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Deutschland - Bremerhaven



Die Stadt

Die Seestadt Bremerhaven ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Deutschlands. Sie bildet mit der etwa 53 km südlich liegenden größeren Stadt Bremen das Land Freie Hansestadt Bremen. Weitere Gemeinden gibt es in diesem Land nicht. Als weitere größere Stadt liegt Hamburg etwa 93 km östlich von Bremerhaven.

Bremerhaven liegt als Oberzentrum am Scheitelpunkt der bedeutenden Europäischen Metropolregionen Hamburg und Metropolregion Bremen/Oldenburg.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1939 die Grenze von 100.000 Einwohner und machte sie zur Großstadt. Damals wurde die Mittelstadt Bremerhaven mit der preußischen Stadt Wesermünde zur Großstadt Wesermünde vereinigt. 1947 wurde sie in Bremerhaven umbenannt. Zusammen mit den Stadtrandgemeinden beträgt die Einwohnerzahl heutzutage über 170.000


Geschichte

Die älteste schriftliche Überlieferung zur Besiedlung des heutigen Bremerhavener Stadtgebiets reicht bis 1139 zurück. Damals wurden die Kirchdörfer Geestendorf und Wulsdorf urkundlich genannt. Der 1275 erstmals erwähnte Flecken Lehe nördlich der Geeste gewann eine überörtliche Bedeutung als Amtssitz und Marktort mit minderstädtischen Rechten. Politisch stand das Gebiet an der Geestemündung lange im Widerstreit der Interessen des Erzbistums Bremen und der Stadt Bremen, wobei Lehe seine Rechte mehrfach durch Schutzverträge mit dem Bremer Rat zu wahren suchte. 1648/54 kam das Gebiet mit dem gesamten Erzbistum Bremen unter schwedische Hoheit. 1719 ging es nach kurzzeitiger dänischer Besetzung endgültig auf das Kurfürstentum, später Königreich Hannover über.

1827 wurde die Siedlung Bremerhaven wegen der zunehmenden Versandung der Weser als Bremer Außenposten auf einem vom Königreich Hannover angekauften Grund angelegt. Der Vertrag zum Erwerb des Hafengeländes wurde am 11. Januar 1827 vom König von Hannover Ernst August I. und dem Bremer Bürgermeister Johann Smidt unterzeichnet. Die offizielle Übergabe an die Freie Hansestadt Bremen fand am 1. Mai 1827 statt. 1837 erfolgte für Bremerhaven die Einführung einer vorläufigen Gemeindeordnung. 1845 gründete der Staat Hannover im Süden Bremerhavens unweit der alten Siedlung Geestendorf eine neue Siedlung und legte einen Hafen als Konkurrenz zu Bremerhaven an. Die Neuanlage erhielt am 26. Juni 1847 den Namen Geestemünde. 1847 wurde Bremerhaven Ausgangspunkt der ersten Dampferlinie von Europa nach Amerika. Zwischen 1848 und 1852 war die Stadt Sitz der Seezeugmeisterei, des Arsenals der deutschen Reichsflotte während des Schleswig-Holsteinischen Krieges. 1851 erhielt Bremerhaven Stadtrechte. Bereits ein Jahr vorher wurde Geestemünde zu einer Landgemeinde erhoben. Von 1861 bis 1905 erfolgte die in mehreren Abschnitten die Erweiterung das Gebietes von Bremerhaven.

1880 erhielt Bremerhaven einen hauptamtlichen Stadtdirektor und wurde damit faktisch von Bremen unabhängig. Gleichzeitig erhielt die nördlich von Bremerhaven gelegene Gemeinde Lehe stadtähnliche Rechte. 1883 wurde die Telefonleitung von Bremen nach Bremerhaven eröffnet, damals die längste Telefonleitung Deutschlands. Am 1. April 1889 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Geestendorf nach Geestemünde. („Hafenort Geestemünde“ mit etwa 15.000 Einwohnern). 1900 hielt Kaiser Wilhelm II. seine Hunnenrede in Bremerhaven. 1912 erhielt die Landgemeinde Geestemünde Stadtrechte (kreisfreie Stadt) und hatte etwa 27.000 Einwohner. Am 1. April 1920 wurde Lehe kreisfreie Stadt, Wulsdorf (4.830 Einwohner) ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Geestemünde.

Am 1. November 1924 erfolgte die Vereinigung der kreisfreien Stadt Lehe (etwa 40.000 Einwohner) und der kreisfreie Stadt Geestemünde (mit Wulsdorf, zusammen etwa 30.000 Einwohner)) zur neuen kreisfreien Stadt Wesermünde. Die neue Stadt hatte etwa 70.000 Einwohner und gehörte zur preußischen Provinz Hannover. Damit war Bremerhaven komplett von einer einzigen Stadt umgeben. 1925 fuhr die erste Buslinie Bremerhavens nach Schiffdorf. Am 1. April 1927 erfolgte die Eingliederung von Weddewarden, Schiffdorferdamm und Speckenbüttel nach Wesermünde. 1938 wurde das Hafengebiet Bremerhavens ausgegliedert und der Stadt Bremen angeschlossen. Am 1. November 1939 wurde Wesermünde mit der preußischen Nachbarstadt Bremerhaven zusammen gelegt. Die neue Großstadt trug den Namen Wesermünde und gehörte zur Provinz Hannover.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt stark zerstört und verlor einen Großteil ihrer Bevölkerung. Am 1. Januar 1947 erfolgte die Umbenennung von Wesermünde in Bremerhaven und durch die amerikanische Militärregierung die Eingliederung in das Land Bremen, das 1949 ein Bundesland Deutschlands wurde. Die Stadt hatte nunmehr wieder mehr als 100.000 Einwohner. In den Folgejahren diente Bremerhaven (innerhalb der mit Ausnahme der Häfen von Bremen und Bremerhaven britisch besetzen „Nordwest-Zone“) als Nachschubhafen der USA. Auf der Grundlage des Wirtschaftsplanes „Bremerhaven 1958“ erteilte der Magistrat im Rahmen des Bundesbaugesetzes 1960 dem Stadtplaner Prof. Ernst May die Aufgabe, einen Flächennutzungsplan (Generalbebauungsplan) für das gesamte Stadtgebiet aufzustellen. Ein Wirtschaftsgutachten von Prof. Isenberg und ein Verkehrsgutachten von Prof. Leibbrandt sollten den Plan ergänzen.


Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1827 hatte Bremerhaven 19 Einwohner. Die Bevölkerungszahl stieg bis 1871 über 10.000 und verdoppelte sich bis 1900 auf rund 20.000. Am 1. November 1939 erfolgte der Zusammenschluss von Bremerhaven (26.790 Einwohner 1939) und Wesermünde (86.041 Einwohner 1939) zur neuen Großstadt Wesermünde mit 113.000 Einwohnern. Am 1. Januar 1947 wurde die Stadt in Bremerhaven umbenannt. 1968 erreichte die Einwohnerzahl mit 148.931 ihren historischen Höchststand. 2004 betrug der Anteil der nichtdeutschen Einwohner an der Gesamtbevölkerung rund zehn Prozent (11.789 Personen). Ende September 2005 lebten in Bremerhaven nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Bremen 116.858 Menschen mit Hauptwohnsitz.


Religionen

Die überwiegend protestantische Bevölkerung der jungen Siedlung Bremerhaven war seit der Gründung zunächst in die nördliche Kirchengemeinde Lehe eingepfarrt. Lehe war eine überwiegend reformierte Siedlung, in der schon ab 1520 die Reformation eingeführt worden war. Während der Schwedenherrschaft war jedoch das lutherische Bekenntnis vorherrschend.

Ab 1846 wurde in Bremerhaven eine eigene Kirche gebaut, die Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche. An dieser Kirche entstand eine aus Lutheranern und Reformierten Gemeindegliedern bestehende Unierte Gemeinde, die von Anfang an zur Bremischen Evangelischen Kirche gehörte und bis heute die einzige Kirchengemeinde dieser Landeskirche in Bremerhaven ist. Von dieser spaltete sich 1855 eine lutherische Gemeinde ab. Die später in Bremerhaven neu gegründeten Kirchengemeinden sowie die Kirchengemeinden der mit Bremerhaven seit 1939 vereinigten Stadt Wesermünde beziehungsweise dessen Vorgängergemeinden Geestemünde und Lehe gehören - sofern es sich um lutherische Gemeinden handelt - zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (Kirchenkreise Bremerhaven, Wesermünde-Nord und Wesermünde-Süd innerhalb des Sprengels Stade) beziehungsweise - sofern es sich um reformierte Gemeinden handelt - zur Evangelisch-reformierten Kirche (Synodalverband VIII). Darüber hinaus gibt es in Bremerhaven auch freikirchliche Gemeinden.

Schon bald nach Gründung der Stadt zogen auch Katholiken nach Bremerhaven, die jedoch zahlenmäßig stets in der Minderheit blieben. 1867 wurde die Kirche St. Marien im neugotischen Stil erbaut, die erste katholische Kirche der Stadt. Die zugehörige Gemeinde wurde 1902 eine selbstständige Pfarrei, nachdem sie zuvor als Filialgemeinde zu St. Johann in Bremen (Bistum Osnabrück) gehörte. Später folgten weitere Gemeinden, auch in den Nachbargemeinden Geestemünde und Lehe, wie etwa die Herz-Jesu Kirche in Lehe 1911. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Bremerhaven zum Dekanat Bremerhaven des Bistums Hildesheim. Das Dekanat Bremerhaven umfasst darüber hinaus auch Gemeinden des Landkreises Cuxhaven.


Politik

Mit der Gründung Bremerhavens im Jahre 1827 übernahm zunächst ein Amtmann aus Bremen die Verwaltungsgeschäfte. Eine eigentliche Gemeindeverwaltung gab es zunächst nicht. 1837 erhielt die Siedlung eine vorläufige Gemeindeordnung, war jedoch faktisch weiterhin von Bremen abhängig. Eine eigene Stadtverwaltung gab es weiterhin zunächst nicht. Mit Wirkung vom 18. Oktober 1851 erhielt Bremerhaven die Stadtrechte. Fortan gab es einen 8köpfigen Gemeinderat mit einem Vorsitzenden, der die Stadt de jure vertrat, aber keine Kompetenzen erhielt. Eigentliches Stadtoberhaupt war somit immer noch der bisherige Amtmann aus Bremen. Erst 1880 wurde ein hauptamtlicher Stadtdirektor eingesetzt und die Stadt damit faktisch von Bremen selbständig. Ab 1923 erhielt dieser den Titel Oberbürgermeister. Von da an war Bremerhaven quasi einer kreisfreien Stadt anderer Länder vergleichbar. Ähnlich war es auch in den benachbarten Kommunen Lehe und Geestemünde. Während in Geestemünde zunächst ein Gemeindevorsteher, ab 1889 ein Bürgermeister amtierte, gab es in Lehe bereits ab 1880 einen Bürgermeister. Beide Städte wurden 1919 beziehungsweise 1920 kreisfrei, weshalb das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister führte. Diesen Titel führte auch das Stadtoberhaupt der aus der Vereinigung beider Städte 1924 gebildeten kreisfreien Stadt Wesermünde. Somit gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt Bremerhaven seit den 1920er Jahren zunächst zwei Oberbürgermeister, bis zur Vereinigung beider Städte im Jahre 1939.

Heute hat die Stadt Bremerhaven aufgrund der "Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv)" als Verwaltungsorgane eine Stadtverordnetenversammlung und einen Magistrat. Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 48 Stadtverordneten, deren Mitglieder von den Bürgern der Stadt auf vier Jahre gewählt werden. Sie ist grundsätzlich für alle Angelegenheiten der Stadt zuständig. Die Stadtverordnetenversammlung wählt in der ersten Sitzung nach der Wahl den Stadtverordnetenvorsteher sowie einen ersten und einen zweiten Beisitzer. Diese bilden den Vorstand. Der Stadtverordnetenvorsteher repräsentiert die Stadtverordnetenversammlung, leitet die Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung und übt das Hausrecht aus.

Das zweite Organ, der Magistrat, ist die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besorgt die laufende Verwaltung der Stadt und besteht aus dem Oberbürgermeister, dem Bürgermeister als seinem Vertreter und weiteren hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitgliedern (Stadträte). Die hauptamtlichen Mitglieder, darunter auch der Oberbürgermeister, werden von der Stadtverordnetenversammlung auf sechs Jahre, die ehrenamtlichen Mitglieder für die Dauer ihrer Wahlzeit gewählt. Der Oberbürgermeister leitet die Sitzungen des Magistrats. Der derzeit amtierende Oberbürgermeister wurde 1999 gewählt und 2005 wiedergewählt. In der Stadtverordnetenversammlung regiert eine große Koalition aus SPD und CDU.


Wappen

Das Wappen der Stadt Bremerhaven zeigt in Silber, über gewelltem blauen Schildfuß mit silbernem Fisch, ein Hanseschiff mit blauem Dach auf dem Achterkastell. Auf den Segeln drei Wappen: 1 in Rot ein silberner Schlüssel, darüber in Silber ein rotes Tatzenkreuz, 2 in Blau ein goldener Anker, 3 in Rot zwei gekreuzte silberne Sensenblätter.


Wirtschaft

Bremerhaven ist der wichtigste Fischereihafen Deutschlands, was der Stadt den Spitznamen "Fischtown" eingebracht hat. Hinzu kommt die wichtige Bedeutung als Hafen für den Autoumschlag. Wichtigste Industriezweige: Containerterminal, Werften, Lebensmittelverarbeitung, Tourismus. Bremerhaven ist Zentrum der Offshore Windenergie.

Die 1877 gegründete Bremer Lagerhaus Gesellschaft, heute BLG Logistics Group, in Bremerhaven ist heute mit 6.800 Mitarbeitern einer der Branchenführer in der Autologistik und im sogenannten Finishing in Europa. Im Autoterminal der BLG, mit einer Gesamtfläche von drei Millionen Quadratmetern, ist Platz für 120.000 Fahrzeuge. Der Gesamtwert beläuft sich bei voller Auslastung auf ca. 3,6 Mrd. Euro. Die meisten der für den deutschen Markt bestimmten Importautos gelangen über Bremerhaven nach Deutschland.


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Bremerhaven aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





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