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Die Stadt Dortmund ist eine kreisfreie Stadt im östlichen Ruhrgebiet. Sie ist die größte Stadt sowie Wirtschafts- und Handelszentrum Westfalens und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Je nach genauem Zähldatum und Quelle liegt sie an der sechsten bis achten Stelle der größten deutschen Städte. Flächenmäßig ist Dortmund die neuntgrößte kreisfreie Stadt Deutschlands.
Dortmund hat sich von einer Industriestadt zu einem bedeutenden Hightech-Standort in NRW entwickelt: Früher vor allem bekannt durch Stahl, Kohle und Bier sowie durch den örtlichen Fußballverein, vollzog sich der Wandel von der Schwerindustrie über Dienstleistung und Forschung bis zur Hochtechnologie. Trotzdem besitzt die Stadt noch eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Westdeutschland. Dortmund ist wichtigster Verkehrsknoten im östlichen Ruhrgebiet und Anziehungspunkt für das bis auf die westlichen Nachbarstädte ländlich geprägte Umland. Seit Überschreitung der 100.000-Einwohner-Grenze 1895 ist Dortmund Großstadt.
Wahrzeichen der Stadt sind die Reinoldikirche, das Dortmunder U und der Florianturm, sowie das Westfalenstadion, das bis Juni 2011 den Namen Signal-Iduna-Park trägt, der Westfalenpark und die Westfalenhallen.
 Geografische Lage Dortmund liegt im mittleren Westen Deutschlands. Die Stadt befindet sich im Südwesten der Westfälischen Bucht. Südlich Dortmunds erheben sich die Ausläufer des Ardeygebirges und des Sauerlandes, nördlich grenzt das Münsterland an Dortmund. Im Osten liegt die Soester Börde und im Westen der Ballungsraum Ruhrgebiet, dessen westfälischem Teil auch Dortmund angehört. Die Stadt liegt am Oberlauf der Emscher und am Mittellauf der Ruhr. In Letztere mündet südlich der Stadtgrenze (unterhalb der Hohensyburg und bereits auf dem Stadtgebiet von Hagen) die Lenne. Nördlich der Stadt fließt die Lippe. Der Dortmund-Ems-Kanal bindet Dortmund an das Binnenschifffahrtskanalnetz an.
Höchste Erhebung Dortmunds ist der im Stadtteil Syburg gelegene Klusenberg mit 254 Metern über Normalnull. Der niedrigste Punkt befindet sich mit 50 Metern über Normalnull im Nordwesten des Stadtteils Mengede an der Stelle, an der die Emscher aus dem Stadtgebiet austritt. Als Stadtmittelpunkt und damit allgemeiner Referenzpunkt gilt die Reinoldikirche, genauer gesagt deren Turmbolzen auf der Westseite, auf 85,42 Metern über Normalnull, 7° 28' 6" östlicher Länge und 51° 30' 58" nördlicher Breite gelegen. In Dortmund gilt wie in ganz Deutschland die Mitteleuropäische Zeit.
 Demografie In Dortmund leben mehr Frauen als Männer. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt bei 51,6 Prozent, der der männlichen Bevölkerung entsprechend bei 48,4 Prozent.
Seit gut 20 Jahren zeigt die natürliche Bevölkerungsbewegung eine negative Tendenz. Das bedeutet, dass die Anzahl der Sterbefälle höher ist als die der Geburten. Diese Bevölkerungsverluste werden teilweise durch den Zuzug von Menschen ausgeglichen. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Dortmund einen Wanderungsüberschuss.
Der Ausländeranteil an der Dortmunder Bevölkerung liegt bei 12,7 Prozent, davon wiederum kommen 23,5 Prozent aus den EU-Mitgliedstaaten. Die größte Gruppe der ausländischen Einwohner bilden Türken, gefolgt von Jugoslawen und Polen. Zwischen den Stadtbezirken gibt es große Unterschiede beim Anteil der ausländischen Bevölkerung. Leben in den Stadtbezirken Brackel und Aplerbeck nur etwa 5 Prozent ausländische Bürger, so sind es im Stadtbezirk Innenstadt-Nord 41,5 Prozent.
Stadtgeschichte Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet reichen bis in die Bronzezeit zurück. Dortmund wurde um 880 bis 885 das erste Mal als „Throtmanni“ (altsächsisch für „Schlundberg“) erwähnt. 990 findet sich die Ersterwähnung der Dortmunder Marktrechte. Im 11. Jahrhundert wurde der Legende nach Reinoldus der Schutzpatron der Stadt. 1152 fand in Dortmund eine große Reichsversammlung unter Kaiser Friedrich Barbarossa statt. Im Jahr 1293 wird der Stadt Dortmund das Braurecht verliehen.
Im Grundriss der Hansestadt spielt der Hellweg als Handelsstraße eine besondere Rolle. Infolge des Dreißigjährigen Kriegs verlor Dortmund sehr an Bedeutung. Die Einwohnerzahl Dortmunds sank bis zum Jahre 1793 auf 4500 Einwohner.
Bis 1803 war das zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehörende Dortmund Freie Reichsstadt, dann kam die Stadt als Exklave zum Fürstentum Oranien-Nassau. 1806 wurde Dortmund als Teil des französischen Großherzogtum Berg Präfektur des Ruhrdepartements. Nach dem preußischen Sieg über Napoleon fiel Dortmund 1815 schließlich an die preußische Provinz Westfalen. Hier wurde Dortmund 1817 Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirk Arnsberg, aus dem Dortmund 1875 ausschied, um eine kreisfreie Stadt zu werden.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann durch die Kohlenförderung und Stahlverarbeitung der erneute Aufstieg Dortmunds und der Wandel zu einer Industriestadt. Seit der Eröffnung der Cöln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 wurde Dortmund zu einem wichtigen Verkehrsknoten im Ruhrgebiet. Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leistete 1899 die Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals und damit des Hafens.
Bereits 1905 begann mit der Eingliederung von Körne eine Welle von Eingemeindungen, die mit dem Gesetz über die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets von 1928 ihren Höhepunkt mit der Eingemeindung der Stadt Hörde (die bereits 1340 Stadtrechte erhielt) erreichte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mitsamt ihrer historischen Kirchen stark zerstört. 98 % der innerstädtischen Besiedlungsflächen lagen in Trümmern. Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau ging insgesamt gesehen aber so schnell voran, dass 1950 der 500.000. Einwohner geboren wurde.
 Entwicklung des Ortsnamens Dortmund wurde um das Jahr 882 erstmals im Urbar des Klosters Werden namentlich erwähnt. Der knappe, lateinische Eintrag lautet „In throtmanni liber homo arnold[us] viii den[arios] nob[is] soluit [solvit].“ (Deutsch: „In Throtmanni zahlt uns der freie Mann Arnold 8 Pfennige.“) Wenige Jahre später, im Jahr 899, wurde Dortmund erneut in einer Urkunde erwähnt, diesmal als Trutmania. Aus den folgenden Jahren finden sich viele verschiedene Einträge wie Trutmenni (928), Thortmanni (939), Trotmannia (941), Drotmanni (953), Thrutmanniu (978), Therotmani, Thertmanni, Thertamanni (983-1002), Trutmundi (997), Dretmonna und Thortmanne (1002-34), Trutmonia (1024), Trytemanne (1030), Trudimonia (1033) und so weiter, die aber alle auf denselben Lautstamm zurückzuführen sind. Die Verwendung der einzelnen Bezeichnungen erscheint dabei willkürlich. 1152 und damit ein Jahr nach seinem Aufenthalt in Dortmund stellte Kaiser Friedrich I. dem Kölner Erzbischof Arnold II. eine Urkunde aus, die die lateinische Bezeichnung „in burgo Tremonia“ (deutsch: „in der Stadt Tremonia“) enthält. Von diesem Zeitpunkt an findet sich in den lateinischen Quellen nur noch die Bezeichnung Tremonia und es wird vermutet, dass dies auf eine Anordnung Friedrich Barbarossas zurückgeht. Auf Tremonia geht auch die altfranzösiche Bezeichnung Trémoigne und Trimoniaborg in den norwegischen Karlsepen zurück. Erst als im 14. Jahrhundert wieder deutsche Quellen aufkamen, finden sich auch wieder sprachlich weiterentwickelte Formen des ursprünglichen Namens wie Dorpmunde oder Dortmunde. Diese Formen wurden dann im westfälischen Platt zu Düörpm (seltener auch Düöpm) verkürzt.
Die dem Wortstamm Throtmanni ähnlichen Namensformen leiten sich aus dem Altsächsischen her und geben bis heute Rätsel auf. Hermann Jellinghaus übersetzte Throtmanni mit „Siedlung am gurgelnden Gewässer“ (wörtlich: „Gurgel-“ oder „Kehlbach“), Jürgen Udolph hingegen führte in einer ausführlichen Untersuchung Dortmund auf Throtmande zurück und übersetzt dies mit „Schlundberg“, also ein Berg mit einem oben befindlichen, tiefen Einschnitt. Beide Interpretationen schließen auf die Beschreibung besonderer geografischer Gegebenheiten, die heute aber aufgrund der Bebauung nicht mehr nachvollziehbar sind. Die Bezeichnung Tremonia leitet sich nicht direkt aus diesem Wortstamm ab. Man vermutet, dass bei Verwendung dieser Bezeichnung der gute phonetische Klang und der aus volksetymologischer Perspektive vorhandene Sinngehalt eine Rolle spielten. Der Name würde sich dann aus den Wörtern tres oder tria (lateinisch für drei) und moenia (Mauer) zusammensetzen und soviel wie Dreimauernstadt bedeuten. Nicht nachvollziehbar ist dabei aber, inwieweit damit tatsächlich auf eine dreifache Ummauerung der Stadt angespielt wird. Auch die Namensform Throtmanni unterlag volksetymologischen Deutungen. So verweisen Chronisten des Spätmittelalters auf zwei Dörfer, das „alde“ und das „neue Dorp“, die beide bei einer Burg „Munda“ gelegen haben sollen und den Siedlungskern der Stadt Dortmund darstellen. Diese sächsische Burg sei durch die Römer (oder auch die Franken) belagert und erobert worden. Vom römischen Schlachtruf „trucide, trucide“ (deutsch: „Metzelt sie nieder, metzelt sie nieder“) hätten die Sachsen in Ermangelung von Lateinkenntnissen nur trutz oder trot verstanden und daraufhin zunächst die Römer und später den Ort selbst spöttisch als Trotmanni (Trutzmänner) bezeichnet.
 Das Wappen Das Wappen zeigt in Gold den rechtsblickenden, einköpfigen, staufischen reichsstädtischen schwarzen Adler. Er ist rot bewehrt und bezungt. Das Siegel zeigt dasselbe Symbol mit der Inschrift „Stadt Dortmund“.
Als Dortmund im 13. Jahrhundert zur Freien Reichs- und Hansestadt aufstieg, durfte es offiziell den Reichsadler im Wappen und Siegel tragen. Das älteste bekannte Siegel der Stadt Dortmund von 1241 zeigte einen Turm hinter Stadtmauern, die Darstellung des Reichsadlers erscheint wenig später als Symbol der Stadt in Wappendarstellungen. Im Unterschied zum Reichsadler im kaiserlichen Wappen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit war der Dortmunder Adler ursprünglich auf silbernen Grund. Erst 1946 wurden die historischen / weimarer Reichsfarben übernommen. 1871 wurden zwei Löwen als Wappenhalter und eine Krone auf den Schild hinzugefügt. Diese wurden jedoch 1888 beziehungsweise 1908 wieder entfernt.
Die Flagge der Stadt ist Rot und Weiß in Längsstreifen. Dies sind die Farben der Hanse.
Neben Wappen und Farben gab es seit 1994 ein Logo, das die stilisierten Buchstaben DO in einem rechtsoffenen Halbkreis aus neun dunkelblauen fünfzackigen Sternen zeigt. Die Sterne werden nach unten hin kleiner. Der senkrechte Strich im D ist nach oben verlängert und nochmals kurz gekreuzt. Er soll den Florianturm darstellen, während zwei gebogene Striche über dem O auf die große Westfalenhalle anspielen. Die beiden Buchstaben sind in Petrol gehalten. Die Darstellung mit Sternen galt als Europalogo, teilweise fand man das Logo auch ohne Sterne. Im Frühjahr 2005 wurde das städtische Corporate Design aber wieder auf die traditionellen Farben und Symbole umgestellt. Außerdem stellt die Stadt Dortmund für Bürger oder Unternehmen, die ihre Verbundenheit mit Dortmund zeigen wollen, noch eine Stadtsilhouette mit mehreren markanten Gebäuden in der Farbe des ehemaligen Logos zur Verfügung.
 Sportstätten Nachdem die ersten Pferderennen bereits 1887 an der Hobertsburg am Fredenbaum stattgefunden hatten, wurde 1913 die Pferderennbahn Dortmund als Galopprennbahn mit einer Sand- und Rasenbahn im Dortmund-Brackel eröffnet. Die historische Rennbahn ist Austragungsort des Deutschen St. Leger.
Die erste Sportstätte des Ballspielvereins Borussia Dortmund war die Weiße Wiese an der Westfalenhütte im Dortmunder Norden. Dieses erste Stadion der Borussia bot 1924 als Sportpark Borussia Platz für 18.000 Zuschauer. 1937 wurde das Sportgelände von den Nationalsozialisten enteignet und der Reichsarbeitsdienst begann hier mit der Errichtung des Hoeschparks. An die Weiße Wiese erinnert heute nur noch eine Gedenktafel im Freibad Stockheide nahe des Hoeschparks.
Die 1926 neu erbaute Kampfbahn Rote Erde im bürgerlichen Süden der Stadt wurde neue Spielstätte des BVB. Das Stadion Rote Erde war Teil des Volksparks Dortmund und beruhte auf der städtebaulichen Planung des Baurats Hans Strobel. Zum Dortmunder Volkspark gehörten zur damaligen Zeit auch die Westfalenhalle, die Rosenterrassen und das Volksbad Dortmund unmittelbar südlich der alten Reichsstraße 1. Seine großen Zeiten erlebte das Stadion Rote Erde mit den Erfolgen der Borussia Mitte der 60er Jahre. Mit hölzernen Behelfstribünen wurde die Zuschauerkapazität auf 42.000 Menschen angehoben. Heute dient das Stadion als reines Leichtathletikstation und ist Austragungsort nationaler und internationaler Wettkämpfe.
Zur Fußballweltmeisterschaft 1974 wurde das Westfalenstadion mit einer Kapazität von 54.000 Zuschauern neu errichtet. Ein reines Fußballstadion im Stil der 70er Jahre aus kaltem Beton, und doch wurde es von der Bevölkerung und den Fans enthusiastisch angenommen. Trotz ausbleibender Erfolge der Borussia und einer Zeit in der Zweiten Bundesliga wurden Besucherrekorde gefeiert. Mit den Erfolgen Dortmunds Mitte der 90er Jahre begann der sukzessive Ausbau des so genannten Fußballtempels. Das Westfalenstadion ist heute mit einer Zuschauerkapazität von annährend 83.000 Zuschauern die größte Fußballarena Deutschlands und ist trotz vieler Unkenrufe aus dem Süden der Republik regelmäßig ausverkauft. Eine Besonderheit und äußerst sehenswert ist die Südtribüne. Als größte Stehplatztribüne der Welt ist sie die Heimat der enthusiastischen Fans der Borussia.
Die Westfalenhalle wurde als hölzerne Rundhalle durch Baurat Strobel in den 20er Jahren errichtet. Mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauern war sie zeitweilig das größte Hallengebäude Europas. Legendär ist der Weltmeisterschaftskampf von Max Schmeling im Jahre 1927. Im 2. Weltkrieg wurde die Halle als Kriegsgefangenenlager missbraucht, bei der Bombardierung der Halle durch die Alliierten kamen zahlreiche Gefangene ums Leben. Schon kurz nach dem Krieg wurde die Halle neu errichtet. 1952 wurde die neue Halle, erbaut als frei tragende Dachkonstruktion mit einer Kapazität von 25.000 Zuschauern, durch Bundespräsident Theodor Heuss ihrer Bestimmung übergeben. Heute ist die Halle Teil des Messezentrums Westfalenhallen mit insgesamt 9 Veranstaltungshallen.
 Wirtschaft und Infrastruktur Im Rahmen der Industrialisierung entwickelte sich Dortmund rasch zu einem Zentrum der Schwerindustrie (Kohle- und Stahlindustrie). Bedeutende Dortmunder Konzerne waren Hoesch, die Dortmunder Union, die Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb sowie die ab 1969 unter dem Dach der Ruhrkohle AG zusammengefassten Dortmunder Zechen. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet mehr als 15 Kohlebergwerke deren letztes 1987 den Betrieb einstellte.
Die wirtschaftlich gesunde Hoesch AG wurde im Jahr 1992 pikanterweise durch die damalig unterfinanzierte Essener Krupp Stahl AG in Deutschlands erster feindlicher Übernahme per heimlichem Aktienaufkauf übernommen. 1997 fusionierten Krupp-Hoesch und die Düsseldorfer Thyssen Stahl AG zur ThyssenKrupp Stahl AG, mit nunmehr dramatischen Folgen für die Dortmunder Hüttenstandorte. Die Flüssig-Phasen der Eisen- und Stahlproduktionen wurden in Dortmund in den Folgejahren gänzlich stillgelegt, weil der neue Konzern seine Stahlsparte an der geografisch günstigeren Rheinschiene konzentrierte. Der hieraus entstandene Arbeitsplatzabbau war für Dortmund nicht einfach zu verkraften.
Die Brachflächen der früheren Stahlwerke bieten neben der nunmehr sauberen Luft jedoch auch ein erhebliches Entwicklungspotenzial für die Stadt Dortmund.
 Strukturwandel In der Zeit von 1960 bis 1994 verringerte sich die Zahl der Industriebeschäftigten von 127.000 auf 37.000 Personen. Neue Arbeitsplätze wurden hauptsächlich im Bereich der Informationsverarbeitung sowie bei Banken und Versicherungen geschaffen.
Ebenso stieg die Bedeutung Dortmunds als Oberzentrum des Einzelhandels. Der Westenhellweg im Herzen der Innenstadt gilt nach der Kaufinger Straße in München, der Zeil in Frankfurt und neben der Schildergasse in Köln als eine der am häufigsten frequentierten Einkaufsmeilen Deutschlands. Die hohen Mietpreise und nicht vorhandene Leerstände auf dem Westenhellweg und Ostenhellweg reflektieren diese Entwicklung. Der Neubau des Dortmunder Hauptbahnhofs mit projektierten 36.000 Quadratmetern zusätzlicher Verkaufsfläche in fußläufiger Entfernung zum Westenhellweg wird die Konkurrenzsituation innerhalb der Stadt, aber auch mit bestehenden und angedachten Einkaufszentrum in der Nachbarstädten im Ruhrgebiet weiter anheizen.
Ein zukunftweisendes Signal war Ende 1968 die Gründung der Universität Dortmund. Die Campus-Universität legte den Grundstein für den heutigen Wissenschaftsstandort. In räumlicher Nähe zur Universität wurde 1984 das Technologiezentrum als eines der ersten Deutschlands eröffnet. Im angrenzenden Technologiepark siedelten sich seit 1988 mehr als 225 Firmen mit über 8500 Mitarbeitern an. Das Projekt Stadtkrone-Ost auf dem ehemaligen Kasernengelände an der B1 ist ein weiteres positives Beispiel des mit der Kohlekrise von 1958 einsetzenden und bis heute unverändert anhaltenden Strukturwandels in Dortmund.
Mit dem dortmund-project einem Public Private Partnership zwischen der Stadt, dem Konzern ThyssenKrupp, welches vom Unternehmensberater McKinsey nach dem Vorbild der Wolfsburg AG erarbeitet wurde, soll sowohl die durch den Strukturwandel entstandene Beschäftigungslücke geschlossen werden, als auch neue Leitbranchen für die Stadt entwickelt und gestärkt werden. Die Industriebrachen wurden in das Gesamtkonzept mit eingebunden. Die Kompetenzfelder Logistik, Mikrosystemtechnik (MST) und Informations- und Kommunikationstechnologien wurden als neue Führungsbranchen auserkoren. Später kamen die Gesundheitswirtschaft, die Biomedizin und die Energietechnik hinzu. Das Projekt ist im Jahr 2005 in die städtische Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung integriert worden. Bis zum Jahr 2010 will die Stadt Dortmund im Rahmen des dortmund-project insgesamt 67 Millionen Euro aufwenden, um unternehmerische Initiativen anzustoßen.
Der tertiäre Sektor (Dienstleistungen) bildet heute den mit Abstand größten Anteil (73 %) im Dortmunder Wirtschaftsgeschehen und hat sich mit Vorliebe im weiträumigen Bereich entlang der B1 (Westfalendamm und Rheinlanddamm) und an den südlichen City-Ausfallstraßen angesiedelt.
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