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Deutschland - Duisburg



Lage

Die kreisfreie Stadt Duisburg liegt am Niederrhein am westlichen Rand des Ruhrgebietes. Die Halbmillionenstadt ist die fünftgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens.

Der Hafen mit seinem Zentrum im Stadtteil Ruhrort gilt als größter Binnenhafen Europas. Die Stadt ist Sitz der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer.

Gelegen am Hellweg als uralter Handelsstraße und mit Wurzeln in der Wissenschaft seit 1555 – Gerhard-Mercator-Universität ab 1994 – bahnen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Bürger in vielen Projekten gemeinsam den Weg für die Stadt der Zukunft.

Duisburg liegt am Rande des niederbergischen Hügellandes, an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Das Stadtgebiet erstreckt sich zu beiden Seiten dieser Flüsse. Im Norden der Stadt münden die Alte Emscher und die Kleine Emscher in den Rhein. In der Landesplanung ist Duisburg als Oberzentrum eingestuft.

Höchste Erhebung der Stadt ist der Standort Haus Hartenfels mit 82,52 m über NN, der tiefste Punkt liegt mit 14,85 m über NN in Duisburg-Walsum (Kurfürstenstraße). Die mittlere Höhenlage des Stadtkerns beträgt 33,5 m über NN (Duisburg-Mitte, Königstraße/Ecke Hohe Straße).


Namensursprung

Die erste Silbe des Namens der Stadt soll auf das germanische "dheus" zurückgehen, was soviel wie "feuchtes Gebiet" oder "Überschwemmungsgebiet" bedeutet. Duisburg bedeutet demnach "Befestigter Ort im Überschwemmungsgebiet".

Eine andere Deutung geht davon aus, dass der Name sich vom altdeutschen "duis" = Hügel ableitet. Danach bedeutet Duisburg soviel wie "Burg auf dem Hügel". Damit könnte die auf einer leichten Anhöhe über dem Rhein stehende ursprüngliche Hofanlage mit Graben, Wall und Palisadenzaun im Bereich des heutigen Rathauses gemeint sein.

Duisburg ist nicht der einzige Ort in Europa mit diesem Namen. Ein heutiger Ortsteil von Tervuren in Belgien, der 1977 eingemeindet wurde, trägt denselben Namen. In der niederländischen Provinz Gelderland gibt es eine Stadt namens Doesburg.


Geschichte

Intensive Ausgrabungen haben eine feste Besiedlung des hochwassergeschützten „Burgplatzes“ bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert nachgewiesen. Die Römer unterhielten hier eine regelmäßige Präsenz zur Sicherung des Rheinübergangs und der Ruhrmündung, die den Legionen als Brückenkopf diente. Der „Alte Markt“ war seit dem 5. Jahrhundert der zentrale Handelsplatz der Stadt, die durch ihre Lage am Hellweg und an einer Rheinfurt ausgezeichnet war.

Aufgrund der günstigen geographischen Lage Duisburgs auf einer Hochterrasse am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr wurde im Mittelalter etwa um 740 mit der Anlage eines Königshofes begonnen. Im 10. Jahrhundert erfolgt der Ausbau zu einer Königspfalz. Belegt sind mindestens 18 Königsaufenthalte in jenem Jahrhundert. 929 findet in der Stadt eine Reichssynode statt. 1002 trifft der Erzbischof von Köln auf Heinrich II. und wählt ihn zusammen mit dem Bischof von Lüttich zum König. Bis 1290 ist Duisburg reichsfreie Stadt, dann wird sie von König Rudolf von Habsburg gegen 2000 Silbermark an den Grafen von Kleve verpfändet.

In der Folgezeit wird Duisburg Mitglied der Hanse. Durch die Verlagerung des Rheins von der Stadt weg, die vor etwa 1000 Jahren geschah, und der im 14. Jahrhundert zunehmenden Verlandung des toten Rheinarms wurde die wirtschaftliche Entwicklung jedoch unterbrochen. Von der Kaufmannsstadt entwickelte sich Duisburg zur Ackerbürgerstadt. Das Wirken von Gerhard Mercator und die Gründung der Universität im Jahre 1655 schufen die Anerkennung als „Gelehrtes Duisburg“.

Das Aufblühen von Tabak- und Textilmanufakturen im ausgehenden 17. Jahrhundert leitete eine Entwicklung ein, die schließlich mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhundets und dem Ausbau der Rhein-Ruhr-Mündung zum größten Binnenhafen der Welt zur „Montanstadt“ führte.

Große Industriewerke (Thyssen, Krupp, ...) siedelten sich nördlich und südlich von Duisburg an und bestimmten nach der Eingemeindung die Entwicklung der Gesamtstadt maßgeblich mit. Die Werke, die in der Nähe alter Siedlungsräume entstanden, zogen Arbeiter aus dem deutschen Reich, Polen, Österreich und den Niederlanden an. Es entstanden neue Siedlungen um die alten Kerne und die Einwohnerzahlen wuchsen rasant.

Aus der Euphorie über den Ersten Weltkrieg 1914 wird bereits 1915 Ernüchterung. Die britische Seeblockade führt zu Hunger und einer nachhaltigen Radikalisierung der Massen. Nach Kriegsende 1918 herrscht auch in Duisburg Anarchismus. Es gibt wilde Streiks, Straßenschlachten und Feuergefechte zwischen rechten und linken Gruppierungen. Eine Hyperinflation enteignet den Mittelstand. 1921 folgt die Besetzung der Stadt durch Franzosen und Belgier. Zu Begehung des französischen Nationalfeiertags paradieren französische Truppen am 14. Juli 1922 durch die Straßen der besetzten Stadt. Im September des Jahres 1925 verlassen Franzosen und Belgier die Stadt, nachdem die deutsche Regierung den Dawes-Plan akzeptiert. Nach einer Phase der wirtschaftlichen Beruhigung gerät die Stadt bereits Ende 1929 in eine neue Rezession. Die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre traf die Stadt besonders hart. Damals hatte sie mit 34,1 % die höchste Arbeitslosenquote des deutschen Reiches.

Als logistisches Zentrum des Ruhrgebietes und bedeutender Standort der Chemie- und Hüttenindustrie wird Duisburg bald zum primären Angriffsziel alliierter Bomber. Dabei werden nicht nur die Industrieanlagen, sondern auch gezielt die zivile Bevölkerung angegriffen.

Duisburg war seit 1936 Garnisonsstadt. Nach dem durch den Bruch des Versailler Vertrages und des Locarno- Abkommens erfolgten militärischen Besetzung des Rheinlandes am 7. März 1936 - der sog. Remilitarisierung - erfolgte die Verlegung des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 79 in die Stadt. Etwa ein Jahr später wurde die Stationierung erster Flakeinheiten - einer schweren und einer leichten Flakstammbatterie - in der damals noch im Bau befindlichen Neuenhof-Kaserne am 6. April 1937 mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt gewürdigt. Bis 1945 waren vorrangig diverse Truppenteile der damaligen Luftwaffe in Duisburg stationiert. Neben zwei Flak-Kasernen gab es ein größeres Munitionsdepot im Bereich der heutigen Sechs-Seen-Platte sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Flakeinheiten der Flakgruppe Duisburg, die im gesamten Stadtgebiet des heutigen Duisburgs, aber auch in den angrenzenden Gemeinden verteilt eingesetzt waren. Daneben gab es am Duisburger Kaiserberg ein Flugwachkommando (Fluko), in welchem vorrangig Duisburger Frauen eingesetzt waren. Trotz der immensen militärischen Präsenz blieben die deutschen Verteidigungsbemühungen letztlich erfolglos und konnten die weitgehende Zerstörung der Stadt nicht verhindern. Als die am weitesten westlich gelegene Großstadt des Deutschen Reiches erlebte Duisburg eine immense Anzahl schwerer und allerschwerster Bombenangriffe; als eine Einflugschneise zum Ruhrgebiet erlebte die Stadt daneben ab 1943 praktisch tägliche Luftalarme.

Nach der Währungsreform ist die Stadt durch einen ungebrochenen Aufstieg in allen Lebensbereichen gekennzeichnet. Kohle und Stahl werden wieder die Motoren des Wiederaufbaus. Ende der 1950er Jahre zählt der Arbeitsamtsbezirk Duisburg kaum Arbeitslose. Die Wirtschaftskraft der Region Duisburg war überdurchschnittlich und lag um fast 50% über dem Landesdurchschnitt. Es erfolgte ein gewaltiger Zustrom von Menschen in die Stadt. Bis 1961 schnellt die Einwohnerzahl auf 502.933 hoch. Trotz der Kohlenkrise, die im Jahre 1957 begann und die auch in Duisburg zur Schließung von Zechen führte, erlebte die Stahlindustrie in den 1960er Jahren eine gute Konjunktur. Vermehrt suchte die Industrie ausländisches Arbeitskräftepotential. Bedingt durch die rasante produktivitätssteigernde technologische Entwicklung im Bereich der Erzeugung von Eisen und Stahl sinkt aber in den 1970er Jahren die Zahl der Beschäftigten. Die Arbeitslosigkeit steigt an. Noch 1986 versuchen die Arbeitnehmer der Krupp-Hütte in Rheinhausen sich erfolglos gegen die Schließung ihres Werkes durchzusetzen. Duisburg, das 20 Jahre zuvor noch zu den deutschen Städten mit den höchsten Pro-Kopf-Steuereinnahmen zählte, hatte aufgrund der einseitigen Industriestruktur nun mit erheblichen Standortproblemen zu kämpfen. Es erfolgten vermehrt Anstrengungen, freigewordene Industrieflächen für neue Industrien und für die Ansiedlung von Dienstleistungs- und Transportunternehmen aufzubereiten. Doch die Unternehmensneuansiedlungen können den Verlust der Arbeitsplätze auch im neuen Jahrtausend nicht ausgleichen.

Besonders bedrohlich für die Stadt ist auch die rasante Abnahme der Bevölkerung, die zu einem Kaufkraftverlust führt. Nicht nur die Abwanderung ist hierfür verantwortlich, sondern mehr oder weniger die zunehmende Attraktivität der Niederrheinstädte selbst. Waren es früher die Anwohner des Niederrheins, die zum Einkaufen nach Duisburg fuhren, so blieben diese im Zuge der Stadtentwicklungen am Niederrhein zunehmend aus. Duisburg als Oberstadt und als Tor zum Niederrhein hatte diesen Trend verschlafen und die Kommunalpolitiker versuchten eine Mall nach amerikanischem Vorbild dem entgegen zu setzen. Die Stadt Oberhausen hatte diesen Trend erkannt und war mit dem Centro 10 Jahre zuvor erfolgreich. Die Folge, mit Abnahme der Kaufkraft und zunehmender Arbeitslosigkeit, war eine abnehmende Attraktivität der Duisburger Innenstadt. Die abnehmende Attraktivität der einstigen Einkaufsstadt am Niederrhein und als Unternehmensstandort versucht die Stadt mit mehreren Mitteln entgegenzuwirken. So war viele Jahre lang die vieldiskutierte Ansiedlung eines großen Einkaufszentrums („Mall“, Arbeitstitel: "Multi Casa") am Hauptbahnhof in Innenstadtnähe geplant. Da der Stadtrat Mitte 2005 in einer umstrittenen Entscheidung beschloss, das Baugelände gegen den Willen des Investors als Sondergebiet auszuweisen, ist dieses Projekt vom Tisch. Zur Zeit wird ein kleiner dimensioniertes Einkaufszentrum ( ca. 50.000m2 Verkaufsfläche) mitten in der Stadt gebaut. Zusammen mit dem neu erbauten City Palais, worin nicht nur der Ersatz der Mercator Halle Platz findet, sondern auch noch ein modernes Spielkasino, bilden diese beiden Gebäude den neuen Anziehungspunkt in der Stadtmitte. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Innenhafen. Ein Wohn- und Arbeitsquartier, nach den visionären Plänen von Sir Norman Foster, welches den unmittelbaren Anschluß zum Innenstadtbereich bildet.


Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit kam die Stadt auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte nicht über eine Einwohnerzahl von 4.000 hinaus. Erst mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. 1904 überschritt die Stadt Duisburg die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte. Am 1. Oktober 1905 kam es zur ersten größeren Eingemeindung (Meiderich 33.690 Einwohner 1900 und Ruhrort 12.406 Einwohner 1900). Im Jahre 1920 hatte die Stadt 250.000 Einwohner, bis 1961 verdoppelte sich diese Zahl auf 500.000.

Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl von Duisburg mit der Eingemeindung von Rheinhausen (67.610 Einwohner 1974), Walsum (47.433 Einwohner 1974), Homberg (36.140 Einwohner 1974), Rumeln-Kaldenhausen ihren historischen Höchststand. Während das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 599.799 Personen als Höchstzahl angibt, sind es bei der Stadtverwaltung 608.158. Die Einwohnerzahl der Stadtverwaltung weicht aus methodischen Gründen häufig von der Fortschreibung des Statistischen Landesamtes ab, in der Regel nach oben.

Wie es bei nahezu allen Großstädten der Fall ist, so ist auch Duisburg in seinen heutigen Grenzen das Ergebnis mehrerer Gebietsreformen, in deren Folgen eine Reihe von umliegenden Orten, darunter am 1. August 1929 die Großstadt Hamborn (126.043 Einwohner 1925), eingemeindet wurden. Obwohl die Stadt in den letzten 30 Jahren mehr als 17 Prozent ihrer Einwohner verloren hat, steht sie heute mit ihren etwa 500.000 Einwohnern an 12. Stelle der einwohnerreichsten Großstädte Deutschlands.

Anfang der 1970er Jahre betrug der Anteil ausländischer Mitbürger nicht einmal sechs Prozent, heute beträgt er etwa 15 Prozent. In den letzten zehn Jahren haben sich etwa 45.000 Menschen mit Migrationshintergrund einbürgern lassen. Insgesamt haben etwa 120.000 Duisburger eine internationale Herkunft, was einem Anteil von bis zu 24 Prozent an der Bevölkerung entspricht.

Mit dem absehbaren Absinken der Einwohnerzahl unter 500.000 sind gemeinderechtliche negative Konsequenzen verbunden, die unter anderem die finanziellen Zuweisungen des Landes an die hoch verschuldete Stadt betreffen. Das Ausmaß des Einwohnerverlustes in Duisburg innerhalb der letzten 35 Jahre ist für eine deutsche Großstadt erheblich. Auf dem Gebiet vor den großen Eingemeindungen lebten am 31. Dezember 1974 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 428.594 Menschen. Bis heute ist die Zahl der dort lebenden Einwohner um 21 Prozent auf knapp 340.000 gesunken. Gegenüber 1961 ist das sogar ein Verlust von 32 Prozent.

Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Duisburg nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 502.522 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).


Politik und Gesellschaft

An der Spitze der Stadt Duisburg stand schon seit etwa 1270 ein Rat und seit 1275 zwei Bürgermeister. Der Rat hatte zehn bis 22 Mitglieder. Der Wahlmodus für den Rat wurde mehrfach geändert. In der Regel wechselten seine Mitglieder jährlich am 10. August (Laurentiustag). Ab 1566 behielt sich der Herzog von Kleve das Recht, den Bürgermeister und zwei Räte selbst zu ernennen. Dennoch machte der Herzog hiervon kaum Gebrauch. Neben dem Rat taucht seit dem 15. Jahrhundert ein weiteres Gremium als Bürgerbeteiligung auf, der „Sechzehner“. Ihm gehörten je vier Vertreter der vier Stadtviertel an. Ein weiteres größeres Gremium war der „Vierundzwanziger“. Jedoch kann man bei beiden Gremien nicht von einer echten Bürgerbeteiligung im heutigen Sinne sprechen. Sie hatten meist nur beratende Funktion. 1713 wurde die freie Ratswahl vorübergehend aufgehoben. 1807 wurde in französische Zeit die Munizipalverfassung mit einem Munizipalrat eingeführt. Seit 1856 gab es „Stadtverordnete“, später Ratsherren. Die Leitung der Stadt übernahm in französischer Zeit der Maire, in preußischer Zeit ein Bürgermeister beziehungsweise später Oberbürgermeister.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1997 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt.

2004 wurde zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren ein Oberbürgermeister gewählt, der nicht der SPD angehört. Adolf Sauerland gewann im zweiten Wahlgang mit 61,2 Prozent gegen seine Vorgängerin Bärbel Zieling SPD.

In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung. Diese werden bei jeder Kommunalwahl neu gewählt. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher.


Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Duisburg zeigt in von Gold und Rot geteiltem Schild oben einen wachsenden, rot gezungten schwarzer Doppeladler, unten eine dreitürmige silberne gezinnte Burg. Die Stadtflagge ist weiß-rot belegt mit dem Wappen. Das Wappen wurde der Stadt am 31. Januar 1977 vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf verliehen. Es ist jedoch bereits im Jahre 1527 bezeugt. Es kann teilweise als „redendes“ Wappen bezeichnet werden, denn die Burg weist auf den Namen der Stadt hin. Der Reichsadler deutet auf die Zugehörigkeit zum Reich und weist auf die ehemalige Reichsfreiheit hin, die jedoch bereits 1290 an die Herren von Kleve verpfändet war.

Das Wappen der Stadt Duisburg unterliegt einer kommunalen Wappensatzung. Zur Nutzung ist eine Erlaubnis erforderlich.


Sport

Duisburg ist Sitz des Landessportbunds Nordrhein-Westfalen, des deutschen Kanu-Verbandes sowie weiterer überregionaler Sportverbände.

Gleich drei große Vereine haben die Duisburger Fußballtradition begründet: der Duisburger SV (der 1964 mit dem TuS Duisburg 48/99 zu Eintracht Duisburg fusionierte), die Sportfreunde Hamborn 07 und der Meidericher Spielverein. Nur letzterer hat 1963 den Sprung in die neue Bundesliga geschafft; dort erfolgte zwei Jahre später die Umbenennung in MSV Duisburg. Nach dem Umbau des alten Wedaustadions steht seit 2005 die moderne MSV-Arena mit einem Fassungsvermögen von 31.500 Zuschauern zur Verfügung. Im gleichen Jahr gelang dem MSV der Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga. Ehemaliger Deutscher Meister und Pokalsieger ist der Frauen-Bundesligist FCR 2001 Duisburg (vormals FC Rumeln-Kaldenhausen).

Am 29. August 2006 findet in Duisburg das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung statt.

Der Eissportverein Duisburg „Die Füchse“ spielt in der DEL. Im linksrheinischen Rheinhausen ist der traditionsreiche Handball-Regionalligist und ehemalige Bundesligist OSC 04 Rheinhausen beheimatet.

Duisburg besitzt mit den Duisburg Ducks, auch den 7- maligen Deutschen Meister im Inline-Skaterhockey. Ausserdem errang das Team im Jahr 2005 auch zum dritten Mal den Europapokal.

Auch bei Randsportarten sind Duisburger Vereine sehr erfolgreich. So ist die RESG Walsum im Rollhockey mit 16 Titeln deutscher Rekordmeister.

Bekannt geworden ist die Sportstadt Duisburg unter anderem durch die Ausrichtung von Kanu- und Ruderweltmeisterschaften auf der Regattaanlage Duisburg-Wedau (siehe Sportpark Wedau), der Universiade 1989 sowie der World Games 2005.


Verkehr

Duisburg ist ein internationales Handels- und Logistikzentrum und hat einen optimalen Anschluss an das Straßen-, Schienen- und Schifffahrtsnetz. Mit dem unmittelbar hinter der Stadtgrenze gelegenen Rhein-Ruhr-Airport „Düsseldorf International“, der acht Bahnminuten vom Duisburger Hauptbahnhof entfernt liegt, gibt es zudem eine direkte Flughafenanbindung.


Häfen

Der Duisburger Hafen „duisport“ gilt als der größte Binnenhafen Europas. Er besitzt zudem einen Seehafen-Status, da mit flussgängigen Seeschiffen im Linienverkehr Häfen in Europa, Afrika und im vorderen Orient bedient werden, und umfasst ein Freihafen-Gelände.

Der Mittelpunkt des Hafens liegt noch heute im Bereich der Ruhrmündung, wo bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts der erste Ruhrorter Hafen geschaffen wurde.

Jährlich werden dort rund 40 Millionen Tonnen Güter aller Art umgeschlagen. Über 20.000 Schiffe laufen pro Jahr den Hafen an. Kernstück sind die öffentlichen Hafenanlagen mit einer Ausdehnung von 740 Hektar, 21 Hafenbecken von über 180 ha ergeben eine Uferlänge von 40 km. Dazu kommt noch das Logport Logistic Center Duisburg mit 265 ha Fläche. Etliche Unternehmen verfügen darüber hinaus über private Hafenanlagen, so dass der Gesamtumschlag bei über 70 Millionen. Tonnen liegt. Zum Vergleich: Hamburgs Umschlag liegt bei 115 Millionen Tonnen.


Unternehmen

Duisburg ist bis heute ein bedeutendes Zentrum der Stahlindustrie und verfügt über die größte Ausdehnung an Produktionsstätten dieses Bereichs weltweit. Mittlerweile stehen sämtliche der sechs im Ruhrgebiet betriebenen Hochöfen in Duisburg. Etwa die Hälfte des in Deutschlands erzeugten Roheisens und ein Drittel des Rohstahls werden in Duisburg produziert.

Steinkohle wird mittlerweile nur noch auf der Zeche Walsum abgebaut. Eine Vielzahl von Schachtanlagen, die zumeist im Duisburger Norden und dem heutigen Duisburger Westen lagen, sind längst geschlossen.

Durch den Strukturwandel kam es zu einem erheblichen Arbeitsplatzabbau in der Duisburger Montanindustrie. In den 1960er Jahren zählte die Stadt zu jenen mit den höchsten Pro-Kopf-Steuereinnahmen in der Bundesrepublik. Gab es damals noch fast 70000 Stahlarbeiter, so sind heute davon lediglich 16000 übrig geblieben. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist von knapp 280000 auf nur noch 150000 gesunken, so dass die Stadt heute noch in Folge dessen unter einer überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit leidet.

Ihre ehemalige Funktion als Einkaufsstadt weit über ihre Grenzen hinaus hat die Stadt verloren. Seit Jahren wird ein Abfluss von Kaufkraft beklagt. Mit unter 100.000 m² verfügt die Duisburger Innenstadt über eine vergleichsweise geringe Handelsfläche.

Eine wichtige Funktion im Strukturwandel hat der „Logport“ als internationales Logistikzentrum. Dort stand bis 1993 das durch den Rheinhausener Arbeitskampf bundesweit bekannt gewordene Krupp-Stahlwerk. Bereits 1987 wurde im Universitätsstadtteil Neudorf der „ElectronicPark Duisburg“ gegründet, der in den von Norman Foster entworfenen Gebäuden mehrere Technologie-, Telematik- und Mikroelektronik-Zentren beherbergt und einen Anwenderpark für elektronische Schlüsseltechnologien darstellt.

Etwa ab Mitte der 90er Jahre entwickelte sich Duisburg zu einer Art „Hochburg“ für Callcenter. Große Unternehmen wie die Deutsche Bahn AG, Citibank und Dresdner Bank, aber auch der Internetdienstleister AOL sowie die sanvartis GmbH (ehemals Gesundheitsscout24) betreiben Callcenter in Duisburg zur bundesweiten Abdeckung ihrer Servicerufnummern. Hier finden mittlerweile gut 5000 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz.


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