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Afghanistan - Faizabad



Die Stadt

Faizabad ist die Hauptstadt der Provinz Badakhshan.

Badakhshan liegt im äußersten Nordosten von Afghanistan zwischen dem Hindukusch (Gebirge) und dem Amudarja (Fluss), begrenzt im Norden von Tadschikistan, im Osten von China (Provinz Xinjiang, Grenzlänge: 76 km), im Südosten von Pakistan.


Geschichte

Badakhshan, das einst zum hellenistischen Königreich Bactria/Baktrien gehörte, wurde 1657 ein usbekisches, unabhängiges Fürstentum. 1822 - 1859 war es Kunduz tributpflichtig, danach wurde es Teil Afghanistans und blieb es, von einigen Unterbrechungen abgesehen. Die Grenzen dieser Provinz wurden im Anglo-Russischen Agreement von 1873 festgelegt. 1895 wurde der Panj (Fluss) als Teil der Grenze zwischen dem afghanischen und russischen Badakhshan festgelegt.

Nach dem Einmarsch der Russen wurde Faizabad 1980 von sowjetischen Truppen besetzt und sowjetische Garnisonsstadt.

Im Rahmen der Bürgerkriege nach dem Abzug der Russen war Faizabad von 1996 - 2001 Regierungssitz der international anerkannten Rabbani-Regierung, nach deren Flucht vor den Taliban aus Kabul. Die Region um Faizabad war nie von den Taliban besetzt.

Seit dem Sommer 2004 wird im Rahmen der International Security Assistance Force ISAF in Faizabad ein PRT (provincial reconstruction team) durch die deutsche Bundeswehr betrieben.


Wirtschaft

Ungeachtet seiner reichen Vorkommen an Bodenschätzen ist die Provinz Badakhshan die ärmste Afghanistans mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 47 Jahren. Lediglich hinsichtlich des Mohnanbaus nimmt sie den ersten Platz ein. Hier gibt es die weltweit größten Vorkommen des Halbedelsteins Lapislazuli, der seit 3000 Jahren abgebaut wird. Des Weiteren liegen hier Minen, in denen Rubine, Smaragde, Amethyste und Gold gefördert werden. In den Bergen jagt man Bergziegen und die berühmten "Marco-Polo-Wildschafe". Zudem wird auch Landwirtschaft sowie Viehzucht (Schaf, Ziegen, Pferde) betrieben und traditionell werden Mohn und Cannabis angebaut.

Die Märkte der Stadt bieten eine überraschende Vielfalt mit einem Warenangebot von Grundnahrungsmitteln bis hin zu Unterhaltungselektronik und Schmuck. Die Preise für auf dem Landweg in die Stadt gebrachte Güter liegen im Schnitt etwas über den Preisen in Kunduz, vermutlich wegen der Transportkosten. Gleiches gilt z. B. für Baumaterialien.


Verkehr

Von Faizabad führt eine wichtige Straße Richtung Westen nach Kunduz. Über den Chenar-e-Gonjeshkan-Pass (1600 m) stellt sie die Hauptanbindung an den Rest Afghanistans dar. Die Fahrt nach Kunduz (über Talokhan) dauert bei 260km Fahrtstrecke mindestens 12 Stunden, witterungsbedingt ist die Strecke zeitweise nicht passierbar. Nach Osten führt die Straße weiter in den Wakhan-Korridor Richtung China.

Es besteht ziviler Flugverkehr mit Propellermaschinen russischer Bauart von Ariana bzw. Kam-Air vom Flugplatz westlich der Stadt aus.

Hauptverkehrswege in der Stadt sind jeweils eine Straße am Süd- und Nordufer des Flusses, die auch von LKW unter Umgehung der Innenstadt befahren werden können. Die Innenstadt selber ist mit Geländewagen nur teilweise befahrbar. Ein Übergang des Kookcha ist an insgesamt drei Stellen möglich.

Die staatliche Busfirma Millie-Bus (übersetzt „Volksbus“) betreibt eine Bus-Ringlinie, die Alt- und Neustadt miteinander verbindet. Verkehrsknotenpunkt ist der zentrale Marktplatz am Polizeipräsidium, wo sich auch Taxistände befinden.


Klima

Faizabad liegt nördlich des Hindukusch und bietet einen Mix aus Kontinental- und Hochgebirgsklima.

Die mittlere Tagestemperatur beträgt im Winter um 0 °C, im Sommer um 25 °C. Es kann im Winter in Einzelfällen bis zu –20 °C kalt, im Sommer aber auch fast 40 °C warm werden.

Den meisten Niederschlag gibt es in den Monaten Januar und April (30mm bis 60mm), den wenigsten zwischen Juni und Oktober (bis zu 5mm). Im Schnitt fallen im Jahr 270mm.

In der Zeit von März bis Oktober ist Faizabad Malariagebiet.


Der Text auf dieser Seite basiert, soweit nicht anders angegeben, auf dem Artikel Faizabad aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.





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