ausgestorbenen Urnetzflüglern und riesigen Hundert- und Tausendfüßlern, aus dem flözleeren Oberkarbon. Der Steinbruch Hagen-Vorhalle stellt ein bedeutendes Geotop dar, das Weltgeltung für die paläontologische Forschung hat. Wesentliche Funde aus dem Steinbruch sowie aus der gesamten Region sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen zu sehen.
Aber auch andere Fossilienfundstellen mit Tier- und Pflanzenresten aus dem Paläozoikum bis zum Mesozoikum lieferten wichtige Beiträge zur geowissenschaftlichen Forschung. In der Umgebung von Hagen fanden sich z.B. die Knochen von Landsauriern und frühen Säugetieren sowie Pflanzen aus der unteren Kreidezeit.
Auf den Hochflächen von Emst, Dahl und Hohenlimburg haben sich Ablagerungen von frühen Flussterrassen der Lenne und Ruhr aus dem Tertiär erhalten. In Spaltenfüllungen des Massenkalkes bei Emst und Hohenlimburg fanden sich Haizähne, Landschnecken und Knochen von Säuge- und Meerestieren aus dem Tertiär.
 Geschichte Im Jahre 775 wurde die nahe der Hagener Stadtgrenze zu Dortmund über der Ruhr-Lennemündung gelegene "sächsische" Hohensyburg (Sigiburg) durch Truppen Kaiser Karl der Große erobert. Mit der Überlieferung dieser Eroberung in den "Annales Laureshamenses" (Lorscher Annalen) tritt der Raum Hagen in die Geschichtsschreibung.
Im Mittelalter waren das Dorf und Kirchspiel Hagen relativ unbedeutend und stand politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich weit hinter den märkischen Stadtgründungen im Umland, vor allem Iserlohn, sowie in der benachbarten Grafschaft Limburg. Erst durch die Gründung einer Klingenschmiedsiedlung (Lange Riege) in Hagen-Eilpe 1661, und mehrere mit Wasserkraft betriebene Hammerwerke und Schmieden auf der so genannten Ennepestrasse erlangte Hagen im 18. Jahrhundert eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung.
Ein Brand zerstörte 1724 einen Großteil der Gebäude. Die mit Hilfe der preußischen Staatsverwaltung wiederaufgebaute Stadt Hagen besitzt seit dem 3. September 1746 Stadtrechte. Seit 1817 ist Hagen Sitz eines Amtes und eines Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg. 1837 wurden die revidierte Städteordnung und ein Magistrat eingeführt. Im Zuge der Industrialisierung wurde Hagen 1848 an das Bergisch-Märkische Eisenbahnnetz angeschlossen und entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Um 1865 hatte Hagen die von ihrer Bevölkerung und Wirtschaftskraft bisher in Südwestfalen führende Stadt Iserlohn überholt und stellte mit dieser seit der Mitte des 18. Jahrhunderts den kulturellen, verwaltungsrelevanten und wirtschaftlichen Mittelpunkt der südlichen Grafschaft Mark dar.
Während der Kaiserzeit 1871-1914 erlebte Hagen eine Blütezeit. Durch die Urbanisierung und Industrialisierung entwickelte sich die Stadt zum Oberzentrum für die gesamte Region südlich der Ruhr. Im Jahr 1887 schied Hagen verwaltungsrechtlich aus dem Kreis Hagen aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1928 die 100.000-Grenze und machte Hagen damit zur Großstadt. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die Hagener Innenstadt durch mehrere Bombenangriffe der alliierten Luftstreitkräfte total zerstört.
Der östliche Teil des Stadtgebiets erstreckt sich seit 1975 auf das Territorium der früheren Grafschaft Limburg und der bis dahin selbständigen sauerländischen Stadt Hohenlimburg.
Die durch den raschen Wiederaufbau nach Kriegsende entstandenen "Bausünden" werden seit den 1990er Jahren unter anderem durch die Volmegalerie, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und den Neubau des Rathausverwaltungstraktes behoben.
 Einwohnerentwicklung Hagen ist im Jahre 1928 zur Großstadt geworden, als die Bevölkerungszahl die 100.000-Marke überschritten hatte, im Jahr 1964 wurde die 200.000-Grenze überschritten. Die höchste Einwohnerzahl hatte die Stadt nach der Neugliederung 1975 mit 231.840 Einwohnern. Im Dezember 2005 unterschreitet die Stadt erstmals wieder die Zahl von 200.000 Einwohnern, zum 31. Dezember 2005 lebten in Hagen 199.657 Menschen mit Hauptwohnsitz. Davon hatten nach Angaben der Stadtverwaltung 172.063 Bewohner die deutsche Nationalität und 27.594 Bürger waren Ausländer. In der Größen-Rangliste der Großstädte in Deutschland steht Hagen an 38. Stelle hinter Erfurt und vor Rostock.
Stadtwappen und Stadtname Das Hagener Stadtwappen ziert eine stilisierte Eiche auf blauem Grund.
Der Ursprung des Namens Hagen ist nicht genau bekannt. Von Namens- und Heimatforschern werden oft abenteuerliche Theorien und Spekulationen vorgebracht. Der Flurname Hagen bezeichnete im ausgehenden Mittelalter einen niedrigen Erdwall mit Pfählen, oft durch Weidengeflecht verbunden, um ein Gehöft vor Eindringlingen zu schützen und das Fortlaufen des Viehs zu verhindern. Manchmal trat an Stelle der Pfähle lebendes Buschwerk, der Hagedorn mit der Hagerose und den Hagebutten. Hier in seinem Hagen saß der Bauer geschützt und sicher, es war ihm behaglich. Er hegte seinen Besitz, und wer ihm ins Gehege kam, dem konnte leicht unbehaglich werden.
Schienen- und Busverkehr Seit 1848 ist Hagen ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt in Deutschland. Der Hauptbahnhof ist ein wichtiger Fern-, Regional- und S-Bahnhof im südöstlichen Ruhrgebiet. Im Bereich des Güterverkehrs zählt der Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle zu den größten in Deutschland. Hagen kann als Eisenbahnstadt bezeichnet werden; aufgrund der zahlreichen Montanunternehmen konnte in fast jedem Ortsteil Hagens ein eigener Bahnhof erhalten bleiben.
Im Schienenpersonenfern- und nahverkehr verkehren eine Reihe von Fern-, RegionalExpress- und S-Bahn-Linien. Hervorzuheben sind hier die ICE-Verbindungen nach Berlin und Basel, die RegionalExpress-Linien nach Kassel, Aachen, Siegen und Venlo. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der DB Regio NRW GmbH und der ABELLIO Rail.
Aber auch die seit 2005 im Linienverkehr verkehrende Museumsbahn Ruhrtal-Bahn zwischen Hagen und dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen ist im besonderen Maße zu erwähnen.
Im Straßenpersonennahverkehr verfügt Hagen über ein ausgedehntes Netz von 41 Städteschnellbus- und Stadtbuslinien. Es bestehen u.a. Verbindungen nach Dortmund, Witten, Schwerte oder Gevelsberg.
Der Hagener Stadtteil Haspe war Ausgangspunkt der Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld, die während ihres Betriebes als Straßenbahn durch das städtische Nahverkehrsunternehmen Hagener Straßenbahn AG als schönste Straßenbahnstrecke Deutschlands galt.
1973 wurde in Hagen das Konzept des Kabinentaxis erprobt.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
 Bildung und Forschung Die Stadt beherbergt die FernUniversität in Hagen, den Standort Hagen der Fachhochschule Südwestfalen (Hauptsitz ist in Iserlohn) und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Studienort Hagen der Abteilung Gelsenkirchen. In Hagen sind alle Schulformen vorhanden. Die Weiterbildung wird im Wesentlichen von der Volkshochschule Hagen und dem Rahel-Varnhagen-Kolleg bestritten. Außerdem ist in Hagen das Deutsche Institut für publizistische Bildungsarbeit, kurz Journalisten-Zentrum Haus Busch ansässig. Hier lassen sich Journalisten aus dem ganzen Bundesgebiet aus- und weiterbilden.
Die Volkssternwarte Hagen am Eugen-Richter-Turm ist eine ehrenamtlich betriebene Institution, die 1955 gegründet wurde. Regelmäßige Öffnungszeiten geben den Hagener Bürgern Gelegenheit, sich über volkstümliche Astronomie und Meteorologie zu informieren.
Das Planetenmodell Hagen stellt die einzelnen Planeten in Form von Bronzeplatten dar, die im Hagener Stadtgebiet, vornehmlich in der Innenstadt maßstabsgetreu verteilt sind. Der Betrachter erhält damit eine Vorstellung von Aufbau und Größe unseres Sonnensystems.
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