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Deutschland - Fürth



Die Stadt

Die Stadt Fürth (Bayern) ist eine kreisfreie Stadt in Mittelfranken, die im Osten mit Nürnberg zusammengewachsen ist; die Zentren beider Städte liegen ca. 7 km voneinander entfernt. Gegenwärtig hat Fürth ca. 114.000 Einwohner (Stand: November 2005).

Fürth bildet mit den Städten Nürnberg und Erlangen ein Städtedreieck, welches das Kernland des mittelfränkischen „Großraums“ (Ballungsgebiet) bildet und eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern ist. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden diese Städte die Metropolregion Nürnberg, eine von 11 Metropolregionen in Deutschland.

Da Fürth (vor allem den aus Nürnberg vertriebenen) Juden Zuflucht gab, galt Fürth lange Zeit als „Fränkisches Jerusalem“.


Geschichte

Die 1007 erstmals urkundlich genannte Ansiedlung Fürth bestand gewiß schon seit längerer Zeit, als Kaiser Heinrich II. in diesem Jahr den Ort dem neugegründeten Domkapitel Bamberg vermachte. Das in den folgenden Jahren zugesprochene Marktrecht ging bereits unter Heinrich III. an das benachbarte Nürnberg verloren. Auch wenn ab 1062 in Fürth wieder Markt abgehalten werden durfte, so war bereits in dieser Zeit Nürnberg von größerer Bedeutung. In den folgenden Jahrhunderten lag die Herrschaft über die Stadt zu unterschiedlichen Teilen und in wechselnden Ausgestaltungen bei dem Bamberger Domstift, den Nürnberger Burggrafen (ansbachisch) und der Nürnberger Reichsstadt. Unter diesen Bedingungen blieb es lange Zeit bei einer stark bäuerlichen Prägung des Gemeinwesens, das um 1600 wohl erst zwischen 1000 und 2000 Einwohner aufweisen konnte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Fürth bis auf wenige Häuser niedergebrannt.


Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl von Fürth wuchs im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit wegen der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte nur langsam. Im Dreißigjährigen Krieg verlor die Stadt etwa die Hälfte ihrer Bewohner. Als kroatische Soldaten 1634 Fürth anzündeten, brannte der Ort mehrere Tage lang und wurde dabei fast vollständig zerstört. Am Ende des Krieges lebten in der Stadt nur noch 800 Menschen. 1685 siedelten sich Hugenotten und reformierte Christen aus Frankreich in Fürth an. 1700 war der Wiederaufbau abgeschlossen und die Bevölkerungzahl stieg auf rund 6000.

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann ein starkes Bevölkerungswachstum. 1800 hatte Fürth 12.000 Einwohner, bis 1895 vervierfachte sich diese Zahl auf 47.000. Im Jahre 1950 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Ende Juni 2005 lebten in der Stadt nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 113.076 Menschen mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand. Damit ist Fürth nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt Mittelfrankens sowie die siebentgrößte Stadt Bayerns. Der Ausländeranteil in Fürth beträgt rund 15 Prozent (Stand 2005).


Wappen

Das Wappen der Stadt Fürth zeigt in Silber ein dreiblättriges grünes Kleeblatt. Die Stadtfarben sind weiß-grün.

Das dreiblättrige Kleeblatt taucht erstmals 1562 in den Siegeln der Stadt auf, als es von einer Hand gehalten wird, welche von zwei Halbmonden beseitet ist. Die Herkunft ist nicht geklärt, vermutlich geht die Dreiheit jedoch auf die „Dreiherrschaft“ während des Mittelalters zurück. Ab 1792 erscheinen sogar drei Kleeblätter auf einem Dreiberg. 1818 erhielt die Stadt ein neues Wappen, das ein grünes Kleeblatt umgeben von einem grünen Eichenzweig, zeigte.

Dieses Wappen wurde über 100 Jahre lang geführt. 1939 wurde jedoch der Eichenzweig beseitigt. Gleichzeitig wurde eine Flagge eingeführt, die in Weiß zwei grüne Streifen und im grünen Oberteil das Wappen zeigte. Später wurde die Flagge jedoch auf die Farben Weiß und Grün vereinfacht.


Wirtschaft

Die Spielwarenindustrie ist in Fürth ein Wirtschaftsfaktor; vom kleinen Handwerkbetrieb bis zum großen Industrieunternehmen ist auf diesem Sektor alles vertreten. Die Arbeitslosigkeit betrug in Fürth Ende 2002 12,2 Prozent.

Eine große Bedeutung hatte in Fürth früher auch das Brauwesen gehabt. Die fünf großen Brauereien waren Humbser, Brauerei Geismann, Brauerei Grüner, Evora & Meyer und Berg Bräu. Um die vorige Jahrhundertwende agierte Fürth als Bierstadt sogar noch vor München. „Quelle“, das größte Versandhaus Europas, hat in Fürth seinen Hauptsitz.

Bei der Energieversorgung setzt Fürth zunehmend auf Solarenergie. Fürth ist Sitz des gemeinnützigen Solarinformations- und Demonstrationszentrums Solid. Seit Ende 2004 werden durch Photovoltaikanlagen tagsüber bei Sonnenschein durchschnittlich 2 Megawatt Leistung aufgebracht, die über die Infra Fürth, dem örtlichen Energieversorger, in das Netz eingespeist werden. Die Anlage in Atzenhof auf der ehemaaligen Restmülldeponie produziert mit fast 1 MW Leistung den Hauptanteil (zu den bestehenden 103 Anlagen wurden 2004 weitere 31 in Betrieb genommen).

An der Regnitz, kurz nach dem Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz, wurde 2003 ein neues Pumpwerk errichtet, das die künstliche Beregnung des nordöstlich gelegenen Knoblauchlands sicherstellen soll.


Ansässige Unternehmen

Das Versandhaus Quelle, inzwischen fusioniert zu Karstadt-Quelle, wurde von Gustav Schickedanz am 26. Oktober 1927 gegründet. KarstadtQuelle Versicherungen ging 1984 aus dem damaligen Einzelhandelskonzern Quelle AG hervor. Die Grundig AG unterhielt von seiner Gründung bis Mitte 2000 seinen Hauptsitz sowie mehrere Fertigungsstandorte in Fürth. Die ehemalige Zentrale an der Kurgartenstraße wurde zum Technologiepark "Uferstadt Fürth" umgebaut, in der das Technikum Neue Materialien, ein Fraunhofer-Institut, Sellbytell, die Computec Media AG sowie das Rundfunkmuseum eine Bleibe gefunden haben. Uvex unterhält seine Zentrale sowie die Fertigung in der Stadt. Die Siemens AG, beheimatet in München, ist auch an mehreren Standorten in Fürth zu finden. Die Spielzeugproduzenten Simba-Dickie-Group (Simba, Dickie, BIG) und Bruder sind in Fürth beheimatet. Faurecia, der größte Automobilzulieferer Frankreichs, unterhält in Fürth-Stadeln ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Abgastechnik.


Stadtbild

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Deutschland erlitt Fürth im 2. Weltkrieg nahezu keine Zerstörungen durch Bombenangriffe. Dadurch ist das historische Stadtbild weitgehend erhalten geblieben, nur an wenigen Stellen wurde es durch moderne Zubauten gestört (z.B. die Hochhäuser am Bahnhof, Stadtsanierung südlich der Königstraße 1978/79, Stadthalle auf dem Gänsberg). Gemessen an der Einwohnerzahl besitzt Fürth die vierthöchste Dichte an Baudenkmälern unter den deutschen Großstädten (17 auf 1000 Einwohner).

Mehrere Straßenzüge mit geschlossener Bebauung des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts prägen das Bild der Innenstadt, in der Altstadt im Bereich der Stadtkirche St. Michael finden sich auch Ensembles des 17. und 18. Jahrhunderts. Hervorzuheben ist die Hornschuchpromenade mit vielfältig gestalteten Wohnmietshäusern der Gründerzeit und des Jugendstils. Das historische Stadtbild setzt sich bis in die Südstadt fort, allerdings finden sich hier eher ehemalige Mietshäuser für Arbeiter, was sich in einer weniger prächtigen Fassadengestaltung niederschlägt.

Das im italienischen Stil zwischen 1840 und 1850 erbaute Fürther Rathaus erinnert stark an den Palazzo Vecchio in Florenz und ist das Wahrzeichen der Stadt.


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Fürth aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





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