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Grundinformationen Xî'ân ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi. Xi'an besitzt eine nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer und war der Ausgangspunkt der Seidenstraße. Die Stadt ist auch Ausgangspunkt für Besichtigungen der Terrakotta-Armee.
Xi'an hat eine Fläche von 9.983 km² und ca. 7,16 Mio. Einwohner (2003), davon 3.959.273 (1. Januar 2005) in der Innenstadt.
Xi'an erstreckt sich von 33°39' bis 34°45' Nord und von 107°40' bis 109°49' Ost. Es liegt 412 m ü. NN.
Allgemeine Informationen Xi'an war die erste Hauptstadt des Kaiserreichs China und blieb für 13 Dynastien (1120 Jahre, bis 1368) Hauptstadt unter dem Namen Cháng'ān (長安 = Immerwährender Frieden). Das Chang'an der Han-Zeit lag etwa 5 km nordwestlich des heutigen Xi'an und hatte um die Zeitenwende etwa 240.000 Einwohner. 18 n. Chr. wurde die Stadt im Zusammenhang mit dem Aufstand der „Roten Augenbrauen“ verwüstet, woraufhin die Hauptstadt nach Luoyang verlegt wurde. 582 wurde unter einem Sui-Kaiser südöstlich der Han-Stadt, im Bereich des heutigen Xi'an, eine neue Hauptstadt namens Daxing errichtet - damals und während der folgenden Tang-Dynastie (618-907 AD) flächenmäßig (88 km²) und mit etwa 1 Million Einwohnern auch sonst die größte Stadt der Welt. Unter den Tang erhielt sie den Namen der alten Han-Metropole: Chang'an. Den Namen Xi'an erhielt die Stadt im Jahr 1369. Xi'an wurde mit den archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1974 weltbekannt, als über 8000 lebensgroße Terrakottasoldaten in Gefechtsaufstellung entdeckt wurden. Die Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi (221 v. Chr.-209 v. Chr.) (wörtlich: erster Kaiser der Qin), der als erster China als Land einte und die Qin-Dynastie begründete, ist heute eine der Touristenattraktionen in China neben der Großen Mauer. Xi'an ist Partnerstadt von Dortmund.
 Terrakottaarmee / Grabstätte des Kaisers Die 1974 von Landarbeitern bei Xi'an entdeckte Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi ist einer der bedeutendsten archäologische Funde des zwanzigsten Jahrhunderts. Bereits im Alter von 13 Jahren (246 v. Chr.), kurz nach seiner Thronbesteigung, ließ der Kaiser mit dem Bau seiner Grabstätte beginnen. Während der 36 Jahre dauernden Arbeiten waren bis zu 70.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Auf einem mehrere Tausend Quadratmeter großen Areal wurde eine Grabkammer, geschützt von einer Armee lebensgroßer Tonsoldaten, der Tonsoldatenarmee (Terrakottaarmee), errichtet.
Während der Regentschaft von Qin Shihuangdi wurden die bis dahin unabhängigen chinesischen Feudalstaaten zum ersten Mal zu einem Großreich vereinigt. Treibende Kraft dieser politischen und militärischen Meisterleistung war der Kanzler des Kaisers, Li Si, einer der fähigsten Staatsmänner in der Geschichte Chinas. Weitere Errungenschaften dieses ersten Kaisers des chinesischen Großreichs waren der Ausbau der Großen Mauer, die Anlage von Überlandstraßen und Kanälen sowie die Verwendung einheitlicher Schrift und Währung. Im Alter von 49 Jahren starb Qin Shihuangdi während einer Inspektionsreise in die Provinz, und wurde in seiner Grabkammer beigesetzt. Der zweite Sohn des Qin Shihuangdi, Qin Er Shi, der die Herrschaft übernahm, war nicht annähernd so fähig wie sein Vater. Bereits drei Jahre nach dem Tod des Kaisers kam es zu Aufständen und der Rebellengeneral Xiang Yu verwüstete die Grabstätte (207 v. Chr.). Die Schächte mit den Tonsoldaten wurden aufgebrochen und ein großer Teil der Waffen entwendet. Die Holzwände, die die Soldaten umschlossen, wurden verbrannt und viele Figuren zerstört. 206 v. Chr. wurde Qin Er Shi getötet und das Ende der Qin-Dynastie war besiegelt. Anders als die Grabstätte von Qin Shihuangdi wurden die Tonsoldaten in keiner der zeitgenössischen oder späteren Aufzeichnungen erwähnt. Ihre Entdeckung war deshalb selbst für die Fachwelt eine Sensation. Bisher wurden mehr als 3000 Soldaten und Pferde sowie mehr als 40.000 Waffen ausgegraben und restauriert, geschätzte weitere 5000 Figuren sind noch im Erdreich verborgen.
 Die Stadtmauer Die Stadtmauer von Xi'an wurde zwischen 1374 und 1378 erbaut und in den 1980er Jahren renoviert. Sie ist die größte weitgehend erhaltene Stadtmauer in China. Mit einer Gesamtlänge von insgesamt 13,6 km umschließt sie die Innenstadt von Xi'an. Vom Aufbau her ist sie ein ummauerter Erdwall. Ihre Breite beträgt am Sockel 18 m, an der Krone 12 m. Ihre Höhe beträgt 12 m. Vier Tore (Nordtor, Westtor, Südtor und Osttor) gewährten früher einen durch Zugbrücken geschützten Zugang zu der Stadt. Diese Zugbrücken wurden morgens durch ein Signal des Glockenturms heruntergelassen und am Abend durch ein Signal des Trommelturms wieder hochgezogen.
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